Kreuzlinger Museum Rosenegg zeigt Werke von Hans Sauerbruch

Maler Hans Sauerbruch war Künstler und Humanist zugleich.
Eine Ausstellung zeigt nun sein vielseitiges Schaffen.

Barbara Hettich
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Matthias Sauerbruch, Sohn des verstorbenen Hans Sauerbruch, führt durch die Ausstellung im Museum Rosenegg. (Bild: Barbara Hettich)

Matthias Sauerbruch, Sohn des verstorbenen Hans Sauerbruch, führt durch die Ausstellung im Museum Rosenegg. (Bild: Barbara Hettich)

Hans Sauerbruch (1910–1996) war einer der bekanntesten Künstler der Region. In Konstanz ist eine Strasse nach ihm benannt und an zahlreichen Häuserfassaden kann man seine Graffitis bewundern. Er illustrierte Bücher und zeichnete während 40 Jahren für den «Südkurier». Hans Sauerbruch malte Szenen aus seinem Alltag, der Konstanzer Fasnacht, er malte die Menschen in seiner Umgebung und Landschaften; obwohl die Bodenseelandschaft eigentlich viel zu schön sei, um sie zu malen. «Ein beliebtes Zitat unseres Vaters», erzählt Matthias Sauerbruch, Sohn des Künstlers bei der Vorbesichtigung der Ausstellung.

Geboren ist Hans Sauerbruch in Marburg als Sohn eines Chirurgen. Er hätte in die Fussstapfen seines berühmten Vaters treten sollen, brach sein Medizinstudium aber ab, sehr zum Missfallen der Familie. Hans Sauerbruch wurde Kunstmaler und feierte bald erste Erfolge. Nach traumatischen Erfahrungen als Soldat in russischer Gefangenschaft im Zweiten Weltkrieg suchte er den Neuanfang in Konstanz.

Bundesverdienstkreuz und Konstanzer Ehrenbürger

«Er war ein sehr freundlicher Mann, der Menschen mit viel Empathie begegnete», sagt seine Tochter Bettina Sauerbruch-Meese. Für sein soziales Engagement wurde Sauerbruch mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet und zum Ehrenbürger der Stadt Konstanz ernannt.
Die Ausstellung im Museum Rosenegg ist eine Retrospektive des künstlerischen Schaffens von Hans Sauerbruch.

Obwohl nur ein kleiner Teil seiner zahlreichen Bilder zu sehen ist, zeigen sie eindrücklich die verschiedenen Dekaden auf: Von der strengen kubischen Komposition bis zu immer frei werdenden Arbeiten, in denen sich grafische Strukturen auflösen. «Er war einer der wichtigsten Maler seiner Generation», sagt Yvonne Istas, Leiterin des Museums Rosenegg. Die Ausstellung, die noch bis am 3. Februar zu sehen ist, soll Brücken zwischen Konstanz und Kreuzlingen schlagen.