Kreuzlinger Schulen budgetieren für 2020 Minus im Millionenbereich

Die Revisionen des Steuergesetzes und des Finanzausgleichs beeinflussen die Zahlen massiv. Es gibt aber auch gute Neuigkeiten.

Martina Eggenberger Lenz
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Soll demnächst saniert werden: die Villa Louisa, in der sich die Schulverwaltung befindet. (Bild: Donato Caspari)

Soll demnächst saniert werden: die Villa Louisa, in der sich die Schulverwaltung befindet. (Bild: Donato Caspari)

Natürlich hätte die Kreuzlinger Schulpräsidentin bei ihrem ersten Budget lieber andere Zahlen präsentiert. Aber Seraina Perini hat gewusst, dass sie um diesen Aufwandüberschuss nicht herumkommen wird. Schliesslich war dieser angezeigt und er ist erklärbar.

Die Steuergesetzrevision steht im Raum, und die Verantwortlichen der Kreuzlinger Schulen haben sich entschieden, diesen trotz ergriffenem Referendum einzukalkulieren. Zudem kommt die Revision des Finanzausgleiches, sie schlägt sich aber erst 2021 in den Zahlen nieder. Das neue Beitragsgesetz wirkt sich eher positiv auf die Schulfinanzen aus, die Steuergesetzrevision hingegen nicht. Deshalb ist 2020 ein negatives Spezialjahr.

Für die Sek budgetiert die Behörde ein Minus von 1,465 Millionen Franken, für die Primarschule einen Aufwandüberschuss von 1,075 Millionen. Die Situation ist allerdings nicht besorgniserregend.

«Wir geben unser Geld am richtigen Ort aus»,
Schulpräsidentin Seraina Perini.

Schulpräsidentin Seraina Perini.

betont Seraina Perini. Damit meint sie, dass bei der Primarschule zwei Drittel des Umsatzes in die Schule und deren Infrastruktur fliessen. Bemerkbar machen sich hier die höheren Kosten für die Horte auf Grund der zusätzlichen Betreuungsplätze, die neugeschaffene Stelle des Liegenschaftenverwalters oder auch diverse Fördermassnahmen.

Wachsende Schülerzahlen erfordern Erweiterungen

Bei der Sekundarschule geht ein voller Drittel in die Kasse des Finanzausgleichs, eine halbe Million mehr als im Vorjahr. 7,35 Millionen Franken liefert die Sek nächstes Jahr nach Frauenfeld ab. Die Schülerzahlen wachsen in beiden Schulgemeinden weiter an. Das hat Auswirkungen auf die Zahl der Klassenzüge und auch auf die räumlichen Begebenheiten. Bei der Primarschule steht die Erweiterung des Schulzentrums Bernegg an, sofern das Volk Ja sagt.

Die bereits bewilligten Hort-Neubauten stehen auf der Investitionsliste, diverse Renovationen und die Sanierung der Villa Louisa, in der sich die Verwaltung befindet. «Einerseits ist das Gebäude überhaupt nicht behindertengerecht, andererseits haben wir einen erweiterten Raumbedarf», betont die Schulpräsidentin. Im Lauf des nächsten Jahres will sie mit einer Volksabstimmung das Okay der Bürger einholen. Eine Abstimmung wird es auch zu einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Schulzentrums Remisberg geben.

Steuerfüsse werden angepasst

Finanzchefin Susanne Burgmer zeigte auf, dass mit gesicherten Werten aus Steuergesetzrevision und Finanzausgleich bei der Primarschule der Steuerfuss ab 2021 wohl um 2 bis 3 Prozent erhöht werden müsste. Gleichzeitig wäre bei der Sek voraussichtlich eine Steuerreduktion um bis zu 5 Prozent möglich. Im Jahr 2020 soll allerdings noch alles beim Alten bleiben. Die negativen Ergebnisse gehen zu Lasten des Eigenkapitals, das aber immer noch auf gutem Niveau bleibt. Auch bei der Verschuldung ist Kreuzlingen in einem komfortablen Bereich.

Die Abstimmungen über die Budgets finden am 24. November statt.