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Burnout-Symptome und Kritik von eigener Behörde: Kreuzlinger Schulpräsident sieht Rücktritt als einzige Lösung

René Zweifel meldet sich zu Wort. Er bedankt sich nach den Rücktrittsforderungen der Kreuzlinger Schulbehörden für die grosse Solidarität aus der Bevölkerung. Seinem erneuten krankheitsbedingten Ausfall liegen Burnout-Symptome zu Grunde, wie der Schulpräsident mitteilt.
Nicole D'Orazio
Der Kreuzlinger Schulpräsident René Zweifel. Die Schulbehörden haben ihn zum Rücktritt aufgefordert. (Bild: Andrea Stalder)

Der Kreuzlinger Schulpräsident René Zweifel. Die Schulbehörden haben ihn zum Rücktritt aufgefordert. (Bild: Andrea Stalder)

«Viele Menschen – Lehrpersonen, Stimmbürgerinnen und Stimmbürger in Kreuzlingen – haben die letzten Tage ihre Solidarität und Unterstützung kundgetan. Das hat mich sehr gefreut und zeigt mir, einiges richtig gemacht zu haben», schreibt der Kreuzlinger Schulpräsident in einer Mitteilung am Montagnachmittag. «Doch nicht zuletzt auf Grund der jüngsten Vorkommnisse und des Verhaltens der Schulbehörden muss ich erkennen, dass das Vertrauensverhältnis massiv gestört ist, und so die Grundvoraussetzungen für eine konstruktive und lösungsorientierte Zusammenarbeit zum Wohle der Schulen Kreuzlingen in Zukunft nicht mehr gegeben sind.»

Er erachte deswegen weiterhin einen Rücktritt seinerseits als wohl unausweichlich. Zweifel bedauert dies ausserordentlich, da die Schulen Kreuzlingen doch auf eine erfolgreiche Zeit unter seiner Präsidentschaft zurückblickten. «Für die vielen motivierenden und anerkennenden Zeichen der letzten Tage möchte ich mich bei allen bedanken.»

Die Behörde will einen personellen Neuanfang

Letzte Woche wurde publik, dass die Kreuzlinger Primar- wie auch die Sekundarschulbehörde seit Mai den Rücktritt von Zweifel fordern. «Die Behörden sind übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass das Vertrauen in René Zweifel als Schulpräsident schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben sei und man ist gemeinsam zur Überzeugung gelangt, dass es an der Spitze der Primar- und Sekundarschule Kreuzlingen zwingend einen personellen Neuanfang braucht», hiess es in einer Mitteilung an die Mitarbeiter, die unserer Zeitung vorliegt. Zudem hiess es, dass Zweifel die Anforderungen an einen Schulpräsidenten nicht erfülle.

Was genau ihm vorgeworfen wird, darüber schweigen sich die Behörden aus. Das Vertrauen bröckle schon länger. Das habe schon vor der Krebserkrankung von Zweifel begonnen, sagte Michael Thurau, Vizepräsident der Sekundarschulbehörde auf Anfrage. Mit der Krankheit hätte das Ganze nichts zu tun. Im vergangenen August wurde beim Schulpräsidenten Mundhöhlen-Krebs diagnostiziert. Nach längerer Absenz kehrte er im März dieses Jahres Teilzeit in sein Amt zurück, ehe er wieder gesundheitsbedingt ausfiel. Weswegen war bisher nicht bekannt. Laut Gerüchten handelt es sich um eine psychische Erkrankung.

Zweifel litt an Burnout-Symptomen

«Es kursieren Gerüchte über meine Erkrankung nach der Rückkehr von meiner Abwesenheit und nach meinem siegreichen Kampf gegen den Krebs», schreibt Zweifel am Montag. «Die hohe Belastung, vorerst in einem Teilzeitpensum, durch die mit Nachdruck gestellten Erwartungen und – für mich in Art und Umfang gänzlich neuen – Vorwürfe zu meiner Amtsführung durch die Behörden führten zu Burnout-Symptomen.» Gleichzeitig hätten die unterschiedlichen Auffassungen zwischen ihm und den Behördenmitgliedern über die Organisation und Führung der Schulverwaltung auch in dieser Phase nicht ausgeräumt werden können. Seine Erfahrung als Schulpräsident von Kreuzlingen und der Vergleich mit Schulgemeinden ähnlicher Grösse im Kanton hätten ihn zur Überzeugung gebracht, dass gewisse Aufgaben in der Verwaltung mit einer zusätzlichen Kaderstelle erfüllt werden müssten.

«Es geht mir heute gesundheitlich gut. Gleichzeitig kann ich bestätigen, dass die Verhandlungen auch seitens der Schulbehörden vor wenigen Tagen wieder aufgenommen worden sind», teilt der Schulpräsident mit. «Ich erwarte hier eine für mich und meine Familie sozialverträgliche Lösung. Ich habe meine Verhandlungsbereitschaft zum Wohle der Schulen Kreuzlingen mehrfach signalisiert.» Weiter wolle er sich zu den Rücktrittsverhandlungen nicht äussern.

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