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Kunst überwindet die Grenze zwischen Kreuzlingen und Konstanz

Am Samstagabend feierten die Nachbarstädte die gemeinsame Kunstnacht. Thema waren sowohl Freiräume als auch die grenzüberschreitende Kooperation. Die Besucher machten sich auf Entdeckungsreise im eigenen Wohnraum.
Viviane Vogel
Die Ausstellungen im Kult-X gehören zum Boulev'art. Dieser wiederum ist ein Teil der Kunstnacht Kreuzlingen-Konstanz. (Bild: Andrea Stalder)

Die Ausstellungen im Kult-X gehören zum Boulev'art. Dieser wiederum ist ein Teil der Kunstnacht Kreuzlingen-Konstanz. (Bild: Andrea Stalder)

Am Hauptzoll stehen acht verwirrte Personen inmitten einer grossen Menschentraube. Vier von ihnen halten schwarze, die anderen vier rote Fäden in den Händen. Sie wechseln laufend den Platz, ducken sich unter dem Geflecht hindurch, sodass sich die Schnüre immer weiter verknoten. Ein Besucher grinst seiner Frau zu und sagt: «Ich kenne das Spiel. Da muss man doch drüber hüpfen.»

«Die roten Fäden stehen für Kreuzlingen, die schwarzen für Konstanz. Ihre Verwobenheit soll die Beziehung zwischen den Nachbarstädten darstellen»

erläutert Künstlerin Ines Fliegert, welche sich die Eröffnungsinszenierung einfallen lassen hat.

Eine Beziehung im Wandel der Zeit

Somit wird die Kunstnacht am Samstag genau zwischen Deutschland und der Schweiz eröffnet. Tafeln führen die Gäste durch die gemeinsame Geschichte der beiden Städte. Sie lässt sich zurückverfolgen bis ins Jahr 1125. «Nehmen Sie sich Zeit», lädt die Kreuzlinger Stadträtin Dorena Raggenbass die Besucher ein. Nach einer Weile trennt sich die Menschentraube. Die einen nehmen an einer Führung durch Konstanz teil, die anderen machen sich auf zum Boulevard.

Im Kult-X werden diverse Ausstellungen gezeigt. (Bild: Andrea Stalder)

Im Kult-X werden diverse Ausstellungen gezeigt. (Bild: Andrea Stalder)

«Seit zwei Jahren organisieren die Städte die Kunstnacht», sagt Claudia Thom, Sachbearbeiterin Kultur und Gesellschaft in Kreuzlingen. «Ursprünglich fand sie nur in Galerien statt. Nun konnten wir sie erweitern. Wir richten unser Augenmerk zusätzlich auf Kunst im öffentlichen Raum.»

Auf dem Weg zum Kult-X hält Thom und die Gruppe kurz an. Neben der Villa Bellevue steht ein Sofa.

«Das ist ein Beispiel dafür, wie die Stadt Kunst im öffentlichen Raum fördert»

sagt Thom. Künstler seien aufgerufen worden, die Umgebung zu verzieren. Die weisse Couch von Künstler Markus Brenner war eine Antwort darauf.

Reise durch Nordirland und über die Route 66

Im Kult-X gibt es eine Ansammlung von Ausstellungen, die Teil des vom Künstler Reto Müller kuratierten «Boulev’art» sind. Unter anderem werden die Besucher durch eine Bilderreise in Nordirland und entlang der Route 66 geführt. Künstler Roland Iselin erläutert seine Kunst.

Der «Boulev'art» ist ein Teil der Kunstnacht und wird von Reto Müller kuratiert. Tiefgaragen dienen als Multiplex-Kino. (Bild: Andrea Stalder)

Der «Boulev'art» ist ein Teil der Kunstnacht und wird von Reto Müller kuratiert. Tiefgaragen dienen als Multiplex-Kino. (Bild: Andrea Stalder)

«Seit 14 Jahren gibt es diesen Anlass im Namen der Kunst», erzählt Thom. «Die Übernahme hat viele Vorteile gebracht. Finanziell und kommunikationstechnisch ist es durch die Leitung der Städte einfacher geworden. Heute sollen die Gäste Freiräume der Städte neu entdecken.»

So findet, wer gut sucht, Kurzfilme in Tiefgaragen und Kellergewölben. Der Fokus auf das Gemeinsame ergebe sich von allein. «Konstanz und Kreuzlingen bilden einen Kulturraum. Kreuzlinger unterstützen das Theater auf der deutschen Seite, Konstanz konnte sein verlorenes Scala Kino in Kreuzlingen wiederbeleben.» Man komme gar nicht umhin, die Beziehung anzusprechen.

Die Tiefgarage wird zum Multiplex-Kino. (Bild: Andrea Stalder)

Die Tiefgarage wird zum Multiplex-Kino. (Bild: Andrea Stalder)

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