Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Nach unfreiwilliger Namensänderung: Kreuzlinger Seniorin hat ihren Nachnamen zurück

Gerda Casagrande heisst endlich wieder so, wie sie die letzten dreissig Jahre geheissen hat. Das verdankt sie nicht der Einsicht der Behörden, sondern einer offiziellen Namensänderung.
Martina Eggenberger Lenz
Gerda Casagrande mit ihrer neuen Identitätskarte. (Bild: Gerda Casagrande)

Gerda Casagrande mit ihrer neuen Identitätskarte. (Bild: Gerda Casagrande)

Der Name auf der Identitätskarte und jener der Frau, die sie in der Hand hält, stimmen wieder überein. Gerda Casagrande zeigt den Ausweis mit dem neuen alten Namen. Casagrande steht da. Casagrande – so hiess die Kreuzlinger Seniorin seit ihrer Heirat 1984 bis zum Sommer 2016.

Dann geschah das Unglaubliche: Die 79-Jährige beantragte eine neue ID und hiess plötzlich Casagranda. Ihr wurde mitgeteilt, dass sie im Infostar-System, dem elektronischen Register der Zivilstandsämter, als Gerda Casagranda registriert sei. Die verwitwete Frau konnte das nicht glauben. Alle Dokumente ihres Ehemannes lauteten stets auf den Namen Casagrande: Schulzeugnisse, Arbeitsbestätigungen, Familienbüchlein, sogar Inschriften der Verwandten auf den Grabsteinen.

Amt beruft sich auf alte Registerblätter

Also setzte sich die Kreuzlingerin mit dem Zivilstandsamt Schwyz in Verbindung, zu dem der Bürgerort der Familie, Riemenstalden, gehört. Doch die dortige Leitung gab sich unnachgiebig. Die beantragte Berichtigung wurde abgelehnt. Das Zivilstandsamt berief sich in seiner Begründung auf den Primärregistereintrag von Karl Casagranda, dem Vater des Mannes von Gerda Casagrande. Der Italiener wurde am 3. Dezember 1915 in Riemenstalden eingebürgert. Das Zivilstandsamt schrieb der Kreuzlingerin weiter, dass die Familienregisterblätter ebenfalls auf -a lauten würden.

Der gebürtigen Deutschen blieb also nur noch ein Weg, um schnell wieder zu ihrem Namen zu kommen: Sie beantragte offiziell eine Namensänderung. Das kantonale Departement für Justiz und Sicherheit hat diese Ende September genehmigt. Die Änderung ihres Namens von Casagranda auf Casagrande hat die Seniorin 250 Franken gekostet.

«Jänu, wenigstens war der neue Heimatschein gratis»,

sagt sie. Gerda Casagrande ist überzeugt, dass die Sache mit dem a auf einen Fehler des Zivilstandsamtes zurück zu führen ist. «Irgendwann vor hundert Jahren muss sich mal einer verschrieben haben.» Casagrande gebe es auf der ganzen Welt. Casagranda hingegen fast nirgends. Die rüstige Rentnerin ist froh, dass die Odyssee um ihre Identität ein gutes Ende gefunden hat. «Jetzt hoffe ich nur, das Steueramt schickt mir die nächste Rechnung auf den richtigen Namen», meint Gerda Casagrande lachend.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.