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Kreuzlinger Kirchbürger wollen mitmischen

Ein neuer Verein möchte die beiden katholischen Pfarreien mit Anlässen beleben. Die Führung der Kirchgemeinde nimmt die Gründung von «Plus 2000» etwas verwundert zur Kenntnis.
Martina Eggenberger Lenz
David Blatter präsidiert den Verein «Puls 2000». (Bild: Reto Martin)

David Blatter präsidiert den Verein «Puls 2000». (Bild: Reto Martin)

Einigen Katholiken in Kreuzlingen tut sich zu wenig in den zwei Pfarreien St. Ulrich und St. Stefan. Letzte Woche haben rund 30 Personen den Verein «Puls 2000 – Lebendige Pfarreien Kreuzlingen» gegründet. Der Verein beabsichtige, durch kulturelle und gesellschaftliche Anlässe zu einem aktiven und engagierten Pfarreileben in der kirchlichen Gemeinschaft beizutragen, heisst es in einer Mitteilung.

Weiter habe er sich zum Ziel gesetzt, die Anliegen und Bedürfnisse von Mitgliedern der Kirchgemeinde und von Angehörigen der beiden Pfarreien nach innen und aussen zu vertreten. «Zudem unterstützt der Verein die strategische und operative Führung der Kirchgemeinde und der Pfarreien, und möchte so zur Stärkung und Entfaltung der Gemeinschaft dienen», heisst es.

Aktivitäten wurden auf Eis gelegt

«Nach dem Antritt von Jan Walentek als neuer Leiter von St. Ulrich und St. Stefan Anfang Jahr sind die beiden Pfarreiräte aufgelöst worden und vieles wurde auf Eis gelegt», sagt David Blatter, der Präsident von «Puls 2000», auf Anfrage. «Auch die gemeindeeigene Erwachsenenbildung Ring 2000 ist seit einer Weile nicht mehr aktiv.» Das habe mehrere Personen dazu bewogen, den neuen Verein zu gründen. «Wir haben das Gefühl, dass wir etwas bewegen und anstossen müssen.» Er selber gehöre nicht zu den Initianten. «Als man mich anfragte, mitzumachen, fand ich das sehr positiv und ich engagiere mich gerne.» Er begrüsst es zudem, dass der Verein unabhängig operieren könne.

«Puls 2000» gehören gegen 30 Mitglieder an, sechs bilden den Vorstand. «Es sind Leute aus beiden Pfarreien dabei», betont Blatter. Es seien aber auch weitere Interessenten, unabhängig ihrer Konfession oder ihres Wohnortes, im Verein willkommen, wenn sie in den Pfarreien aktiv sind oder sich mit ihnen verbunden fühlen. Der Verein wolle dem kirchlichen Miteinander Inputs geben, sagt Blatter. «Die Kirchgemeinde kann diese annehmen oder auch nicht.» Und er könne sich durchaus vorstellen, dass der Verein vor Wahlen Empfehlungen abgebe.

Pfarreien sollen sich annähern

Wenn sich die Angehörigen der beiden Pfarreien wieder mehr treffen, könnte man auch der Spaltung zwischen ihnen entgegen wirken, sagt Blatter. «Diese ist laut meinem Empfinden nach wie vor vorhanden.» Die Pfarreien hatten sich in den letzten Jahren voneinander entfernt, als St. Ulrich noch vom als zu konservativ kritisierten Pfarradministrator Alois Jehle geleitet wurde. Dieser hat die Kirchgemeinde Ende Oktober letzten Jahres nach seiner Freistellung verlassen. Das Arbeitsverhältnis wurde per Juni dieses Jahres aufgelöst.

Dass Jehle etwas mit dem neuen Verein zu tun hat, verneint Blatter vehement. «Der Verein wurde aufgrund der heutigen, durchaus sicher nicht befriedigenden Situation gegründet.» Die Idee zur Vereinsgründung stamme von aktiven Bürgern beider Pfarreien. «Alois Jehle spielt im Verein keine Rolle.» Der Präsident freut sich auf die Aktivitäten des Vereins. Als erstes wird man am 6. Oktober den Dachstock des Konstanzer Münsters besichtigen. «Es wird bestimmt auch öffentliche Anlässe wie Vorträge oder Diskussionsrunden geben.» Man wolle sich etwas ans Programm von «Ring 2000» anlehnen. «Wir sind aber kein öffentliches Organ, sondern unabhängig», sagt Blatter. Auch beim Namen besteht eine gewisse Ähnlichkeit. «Wir haben lange gewerweisst und haben uns schliesslich auf Puls 2000 geeinigt. Das Wort Impuls hatte auch Einfluss.»

Kirchgemeinde will ebenfalls aktiv werden

In der Leitung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen-Emmishofen hat man die Vereinsgründung verwundert zur Kenntnis genommen. «Bei uns hat sich niemand gemeldet und Wünsche bezüglich des Pfarreilebens geäussert», sagt Präsident Beat Krähenmann. «Es hat mich deswegen etwas verblüfft, dass nun ein Verein zur Belebung der Pfarreien gegründet worden ist.» Er frage sich auch, wo die Interessen des Vereins stünden, da dessen Mitglieder in den Pfarreien mitarbeiten wollen. Der letzte Anlass von Ring 2000 hat im April 2017 stattgefunden. Dann hätten sich die Verantwortlichen zurückgezogen, sagt Krähenmann. Ring 2000 ist ein Teil des Erwachsenenbildungsangebot der Kirchgemeinde und hat Vortragsreihen realisiert. Christine Rammensee, seit August als Pastoralassistentin tätig, plane, das Angebot wieder zu beleben, sagt Krähenmann. «Sie muss sich zuerst einarbeiten. Aber sie hat im November bereits einen Vortrag geplant. Es werden wahrscheinlich noch mehr folgen», sagt der Präsident. Man hätte sich diesbezüglich bei der Leitung erkundigen können. Allgemein bestehe im Bereich Erwachsenenbildung oder Erwachsenenarbeit seit längerem Potenzial zur Verbesserung. «Diese Aufgaben werden Pater Jan Walentek und Christine Rammensee nun zusammen angehen.» Zur Auflösung der Pfarreiräte sagt Krähenmann, dass dies bei einem Pfarrerwechsel normal sei und vom Bistum so vorgesehen sei. Dies gebe dem neuen Pater die Gelegenheit, neue Mitglieder zu bestimmen, denen er vertraut. Pfarreiräte sehen deshalb ganz unterschiedlich aus. Es besteht jedoch keine Pflicht, einen solchen zu installieren. «Bischofsvikar Ruedi Heim hat den Sachverhalt anlässlich eines Besuchs den interessierten Kirchbürgern so erklärt, was mit Verständnis aufgenommen wurde.». Es wurden gleich beide Räte aufgelöst, weil neben Jehle auch Pfarrer Josef Gander, der Ende 2017 pensioniert wurde, die Kirchgemeinde verlassen hat. «Jan Walentek ist seit acht Monaten der verantwortliche Seelsorger für beide Pfarreien. Er nimmt sich Zeit, die Kirchbürger richtig kennen zu lernen und wird zu gegebener Zeit einen Pfarreirat berufen.» Er wolle einen Rat bestimmen, lässt den Zeitpunkt aber offen, sagt Krähenmann. (ndo)

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