Kultur
Eine silberne Eichel für den besten Schreiberling

An den Weinfelder Buchtage wird dieses Jahr erstmals ein Preis verliehen. Die Skulptur wurde lokal entworfen und auch hergestellt.

Johanna Lichtensteiger
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Dominik Anliker hält den weissen Prototyp und Fabian Bächi den noch nicht ganz fertigen Buchpreis.

Dominik Anliker hält den weissen Prototyp und Fabian Bächi den noch nicht ganz fertigen Buchpreis.

Bild: Mario Testa

«Die Eichel gehört seit dem Anfang zum Klappentext und dann auch zu den Weinfelder Buchtagen», sagt Mitorganisator Dominik Anliker. Aus diesem Grund wird auch ein Eichelzweig als Preis an dem Kulturanlass überreicht. Der Preis und der dazu gehörige Pokal sind eine Premiere. Vom silbernen Eichelzweig ist Katharina Alder begeistert:

«Er wurde in Weinfelden designt, hergestellt und wird dann auch hier überreicht.»

Obwohl für keine der involvierten Personen das Designen von Pokalen oder Skulpturen eine Kernkompetenz sei, freue sie sich über das ansprechende Resultat. Das sei das Tolle an Weinfelden, die Leute versuchen einfach etwas.

Hilfe mit dem Preis fand Alder in einem langjährigen Bekannten, Fabian Bächi. Der Blasinstrumentenbauer hat sich auf eine seltene Werkmethode spezialisiert, welche für den Buchpreis passend war. Mit einem 3D-Drucker fertigt Bächi die Abdrücke für Teile der Instrumente an und giesst sie danach aus. Dasselbe Verfahren wendete er für den Eichelzweig an.

Dieses Jahr pröbeln, nächstes Mal professionell

Bächi sagt: «Ich startete mit einem 67 Stunden dauerndem Druck für den Prototyp.» Vorher habe er aber noch den 3D-Plan von ihnen entschlüsseln müssen, sagen Anliker und Adler schmunzelnd. Als das Design für gut befunden wurde, ging es mit einer Negativform weiter. «Das Giessen selbst war danach sehr einfach. Man macht eine Art Sirup, mischt ein bisschen und giesst die Flüssigkeit in die Form», sagt Bächi. Das Aushärten des Materials Epoxidharz dauerte danach drei Tage. Nun müsse nur noch die Negativform ganz entfernt werden.

Fabian Bächi hat den Preis hergestellt.

Fabian Bächi hat den Preis hergestellt.

Bild: Mario Testa

Man habe sich für Epoxidharz mit Aluminiumglanzpulver entschieden, da man etwas Silbriges wollte, sagt Dominik Anliker. Bronze sei auch kurz zur Wahl gestanden, allerdings wäre da die Form geschmolzen, sagt Bächi: «Epoxidharz ist in allen Kategorien einfach am besten geeignet, der Schmelzpunkt, die Stabilität und die Ästhetik.»

«Nächstes Jahr gibt es wieder einen solchen Preis, ich finde ihn super», sagt Katherina Adler lachend: «Einfach ein bisschen professioneller und wir beginnen früher, dann ist die Negativform auch sicher weg.»

Weinfelder Buchtage

Tickets sind noch erhältlich

Die Weinfelder Buchtage finden zum fünften Mal in Folge statt. Von Donnerstag, 9. September, bis Sonntag, 12. September, lesen Ostschweizer Autorinnen und Autoren aus ihren Werken. Der Preis wird am Samstag überreicht. Für die verschiedenen Vorlesungen sind noch immer Tickets per Online-Reservierung erhältlich.

www.buchtage.ch

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