Video berührt die Kreuzlinger Kantischüler

Die Jugendlichen interessieren sich für das Thema Flüchtlingspolitik. Simone Giger, die Chefin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit, hielt ein Referat darüber.

Annika Wepfer
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Die Schüler der Kantonsschule Kreuzlingen folgen dem Vortrag. (Bild: Reto Martin)

Die Schüler der Kantonsschule Kreuzlingen folgen dem Vortrag. (Bild: Reto Martin)

Der Grund für die volle Aula an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen ist ein Vortrag über die Flüchtlingspolitik der Schweiz. Das Thema wurde von den Schülern der Kantonsschule Kreuzlingen selber gewählt. Simone Giger, Chefin der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) des Bundes, kam direkt aus Bern in den Thurgau.

«Das Thema ist emotional extrem aufgeladen.»

Um den Vortrag einzuleiten, wird ein Quiz zum Thema Flüchtlingspolitik und Migration gespielt. Über eine App melden sich 120 Schüler an. Dabei werden Fragen wie «Wie viel Prozent der Schweizer Bevölkerung sind Ausländer?» oder «Aus welchem Land kommen die meisten Flüchtlinge?» gestellt. Es gibt vier mögliche Antworten. Am Schluss sieht man, von wie vielen Schülern welche Antwort ausgewählt wurde.

Nach dem unterhaltsamen Quiz mit überraschenden Antworten geht Simone Giger auf verschiedene Themen ein und erklärt diese sehr ausführlich. «Das Thema ist emotional extrem aufgeladen», sagt sie.

Die Schüler hören anfangs aufmerksam zu. Nach einer Stunde jedoch schwindet die Aufmerksamkeit langsam und einige gehen ans Handy oder schliessen ihre Augen. «Ich fand es interessant, mehr über das Thema Migration zu erfahren. An sich war der Vortrag aber etwas lange», findet die Schülerin Michelle Thür.

Simone Giger erzählt über die Flüchtlingspolitik in der Schweiz. (Bild: Reto Martin)

Simone Giger erzählt über die Flüchtlingspolitik in der Schweiz. (Bild: Reto Martin)

Das Schicksal des Mädchens aus Syrien

Um das Interesse der Schüler erneut zu wecken zeigt Giger einige Videos. In einem wurde ein Mädchen ein Jahr lang jeden Tag für eine Sekunde gefilmt. Man kann es anfangs noch glücklich in Syrien sehen. Dann kommt der Krieg. Das Mädchen leidet unter der Situation und flüchtet mit ihren Eltern. Sie muss die Grauen des Kriegs ertragen und ist am Schluss todunglücklich. Nach dem Film wird es ganz still in der Aula. Jeder ist emotional berührt.

«Wie funktionieren Rückführungen von Flüchtlingen?», fragt Samuel in der anschliessenden Diskussionsrunde. Giger antwortet: «Es gibt nur eine Handvoll Länder, die ihre Leute nicht mehr zurücknehmen. Mit den anderen funktioniert die Migrationszusammenarbeit aber sehr gut.» Die Schüler sind auch an Giger persönlich interessiert. So fragt beispielsweise Marina: «Was machen Sie genau?» Giger erklärt, «Wir haben ein Rotationssystem, das heisst wir können immer mal wieder in ein neues Land arbeiten gehen. Dort bestehen unsere Aufgaben daraus, unsere Projekte zu begleiten und Kontakte aufzubauen.»