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«Er erfüllt die Anforderungen nicht»: Kreuzlinger Schulbehörden fordern ihren eigenen Präsidenten zum Rücktritt auf

Knall in der Schule Kreuzlingen: Die Mitglieder der Primar- und Sekundarschulbehörde haben den Schulpräsidenten seit Mai in mehreren Gesprächen dazu aufgefordert, sein Amt aufzugeben. Das Vertrauen sei nicht mehr gegeben und man sei der Überzeugung, dass es an der Spitze einen personellen Neuanfang braucht, heisst es.
Nicole D'Orazio
Der Kreuzlinger Schulpräsident René Zweifel. Er wird von den zwei Schulbehörden zum Rücktritt aufgefordert. (Bild: Andrea Stalder)

Der Kreuzlinger Schulpräsident René Zweifel. Er wird von den zwei Schulbehörden zum Rücktritt aufgefordert. (Bild: Andrea Stalder)

Das ist dicke Post. Die Primar- und Sekundarschulbehörde Kreuzlingen haben am Samstagabend eine Mitarbeiterinformation an die Lehrerschaft versendet. Dieses liegt unserer Zeitung vor. Es geht darin um den Schulpräsidenten René Zweifel. «Wir teilen Ihnen mit, dass René Zweifel nach einem Beschluss beider Schulbehörden vom 3. Mai 2018 in verschiedenen Gesprächen dazu aufgefordert wurde, sein Amt als Schulpräsident aufzugeben und den Rücktritt zu erklären», heisst es. «Die beiden Behörden sind übereinstimmend zum Schluss gekommen, dass das Vertrauen in René Zweifel als Schulpräsident schon seit längerer Zeit nicht mehr gegeben sei und man ist gemeinsam zur Überzeugung gelangt, dass es an der Spitze der Primar- und Sekundarschule Kreuzlingen zwingend einen personellen Neuanfang braucht.»

Es sei gerade auch aufgrund der aktuell anstehenden, vielfältigen und wichtigen Themen in den Schulen - zum Beispiel die Schulraumentwicklung, die pädagogische Entwicklung oder das Projekt Hallenbad Egelsee - entscheidend, dass das Vertrauen vorhanden ist, heisst es weiter. Zudem komme die Interimslösung mit den beiden Vizepräsidenten im Teilzeitamt insgesamt an ihre Grenzen.

Die Interimslösung wurden notwendig, da René Zweifel aus gesundheitlichen Gründen sein Amt ein halbes Jahr nicht ausführen konnte (unsere Zeitung berichtete). Im vergangenen August wurde bei ihm Mundhöhlen-Krebs diagnostiziert. Nach längerer Absenz kehrte er im März dieses Jahres Teilzeit in sein Amt zurück. In den letzten Wochen hat man ihn jedoch an keinen schulischen Anlässen mehr gesehen. Es kursieren schon länger Gerüchte, dass der Schulpräsident wieder krank geschrieben sei.

Der Schulpräsident erfüllt die Anforderungen nicht

Die beiden Schulbehörden schreiben weiter, dass sie im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht, ihrer eigenen Feststellungen und Erfahrungen und aufgrund verschiedener Rückmeldungen während der letzten zwei Jahre feststellen mussten, «dass der aktuell gewählte Schulpräsident die Anforderungen, die das Amt des Schulpräsidenten mit sich bringen, in verschiedener Hinsicht nicht erfüllt.»

Seitens beider Behörden habe man Zweifel deshalb bereits in der Zeit seiner erneuten Krankschreibung ein Angebot zur frühzeitigen Beendigung seiner Amtstätigkeit unterbreitet, welches er entgegen erster Verlautbarungen nun doch nicht annehmen wolle. «René Zweifel hat gegenüber beiden Behörden verschiedentlich angekündigt, dass er das Amt zur Verfügung stelle, wenn er durch beide Behörden dazu aufgefordert werde. Zuletzt hat René Zweifel das Ende letzter Woche mit einer E-Mail bestätigt. Das Ziel sollte sein, dass dies bis Ende Juni kommuniziert werde.» Leider sei es nicht dazu gekommen, heisst es in der Mitteilung. Formell sei seitens René Zweifel kein Rücktrittsgesuch eingereicht worden.

Zweifel will wieder zu 50 Prozent arbeiten

«Die beiden Schulbehörden haben sich in den letzten Wochen stark darum bemüht, mit René Zweifel eine einvernehmliche Lösung zu finden. Leider müssen wir heute feststellen, dass diese nicht zu Stande gekommen ist», schreiben die Schulbehörden. René Zweifel hätte ihnen vor zwei Wochen mitgeteilt, er könne in den nächsten Tagen zu 50 Prozent wieder in die Amtsführung einsteigen und nach einer längeren Ferienabwesenheit, über die Schul-Sommerferien, die Amtsführung wieder zu 100 Prozent übernehmen. «Die Behörden sind übereinstimmend der Auffassung, dass sich dies aufgrund der aktuellen Situation sehr schwierig gestalten würde.»

Die beiden Schulbehörden seien in engem Kontakt und würden aufgrund der Entwicklungen die weiteren Schritte prüfen und wo notwendig auch die erforderlichen Entscheidungen treffen, steht in der Mitteilung. «Alle Behördenmitglieder haben sich, zum Teil seit vielen Jahren, stets im Sinne der Schule eingesetzt und möchten das gerne auch weiterhin tun.» Man werde aktuell keine Fragen beantworten und möchte darauf hinweisen, dass man den Persönlichkeitsschutz von René Zweifel weiterhin sehr ernst nehme.

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