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Ärger an der Beerdigung: Kritik am schlechten Deutsch des Kreuzlinger Paters

Ein Kirchbürger hat an der Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen von seinem Frust über eine Beerdigung berichtet. Hauptgrund seien die schlechten Deutschkenntnisse des polnischen Pfarrers gewesen.
Nicole D’Orazio
Blick auf den den Friedhof und die Basilika St. Ulrich in Kreuzlingen. (Bild Reto Martin)

Blick auf den den Friedhof und die Basilika St. Ulrich in Kreuzlingen. (Bild Reto Martin)

Eine Beerdigung ist immer eine schwierige und emotionale Sache. Ein Kirchbürger der Pfarrei St. Ulrich hat sich aber so über eine Bestattung geärgert, dass er an der Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen letzte Woche seinen Frust los werden musste. Die Beerdigung seines Schwiegervaters sei nicht sehr befriedigend verlaufen, erzählte der Mann. «Es war schwierig, überhaupt an Pater Edward heran zu kommen.» Das Problem sei jedoch gewesen, dass dieser nicht so gut Deutsch spreche und mit den Namen Mühe bekundete. Ein Angehöriger hätte schliesslich den Lebenslauf des Verstorbenen vortragen müssen. «Zudem war es eine Beerdigung wie vor 50 Jahren. Das passt nicht zu Kreuzlingen.»

Nach einem zweiten Todesfall innert weniger Monate hätten sich die gleichen Angehörigen deswegen auswärts nach einer Pfarrperson für die Beerdigung umgeschaut. «Ihr habt da eine Baustelle», richtete sich der Kirchbürger an die Kirchenvorsteherschaft. «Überdenkt nochmals die Organisation.» Vor allem, da ein neuer Pater nach Kreuzlingen kommen solle, um hier Deutsch zu lernen. «Wie soll das gehen?» Das Votum war auch im Anschluss an die Versammlung Thema unter den Anwesenden.

Die Kirchenvorsteherschaft wird das Thema behandeln

Beat Krähenmann, Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, hat schon an der Versammlung sein Bedauern geäussert, dass die Beerdigung für den Kirchbürger und dessen Angehörigen frustrierend war. «Die Gestaltung von Gottesdiensten und Beerdigungen gehört allerdings nicht in die Zuständigkeit der Kirchenvorsteherschaft», sagt er auf Anfrage. Das gehöre zu den pastoralen Aufgaben, und Pfarradministrator Jan Walentek, der die Pfarreien St. Ulrich und St. Stefan leite, habe das Votum an der Versammlung zur Kenntnis genommen. Sie hätten sich bereits darüber ausgetauscht, sagt der Präsident. «Wir werden das Thema an der kommenden Sitzung in der Vorsteherschaft nochmals besprechen.»

Pater Edward ist kurzfristig als Unterstützung eingesprungen

Der polnische Pater Edward Nocun ist seit Anfang Jahr in Kreuzlingen mit einem 50-Prozent-Pensum als Kaplan tätig. Als Unterstützung für Jan Walentek, befristet für ein Jahr. «Pater Edward hätte Ende letzten Jahres auch einen anderen Weg einschlagen können, um eine Aufgabe in seinem Heimatland Polen zu übernehmen», sagt Krähenmann. «Er hat sich aber bereit erklärt, nach Kreuzlingen zu kommen und Pater Jan zu unterstützen. Dafür bin ich sehr dankbar.» Dass die Deutschkenntnisse des Polen bemängelt werden, hat ihn nicht so überrascht, weil er dies nach Gottesdiensten auch schon gehört hat. «Ich gehe allerdings oft in die Kirche und verstehe ihn. Seine Aussprache wird immer deutlicher.» Zudem bestehe zwischen der Warschauer Provinz der Redemptoristen und der Diözese Basel eine Abmachung, dass der Ordenspriester den Nachweis der deutschen Sprachfähigkeit auf der Stufe C1 erbringen muss. «Pater Edward erfüllt dieses Kriterium.» Er leitete früher eine Pfarrei in Bayern und war zuletzt in Tuttlingen als Priester in der Italiener Mission tätig.

Bezüglich des Vorwurfs, dass die Beerdigung wie vor 50 Jahren gehalten wurde, sagt Krähenmann: «Pater Edward ist 68 Jahre alt. Er hält einen Gottesdienst so, wie er sich das gewohnt ist und es für richtig hält.» Er sei eben kein junger und moderner Pfarrer. «Wir können nicht von ihm erwarten, dass er sich auf die Schnelle ändert.»

Junger Pater ist eine grosse Chance für die Kirchgemeinde

An der Versammlung hat Beat Krähenmann angekündigt, dass der Provinzial der Redemptoristen in Polen angekündigt hat, einen jungen Pater nach Kreuzlingen zu schicken. «Pater Stanislav wird im Sommer nach Bernrain ziehen.» Er hat derzeit die deutsche Sprachfähigkeit auf der Stufe B1 und erhält in Kreuzlingen die Möglichkeit, sich einerseits die deutsche Sprache noch stärker anzueignen, und andererseits sich an die schweizerischen Gepflogenheiten und Mentalität zu gewöhnen. «Die Missio des Bistums wird er erst erhalten, wenn er das Diplom C1 vorweisen kann. Über die Anstellung in unserer Kirchgemeinde wird die Kirchenvorsteherschaft nach Zusage der Missio entscheiden», erklärt der Kirchpräsident. Es sei angedacht, dass Pater Stanislav Ende Jahr Pater Edward ablösen werde. «Das ist doch eine perfekte Ausgangslage und eine grosse Chance für uns», findet Krähenmann. Die Möglichkeit einen jungen Priester in die Kirchgemeinde zu integrieren, sei doch etwas Wunderbares. «Ich werde mich dafür einsetzen, dass dies auch gelingen wird.»

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