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Kündigungswelle nach Zerwürfnis mit dem Schulleiter: An der Wigoltinger Oberstufe geht mehr als die Hälfte der Lehrer

Am Dienstag informierten die Lehrer der Oberstufe ihre Schüler über ihre Kündigung.
Die Hälfte aller Lehrpersonen hat das Handtuch geschmissen.
Sabrina Bächi
Die Sekundarschule Wigoltingen von oben. Rund 110 Jugendliche gehen hier zur Schule. (Bild: Reto Martin, 04. April 2019)

Die Sekundarschule Wigoltingen von oben. Rund 110 Jugendliche gehen hier zur Schule. (Bild: Reto Martin, 04. April 2019)

Am Dienstag war für die Wigoltinger Oberstufenschüler ein Tag der Tränen. In fast jeder Lektion mussten sie erneut den Satz hören: «Ich habe gekündigt.» Insgesamt sieben von rund zwölf Lehrern haben an der Oberstufe in Wigoltingen gekündigt. Es ist der Schlussknall einer Auseinandersetzung zwischen Lehrern, der Schulbehörde und der Schulleitung.

Angefangen hat es vor einem Monat. Es formierten sich ein grosser Teil der Oberstufenlehrkräfte gegen Schulleiter Mirko Spada und verlangte von ihm die Kündigung. Hauptproblem: Spadas Kommunikation. Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen stellte sich hinter ihren Schulleiter. Sie liess darauf über die Medien mitteilen, dass sie alle Lehrkräften, die sich die Zusammenarbeit mit der Schulleitung nicht vorstellen können, zur Kündigung auffordert.

Fünf Klassenlehrer verlassen die Schule

Dieses Ultimatum nahmen die Lehrer offensichtlich ernst. Von sechs Hauptlehrern, die eine Klasse betreuen, bleibt nur eine übrig. An einem Tag sollen drei Lehrer auf einmal gekündet haben, wie verlässliche Quellen berichten. Unter denen, die gekündigt haben, gibt es auch langjährige Lehrpersonen, die teilweise über 30 Jahre an der Wigoltinger Oberstufenschule unterrichtet haben.

Die Vorgeschichte

Seit den Sommerferien waltet Mirko Spada als pädagogischer Schulleiter in der VSG Wigoltingen. Seither gibt es auch Reibungen im Lehrerteam. Vor allem auf der Oberstufe. Spada und die Schulbehörden wollen Visionen für ihre Schule umsetzen und etwa die Niveaueinteilung in der Oberstufe abschaffen. Das führte zu Unstimmigkeiten. Spada berichtete in einem Interview selbst von Gesprächen zwischen ihm und der Lehrerschaft, um die Lage zu beruhigen. Vor rund einem Monat forderten die Lehrer Spada zur Kündigung auf. Die Zusammenarbeit war so zerrüttet, dass das Vertrauen nicht mehr hergestellt werden konnte.

Manche der Lehrpersonen, welche die VSG Wigoltingen verlassen, haben noch keine neue Arbeitsstelle. Übrig bleiben vor allem Lehrer in Kleinpensen, etwa Hauswirtschaft oder Textiles Werken.

Warten auf die Deadline

Schulpräsidentin Nathalie Wasserfallen habe allen Lehrpersonen einen «Maulkorb» verpasst und ihnen mit juristischen Konsequenzen gedroht, sollten sie vor dem 30. April ihre Kündigung bekannt machen. So kam es, dass die Wigoltinger Oberstufenschüler am Dienstag sieben Kündigungen auf einmal verkraften mussten.

Wie mehrere Quellen berichten, gab es zahlreiche weinende Schüler. Wasserfallen will sich gegenüber den Medien noch nicht äussern. Zunächst will sie ihre Mitarbeiter, die Schüler und Eltern in einem Schreiben über die Kündigungen informieren, wie sie mitteilt. Den Medien will die Schulpräsidentin erst ab Montag Auskunft geben.

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