Kreuzlinger Kultur muss sich klar profilieren

Über zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Kulturberichts liegt nun das erste städtische Kulturkonzept vor.

Hannah Engeler
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Dorena Raggenbass, Kurt Schmid und Christine Forster schauen im Kult-X einer Zukunft voller kultureller Höhepunkte entgegen. (Bild: Hannah Engeler)

Dorena Raggenbass, Kurt Schmid und Christine Forster schauen im Kult-X einer Zukunft voller kultureller Höhepunkte entgegen. (Bild: Hannah Engeler)

«Es ist eine Entwicklung der kleinen Schritte», sagt Dorena Raggenbass. Die Stadträtin bezieht sich auf die zukünftige Veränderungen im Kreuzlinger Kulturtreiben. Letzten Freitag hat sie zusammen mit Kurt Schmid und Christine Forster das erste städtische Kulturkonzept öffentlich vorgestellt.

Es basiert auf dem vor über zwei Jahren erstellten Kulturbericht. Dieser habe die Frage aufgeworfen, was Kreuzlingen an Kulturprofil besitzt, sagt Raggenbass. Der Stadtrat hat das Konzept bereits diesen Frühling genehmigt.

«Wir können stolz darauf sein, was wir haben. Das Problem besteht nicht darin, dass nichts läuft, sondern dass nicht profiliert wird», sagt Schmid, Mitautor des Kulturkonzepts. Er hat bereits den Kulturbericht verfasst und dabei das Kulturleben Kreuzlingens genauestens analysiert.

Kreuzlingen soll die Kultur vermehrt pflegen

Um diese Profilierung voranzutreiben, wird im Herbst eine neue Kulturkommission gegründet, welche den Stadtrat strategisch unterstützt. Man müsse beginnen, semi-professionelle Strukturen zu bilden. «Die Freiwilligenarbeit ist irgendwann ausgelastet», sagt Schmid.

Die Stadt müsse die Verantwortung für die Infrastruktur übernehmen. Ohne die professionelle Unterstützung sind die einzelnen Veranstalter überfordert. Genauso wie die Stadt dafür sorgt, dass die Blumenbeete regelmässig gepflegt werden, soll sie sich auch um die Kultur und deren Pflege kümmern.

Man sei sich bewusst, dass dadurch die Kulturkosten ansteigen werden. Damit Kreuzlingen bei der Finanzierung nicht allein gelassen wird, beruft man sich auf das Subsidiaritätsprinzip. Dies besagt, dass die Region und der Kanton in die Finanzierung mit einbezogen werden sollen.

«Schlussendlich profitiert von der Kreuzlinger Kultur der gesamte Kanton»

Seit der im Herbst 2017 gestarteten Pilotphase des Kult-X im Schiesser-Areal finden dort regelmässig erfolgreich Veranstaltungen statt. Vor allem das Kino findet unter der Kreuzlinger sowie auch Konstanzer Bevölkerung grossen Anklang. Deshalb soll dem Kulturzentrum auch in Zukunft hohe Priorität zugeschrieben werden.

Das Kult-X baut sein Angebot stetig aus

Die Eröffnung einer Bar, welche unabhängig von möglichen Veranstaltungen geöffnet ist, soll es der Bevölkerung ermöglichen, sich ungezwungen über kulturelle Themen auszutauschen.

«Eines ist klar: Es wird immer etwas laufen», sagt Christine Forster, Leiterin des Kult-X. Sie werde mit Emails und Anfragen geradezu überhäuft. Gegenwärtig sind das Z88 und das Theater an der Grenze Hauptveranstalter im Kulturzentrum. Das Kult-X ist nun dabei, weitere Künstler und Formate für zukünftige Veranstaltungen zu testen. «Eine profilierte Kulturszene in Kreuzlingen ist möglich, wenn diese aktiv durchgeführt wird», sagt Schmid.

KREUZLINGEN: «Die freche kleine Schwester»

Die Stadt legt ihren ersten Kulturbericht vor. Die umfangreiche Analyse soll nun die Basis bilden für ein städtisches Kulturkonzept, ebenso wie für das lang ersehnte Kulturzentrum im Schiesser-Areal.
Urs Brüschweiler