Kreuzlinger Stadthaus muss in die zweite Extrarunde

Mehrere Einsprecher ziehen den Entscheid des Departementes für Bau und Umwelt zur Ausnahmebewilligung weiter.

Martina Eggenberger Lenz
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Neben dem Kultur- und Sportzentrum Dreispitz soll das neue Verwaltungsgebäude gebaut werden. (Bild: Reto Martin)

Neben dem Kultur- und Sportzentrum Dreispitz soll das neue Verwaltungsgebäude gebaut werden. (Bild: Reto Martin)

Es ist gekommen, wie angedroht und erwartet: Mehrere Einsprecher haben sich entschlossen, den Entscheid des Departementes für Bau und Umwelt zum geplanten Stadthaus auf dem Bärenplatz weiterzuziehen. Somit wird sich auch das Thurgauer Verwaltungsgericht mit dem 111 Meter langen Bau befassen müssen.

Einer der Einsprecher, Jost Rüegg, hatte bereits unmittelbar nach Bekanntwerden des DBU-Entscheids angekündigt, dass man diesen weiterziehen werde. Stadtpräsident Thomas Niederberger bestätigt auf Anfrage, dass mit Ablauf der Frist gleich mehrere Einsprecher Beschwerde eingereicht hätten.

«Wir hatten zwar auf Grund des klaren Entscheids des DBU gehofft, dass sich die Einsprecher einen Weiterzug noch einmal überlegen. Dass sie sich doch dafür entschieden haben, erstaunt uns aber nicht»,

erklärt der Stadtpräsident. Für die Stadt bedeute das, dass der Planungsstopp andauere. Immerhin erhofft sich Niederberger, dass das Verwaltungsgericht schneller zu einem Fazit kommt als das Departement. Dieses benötigte zur Behandlung der Einsprachen bekanntlich über ein Jahr.

Initianten warten Beglaubigung ab

Gleichzeitig läuft am Montag, 18. November, die Sammelfrist für die Initiative zur Freihaltung der Festwiese ab. Peter Müller, Mitglied des Komitees, erzählt, man werde die Unterschriften ohne Einbezug der Öffentlichkeit an die Verwaltung übergeben. Wenn dann die Unterschriften beglaubigt seien, werde man das definitive Resultat erfahren. Dies dauere voraussichtlich zwischen einer Woche und zehn Tagen.

Die Initianten erwarten aber auf jeden Fall «ein Glanzresultat». «Dass wir in der Hälfte der Zeit bereits das Quorum erreichen konnten, hat mich selber erstaunt», betont Müller. Er ist wie die anderen Mitglieder des Initiativkomitees nach wie vor der Überzeugung, dass die Unterschriftensammlung das Verfahren beschleunigt, «weil wir so schneller zu einer anderen Lösung kommen. Und zu einer billigeren.»

Nicht umsonst habe der Stadtrat einst Land an der Marktstrasse gesichert. «Ein Stadthaus soll ein Stadthaus sein, nicht zwingend ein Begegnungszentrum», meint der pensionierte Sekundarlehrer.

Einsprachen klar abgelehnt: Das Kreuzlinger Stadthaus darf länger als 50 Meter gebaut werden – aber...

Das kantonale Departement für Bau und Umwelt hat nach über einem Jahr endlich entschieden: Das geplante 50-Millionen-Projekt auf dem Bärenplatz ist grundsätzlich genehmigungsfähig, die benötigten Ausnahmebewilligungen sind erteilt. Gleichzeitig läuft aber eine Volksinitiative, welche den Bau an diesem Ort verhindern will und es läuft noch die Beschwerdefrist ans Verwaltungsgericht.
Urs Brüschweiler