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Kreuzlinger Schulbehörde muss nach Rücktrittsforderung heftige Kritik einstecken

Seit sie kommuniziert haben, dass sie Schulpräsident René Zweifel den Rücktritt nahe gelegt haben, stehen die Vorsteherschaften der Primarschul- und der Sekundarschulgemeinde unter Beschuss. Auch viele Lokalpolitiker haben kein Verständnis für das radikale Vorgehen.
Martina Eggenberger Lenz
Eingang zur Kreuzlinger Schulverwaltung. Hier hat der Präsident sein Büro. (Archivbild: sb)

Eingang zur Kreuzlinger Schulverwaltung. Hier hat der Präsident sein Büro.
(Archivbild: sb)

Unprofessionell, unkollegial, ungeschickt. So kommentieren Leserbriefschreiber und Facebook-Nutzer der Gruppe «Du bisch vo Chrüzlinge wenn...» das Vorgehen der Behörden der Schulgemeinden. Vergangenen Samstag haben diese die Bombe platzen lassen. Die Behörden haben sämtliche Mitarbeiter in einem Schreiben informiert, dass sie Schulpräsident René Zweifel aufgefordert hatten, sein Amt aufzugeben. Als Begründung wurde aufgeführt, dass die Behörden im Rahmen ihrer Aufsichtspflicht, ihrer eigenen Feststellungen und Erfahrungen und aufgrund verschiedener Rückmeldungen hätten feststellen müssen, dass der Schulpräsident die Anforderungen an das Amt nicht erfülle. Das Vertrauen sei nicht mehr gegeben.

Ehemalige Schüler melden sich zu Wort

Ausnahmslos negativ sind die Reaktionen auf die Information der Vorsteherschaft. Mehrere Gemeinderäte haben sich schon zu Wort gemeldet. Hanns Wipf, SP, bezeichnet das Vorgehen der Behörden als «daneben». Ramona Zülle, CVP, schreibt: «(...) Ein derat guter Mann, der einen tragischen Leidensweg hinter sich hat, hat solche Worte nicht verdient.» Mirko Spada, ehemaliger FDP-Gemeinderat, warnt davor, Unstimmigkeiten in der Öffentlichkeit auszutragen. Auf Facebook erzählen viele ehemalige Schüler René Zweifels, was für ein toller Mensch und Pädagoge er sei.

«Nur wenn die Behörde die Gründe für ihre Rücktrittsforderung schnellstens auf den Tisch legt, kann sie vielleicht ein Stück Glaubwürdigkeit zurück gewinnen. »
(Xaver Dahinden, ehemaliger Lehrer)

Eine Userin spielt mit dem Gedanken, eine Unterschriftensammlung für René Zweifel zu organisieren. Osman Dogru, SP, meint: Wenn die Behörde nicht damit klar komme, dass der Schulpräsident krank sei, dann habe sie die Wahl, zurück zu treten. Es ist nicht die einzige Rücktrittsforderung an die Adresse der Behörde. Xaver Dahinden, ehemaliger Lehrer, schreibt in seinem Leserbrief: «Wenn der Präsident zurücktritt, sollten dies die übrigen Behördenmitglieder auch tun. Sie sind nicht in der Lage, den Volkswillen umzusetzen.» Schliesslich habe das Volk den Schulpräsidenten 2015 gewählt und 2017 im Amt bestätigt

Die Lehrer eines Schulhauses wollten in einem offenen Brief ihr Unverständnis gegen den Entscheid äussern. Die Behörde habe, als sie davon erfuhr, die Lehrer ermahnt, sie seien ihrem Arbeitgeber gegenüber zu Loyalität verpflichtet. Wer sich nicht daran halte, müsse mit Konsequenzen rechnen.

Info war nicht für die Öffentlichkeit gedacht

Michael Thurau, Vizepräsident der Sek und momentan verantwortlich für die Kommunikation, meint zu den Äusserungen, dass viele in erster Linie die gesundheitliche Situation von René Zweifel sehen würden, was menschlich gesehen auch das Wichtigste sei. Die Behörden seien aber in einer anderen Rolle und es gebe eine Grundlage dafür, wie man entschieden habe. Das Vertrauen sei nicht mehr gegeben, betont Thurau einmal mehr, ohne zu präzisieren.

Er bedauert, dass die Geschichte publik gemacht wurde. Die Mitarbeiterinformation sei eine interne Information gewesen – und nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Gefragt nach der aktuellen Situation meint der Vizepräsident nur: «Wir sind in Gesprächen mit René Zweifel.» Er sei bis zum 30. Juni krank geschrieben gewesen. Seit wann, wird auch auf Nachfrage nicht gesagt. Gerade eben sei ein neues Arztzeugnis eingetroffen.

Michael Thurau, Vizepräsident der Sek Kreuzlingen. (Bild: Donato Caspari)

Michael Thurau, Vizepräsident der Sek Kreuzlingen.
(Bild: Donato Caspari)

Man habe dem Schulpräsidenten gesagt, man wünsche sich, dass er nicht wieder zur Arbeit erscheine. Das sei auch nicht passiert. «Wir wollen nach wie vor eine Lösung, die für beide Seiten passt.» Bislang habe man dem Schulpräsidenten offiziell keine Dossiers entzogen oder ihm Kompetenzen beschnitten.

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