Kreuzlinger Reformierte stimmen gegen das Sanierungsprojekt

Es ist ein deutliches Verdikt: Die evangelischen Kirchbürger haben die 8,5 Millionen Franken teure Sanierung des Kirchgemeindehauses klar verworfen. Die Vorsteherschaft zeigt sich darüber enttäuscht.

Nicole D'Orazio
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Sie sind enttäuscht: Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen mit Präsident Thomas Leuch (Mitte) und weitere Befürworter. (Bild: Andrea Stalder)

Sie sind enttäuscht: Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen mit Präsident Thomas Leuch (Mitte) und weitere Befürworter. (Bild: Andrea Stalder)

«Leider hat die Abstimmung ein deutliches Nein ergeben.» Thomas Leuch, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen war bei der Bekanntgabe des Abstimmungsresultats gestern sichtlich enttäuscht. Die Stimmbürger haben der Sanierung des Kirchgemeindehauses für 8,5 Millionen Franken nicht zugestimmt. 492 Nein-Stimmen standen 304-Ja-Stimmen gegenüber. 2 Wahlzettel waren ungültig und 9 leer.

Eingegangen waren 824 Stimmrechtsausweise von 4241 Stimmberechtigten. Das entspricht einer Stimmbeteiligung von 19,43 Prozent, was für die Verhältnisse der Kirchgemeinde hoch sei, wie Leuch sagt. Auch die zweite Vorlage für das Freiraumkonzept für 380'000 Franken wurde mit 443 Nein- zu 322 Ja-Stimmen abgelehnt. Hier waren 15 Wahlzettel leer.

Mit dem Verkauf der kircheneigenen Parzelle Anderwert, mit dem ein Teil der Bausumme hätte aufgebracht werden sollen, war der Souverän mit 408 Nein zu 372 Ja (16 leer) ebenfalls nicht einverstanden.

Viele hätten sich nicht gut informiert

«Ich hatte wirklich gehofft, dass sich die dunklen Wolken über unserem Vorhaben in den letzten Tagen noch verziehen würden», sagt Leuch.

«Doch die Polemik hat gegen den Verstand gesiegt.»

Es sei sehr schade, dass viele Leute schlecht informiert waren. Denn nur wenige seien unter anderem zum zweiten Informationsabend erschienen. «Die Gegner waren nicht genug mutig, zu uns zu kommen und sich zu informieren.» Er finde es auch bedenklich, wer hinter der Nein-Kampagne gestanden sei.

«Es gibt keinen Plan B. Momentan wird nichts passieren. Den Planungskredit für die Sanierung haben wir aufgebraucht», sagt Leuch weiter. Man müsse nun zusammen sitzen, nach Lösungen suchen und wieder Geld sprechen.

«Die Kritiker sollen uns nun aufzeigen, wo sie Millionen sparen wollen.»

Es sei ein gutes Projekt gewesen, das an den Finanzen gescheitert ist. «Kreuzlingen ist diesbezüglich halt ein schwieriges Pflaster.»

Auch Heinz Lanz ist enttäuscht. «Es ist schade. Jetzt müssen wir halt sparen und neu planen.» Kosten werde es die Kirchgemeinde sowieso etwas.

Beide Kandidaten in die Behörde gewählt

Die evangelische Kirchenvorsteherschaft ist wieder komplett. Beide Kandidaten wurden mit einem guten Resultat gewählt. Anke Rieche erhielt 527 Stimmen, Ronald Neely 517. Eingegangen waren 824 Stimmrechtsausweise, was einer Stimmbeteiligung von 19.43 Prozent entspricht.

Die Kreuzlinger Reformierten haben keinen Plan B

Die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde bekräftigt die Wichtigkeit der Sanierung des Kirchgemeindehauses. Der Abstimmung am 19. Mai schaut sie mit gemischten Gefühlen entgegen.
Nicole D'Orazio

Drei Kreuzlinger Kirchbürger ziehen die Notbremse

Das Projekt für die Sanierung und Erweiterung des evangelischen Kirchgemeindehauses sei überrissen und zu teuer, meinen Susanne Dschulnigg, Peter Gysler und Walter Studer. Sie fordern eine Denkpause.
Martina Eggenberger Lenz