Kreuzlinger Schulen machen je einen Millionengewinn

Sowohl die Primar- wie auch die Sekundarschulgemeinde wirtschaften erfolgreich. Entscheidend für die finanzielle Zukunft ist die Revision des Finanzausgleichs.

Urs Brüschweiler
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Am 1. Mai tritt die neue Schulpräsidentin Seraina Perini ihr Amt an.

Am 1. Mai tritt die neue Schulpräsidentin Seraina Perini ihr Amt an.

Die Rechnungsabschlüsse sind wiederum sehr erfreulich, die Finanzen gesund. Die beiden Vize-Schulpräsidenten Michael Thurau und Markus Blättler sind sich da mit Finanzchefin Susanne Burgmer einig. 1,3 Millionen Franken Ertragsüberschuss weist die Sekundarschule für 2018 aus, gar 1,5 Millionen Franken sind es bei der Primarschule. Die Steuereinnahmen lagen zwar etwas unter Budget, vor allem die Einnahmen aus der Grundstückgewinnsteuer konnten dies aber mehr als nur kompensieren.

30 Prozent der Ausgaben für Frauenfeld

Das grosse Thema bei den Schulfinanzen ist nach wie vor der Beitrag in den kantonalen Finanzausgleich. 30 Prozent der Gesamtausgaben der Sekundarschule werden nach Frauenfeld abgeliefert. Bei der Primarschule sind es um die 10 Prozent. Die Revision des entsprechenden Gesetzes steht im Frühling an. Der Grosse Rat wird es am 24. April zum ersten Mal beraten.

Nach dem aktuellen Entwurf, mit dem die Vertreter der Kreuzlinger Schule nur sehr bedingt zufrieden sind, könnte sich die Sekundarschule 2021 satte 7,6 Steuerfussprozente sparen. Die Primarschulgemeinde müsste jedoch gemäss dieser Prognose 1,6 Steuerfussprozente mehr verlangen. Insbesondere die Schulen Frauenfeld und Kreuzlingen würden nach wie vor eine zu grosse Last tragen, im Vergleich zum Kanton, findet Susanne Burgmer.

Abstimmungen zur Vergrösserung der Horte

Selber in der Hand haben die Schulgemeinden hingegen die Investitionen. 2018 hat die Primarschule die Schulhäuser Seetal und Schreiber in grösserem Stil saniert. Die Sekundarschule modernisierte die Schulhäuser Pestalozzi und Egelsee. Doch zahlreiche Projekte stehen für die kommenden Jahre vor der Tür. Um die Erweiterung der Schule mit Tagesstruktur realisieren zu können, sind ein Neubau beim Hort Tannegg für 3,1 Millionen Franken (brutto) und ein Erweiterungsprojekt beim Hort Weinburg für 3,85 Millionen geplant. Die Volksabstimmungen dazu finden am 19. Mai statt. Bauprojekt in der Pipeline Der neue Kindergarten Wehrli wird gebaut. Die Sanierung der Turnhalle Egelsee, beziehungsweise der Einbau einer Fluchttreppe, werde dieses Jahr angegangen, ebenso wie das Dach des Remisbergs. Für das Thermalbad Egelsee wolle man im Herbst das Baugesuch einreichen.

Abstimmungsinformationen

Am 4. Mai, von 10 bis 12 Uhr, finden in den Kinderhorten Tannegg, Tanneggstr. 2 und Weinburg, Bernrainstr. 13, I nformationsveranstaltungen statt. Vorgestellt werden die Bauprojekte, über welche am 19. Mai abgestimmt wird. Am selben Tag entscheiden die Bürger über die Jahresrechnungen und wählen die Nachfolgerin von Behördenmitglied Toni Waltisberg.

Untersuchungskommission ist an der Arbeit

Am 1. Mai beginnt die Amtszeit der neu gewählten Schulpräsidentin Seraina Perini. Die Einarbeitung habe bereits begonnen. Die Vizepräsidenten der beiden Behörden, Michael Thurau und Markus Blättler stehen seit fast 20 Monaten in der Verantwortung, seit dem krankheitsbedingten Ausfall und späteren Rücktritt von Schulpräsident René Zweifel. In ihren Jahresberichten bedanken sich Thurau und Blättler bei den Mitarbeitenden und Behördenmitgliedern für die grosse Unterstützung und gute Zusammenarbeit in dieser Phase. Thurau, der im Sommer sein Amt abgeben wird, äussert einen persönlichen Wunsch: Mehr Vertrauen in die Arbeit der Behördenmitglieder. Deren Engagement sei immer für die Sache der Schule. Dass von aussen gesehen manchmal Entscheidungen getroffen werden, die nicht immer nachvollzogen werden können, liege in der Natur der Sache.

Derweil ist die von den Schulbehörden eingesetzte Kommission zur Untersuchung der Vorgänge um den Rücktritt von René Zweifel intensiv an der Arbeit, heisst es in einer Pressemitteilung. Im ersten Schritt sei eine Chronologie der Ereignisse erstellt worden. Weiter erfolgte die Befragung der beteiligten Personen. Mit René Zweifel, Mitarbeitenden der Schulverwaltung, den Schulleitungen sowie den Mitgliedern der Schulbehörden seien Gespräche geführt worden. «Diese Befragungen sind abgeschlossen.» Die Untersuchungskommission würdigt nun die Informationen, beantwortet die gestellten Fragen und erstellt den Untersuchungsbericht. Das Ziel der Kommission bleibe, diesen Bericht noch im ersten Halbjahr 2019 abliefern zu können.