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Kreuzlinger Schulpräsidentenwahl: Ein Mann mit dem Unternehmer-Blick kandidiert

Markus Baiker will die Strukturen der Schulgemeinde durchleuchten und optimieren. Dem parteilosen Kandidaten für das Schulpräsidium ist die Zukunft wichtiger als die Vergangenheit.
Martina Eggenberger Lenz
Markus Baiker erklärt im Gespräch, welche Pläne er mit den Kreuzlinger Schulen hat. (Bild: Reto Martin)

Markus Baiker erklärt im Gespräch, welche Pläne er mit den Kreuzlinger Schulen hat. (Bild: Reto Martin)

Jetzt kandidiert er also für das Schulpräsidium. Und diese Kandidatur ist gleichzeitig seine letzte Chance, den Olymp der Lokalpolitik zu besteigen, beziehungsweise an die Spitze einer Exekutive zu gelangen. Das Ziel ist erreichbarer als 2007, als Markus Baiker Stadtammann werden wollte. Damals waren sechs Mitbewerber am Start. Nun muss sich der 60-Jährige nur noch gegen eine offizielle Konkurrentin durchsetzen.

Mr. Fantastical und Narren-Präsident

Markus Baiker kennt in Kreuzlingen jeder. Er steht gerne vorne hin und übernimmt Verantwortung. Er ist Mr. Fantastical, Präsident der Emmishofer Narren, war schon Präsident der Gewa und von Kreuzlingen Tourismus. Als CVP-ler war er Mitglied des Gemeinderates. Zuletzt trat er als Chef des Pro-Komitees für den Egelsee-Neubau in Erscheinung. Die Liste der Ämtli, die Baiker schon bekleidete, scheint fast absurd lang.

«Ich bin verankert in diesem Kaff»

Er selber sagt: «Ich bin ein Urkreuzlinger, bin verankert in diesem Kaff. Seit meiner Kindheit engagiere ich mich. Die Eltern haben das vorgemacht.» Der Vater war Stadtrat, die Familie CVP geprägt. Markus Baiker war in der Jungwacht sehr aktiv. Mit Anfang 20 wechselte er zu den Narren, die nebst der Familie zu einer seiner wichtigsten Konstanten wurden. Fast 40 Jahre ist er nun dabei. Diesen Sommer durfte er mit seinen Kollegen den Prix Kreuzlingen entgegen nehmen.

An die Pension denkt er noch lange nicht

Auch in seiner beruflichen Laufbahn hat der gelernte Elektroingenieur schon einiges erlebt und den Arbeitgeber mehrfach gewechselt. Nach dem Studium zog es ihn erst einmal zum Circus Knie, wo er «den Schraubenzieher brauchen» wollte. Danach kamen Jobs bei mehreren bekannten Grossunternehmen der Sparten Industrie und IT. Seit Mai ist Baiker Verkaufsleiter für Grosskunden bei Trend Micro in Wallisellen.

Ein Spontanentscheid

Warum will er sich mit 60 noch einmal neu orientieren? Letztlich sei es ein Spontanentscheid gewesen: Baiker wollte Kreuzlingen die Wahl ermöglichen. «Das wäre sicherlich mein letzter Job. Aber ich würde ihn zwei Legislaturen machen.» Dass er über das Pensionsalter hinaus beruflich aktiv sein wolle, sei sowieso klar.

«Ich höre doch nicht mit 65 einfach auf»

betont der Familienvater, schüttelt dabei den Kopf. Am Schulpräsidium reize ihn besonders, die Strukturen nach der langen Ära Jürg Schenkels zu analysieren und zu optimieren. Er wolle der Schule den Weg in die Zukunft ebnen. Da brauche es einen wie ihn, einen der «unternehmerisch zieht».

30 Kommissionen sind zu viel

Es laufe vieles sehr gut. Doch es spreche nichts dagegen, auch einmal nach rechts und links zu schauen und andere Erfolgsmodelle zu prüfen. Zum Beispiel sind die knapp 30 Kommissionen dem Kandidaten ein Dorn im Auge.

Was sich Privatschulen längst auf die Fahne geschrieben haben – Kompetenzen schulen, Talente fördern – interessiert Baiker auch für die Volksschule. «Man muss den Spielraum, der einem vom Kanton gewährt wird, diesbezüglich ausnutzen.»

Verbesserungspotenzial im Bereich Kommunikation

Er stehe ein für moderne Arbeitsformen und Teilzeitstellen, erklärt der Kandidat, der parteilos ist, seit er vor rund zehn Jahren der CVP wegen Antipathien mit der damaligen lokalen Führungscrew den Rücken gekehrt hat. Auch stehe er hinter den Tagesstrukturen. «Allerdings glaube ich, dass die Eltern hier finanziell noch mehr in die Pflicht genommen werden sollten.» Woran Markus Baiker als Schulpräsident unbedingt würde arbeiten wollen, ist die Kommunikation nach aussen. «Es geht darum, Transparenz zu schaffen. Auch mal zu sagen, woran die Behörde arbeitet.»

Affäre Zweifel: «Ein schwieriges Thema»

Die Kommunikation sei auch im Fall der Auseinandersetzung zwischen der Behörde und deren Ex-Präsidenten unglücklich gelaufen, meint Baiker. Ansonsten übt er sich mit Äusserungen zur Affäre Zweifel in Zurückhaltung. «Es ist ein schwieriges Thema. Wenn die Parteien Stillschweigen vereinbart haben, dann gibt es keine Chance für eine Aufklärung.» Würde er gewählt, würde er zu diesem Thema zwar Informationen einholen, «aber vorwärts schauen».

In den Wahlkampf geht Baiker ohne Partei im Rücken. Ob er ungebunden bleibt, lässt er offen.

«Die Parteifrage hat für mich nicht erste Priorität. Mir wäre es viel wichtiger, mich kantonal mit anderen Schulvertretern zu vernetzen.»

Der Verkaufsleiter, der in seinem Job viel in der ganzen Schweiz unterwegs ist, will den Fokus klar auf die Funktion in Kreuzlingen legen. Er sieht keine Notwendigkeit einer Verpolitisierung des Amtes. Ein Aspekt würde ihn im Fall einer Wahl persönlich freuen: «Ich könnte wieder einmal mit dem Velo zur Arbeit fahren.»

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