Künstlerin versteckt Bilder in Kreuzlingen - wer eines findet, darf es behalten

Mit ihrer Aktion «art and found» bringen Malerin Christina Nu und Rahmenbauerin Jenny Brenner Kunst in die Stadt und an die Leute. Es ist eine Art «Versteckis» mit Kunst.

Stefan Böker
Drucken
Teilen
Rahmenbauerin Jenny Brenner und Künstlerin Christina Nu.

Rahmenbauerin Jenny Brenner und Künstlerin Christina Nu.

(Bild: Reto Martin)

«Es würde uns freuen, wenn der oder die glückliche Finderin das Bild auch wertschätzt und es zuhause aufhängt», sagt Künstlerin Christina Nu. «Und uns eine persönliche Nachricht zu kommen lässt», ergänzt Rahmenbauerin Jenny Brenner. Die beiden Frauen haben eine Kunstaktion auf die Beine gestellt, die sich «art and found» nennt. Wenn man so will ist es «Versteckis» mit Kunst.

«Ich verstecke meine Bilder irgendwo in Kreuzlingen und wer das Gemälde findet, darf es behalten.»

Damit die Bilder schön daherkommen und nicht kaputtgehen, hat sich Nu Unterstützung von Rahmenbauerin Jenny Brenner geholt. «Von der Idee war ich sofort begeistert», sagt Brenner. Vor rund eineinhalb Jahren übernahm die Schreinerin das Rahmenatelier «Kunstmanufaktur am Sonnenplatz». Hier fertigt sie massgeschreinerte Rahmen an und stellt Werke von sich und verschiedenen Künstlern aus.

Für Christina Nus Bilder wählte sei einen schlichten weissen Holzrahmen, der durch dünne silberne Linien akzentuiert wird. «So kommt das Bild optimal zur Geltung», findet die Rahmenbauerin. Mit Christina Nu wird sie die Bilder wetterfest verpacken und beschriften. Die Künstlerin freut’s: «Der richtige Rahmen für ein Bild ist enorm wichtig.»

Werke erinnern an Wellen des Meeres

Die Malerin stammt aus Bottighofen, lebt und arbeitet heute als Künstlerin in Zürich und auf Ibiza. Für «art and found» hat sie Werke ihrer Reihe «Underwater» ausgesucht. Die Kunstdrucke erinnern an Muster, welche die Wellen des Meers bilden, wenn sie ans Ufer schlagen. Dafür hat sie sich etwa von der Natur ihrer Wahlheimat Ibiza inspirieren lassen.

In den vergangenen Monaten ist sie wegen des Ausbruchs der Coronapandemie allerdings in Kreuzlingen gestrandet und hat die Natur am Bodensee genossen. «Ich habe die Zeit produktiv nutzen können und viel gemalt», sagt Christina Nu.

«Dabei habe ich überlegt, wie ich der Stadt etwas zurückgeben und gleichzeitig Öffentlichkeit für meine Kunst herstellen kann.»

Wasser steht bei Nu symbolisch für das grosse Unbekannte, welches sich unter der Oberfläche der rationalen Wahrnehmung entdecken lässt. Ihre Werke, die meist in einer Mischtechnik auf grossformatigen Leinwänden entstehen, lassen sich nur empfindsam ergründen, nicht logisch verstehen. Darum spricht sie auch von «Heartwork». Bis zu vier Wochen arbeitet sie an einem und lässt Schicht um Schicht entstehen.

Ausstellungen fallen Corona zum Opfer

Eigentlich hätte Christina Nu ihre Bilder in Madrid und München zeigen sollen. Eine Ausstellung in Ibiza wurde noch rechtzeitig aufgebaut, doch dann geschlossen. Auch Malkurse gibt sie in ihrem Haus auf Ibiza. Das vermisse sie sehr. «Persönlicher Kontakt ist mir sehr wichtig, sei es in den Kursen oder bei Vernissagen. Den können virtuelle Ausstellungen nicht ersetzen.»

Dennoch ist auch sie in den Sozialen Medien sehr aktiv, besonders auf Instagram. Die glücklichen Finder ihrer Kunst können deshalb auch unter dem Hashtag #artandfound auf die Kunstaktion der Künstlerin aufmerksam machen.

Mehr zum Thema