Kreuzlinger Katholiken wollen mit transparenter Kommunikation statt Kontroversen in die Zukunft

Die Katholiken führen eine kirchgemeindliche Untersuchungskommission ein. Bei Bedarf erhält diese bei einem umstrittenen Sachverhalt Einblick in die Unterlagen. Vorsteherschaft oder Bürger können sie einberufen.

Judith Schuck
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Beat Krähenmann, der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, und Kirchenpfleger Simon Tobler. (Bild: Donato Caspari)

Beat Krähenmann, der Präsident der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, und Kirchenpfleger Simon Tobler. (Bild: Donato Caspari)

Was die Kirche ausmacht, sei die Gemeinschaft, sie bilde sich aus ihren Mitgliedern, den«lebendigen Steinen». Pater Jan Walentek zitierte einleitend zur Versammlung der Katholischen Kirchgemeinde Kreuzlingen am Montag im Ulrichshaus Papst Franziskus. Die letzte Versammlung im Herbst dauerte über drei Stunden und war von Kontroversen gezeichnet. Der Eindruck, dass sich die zerstrittenen Parteien aber zusammengerauft hatten und an Lösungen für eine friedliche Zukunft arbeiteten, bestimmte den Abend.

Mit drei Enthaltungen stimmten die Kirchbürger für das von der Vorsteherschaft neu eingeführte Reglement einer kirchgemeindlichen Untersuchungskommission (KUK). Diese funktioniert vergleichbar mit einer Geschäftsprüfungskommission, allerdings temporär und eingeschränkt auf einen einzelnen, definierten Sachverhalt und erhält hierfür Einsicht in Unterlagen.

Fällen von Missgunst soll vorgebeugt werden

Durch die Einführung dieses Prüfungsorgans unterstreicht die Kirchenvorsteherschaft ihr Bestreben nach Transparenz und Offenheit, um Fällen von Misstrauen zwischen Mitgliedern und Behörden vorzubeugen.

«Wir wollen mit der KUK erreichen, dass in der Gemeinde Vertrauen hergestellt und gestärkt wird»

erläuterte Beat Krähenmann, Präsident der Kirchenvorsteherschaft, die Beweggründe. Die Kommission kann von der Vorsteherschaft oder auf Antrag von mindestens drei Kirchbürgern einberufen werden.

Ob es eine konkrete Ursache für dieses neue Reglement gebe, wollte ein Kirchbürger wissen, und ob dies auf Anregung der Landeskirche hin geschehe. Krähenmann verneinte. In Kreuzlingen sei es allerdings in letzter Zeit öfters zu Situationen gekommen, bei denen man gedacht habe, eine Untersuchungskommission wäre gut, sagte er.

Wichtig ist die gemeinsame Absprache

Diskutiert wurde noch über den Umgang mit dem im August 2018 vom ehemaligen Kirchvorsteher Martin Beck neu gegründeten Verein «Puls 2000», der auf das Erwachsenenbildungsprogramm «Ring 2000» nachfolgte.

Rechnung 2018 schliesst mit Defizit ab

Die Jahresrechnung 2018 schloss mit einem Verlust von 108392 Franken. Die höheren Kosten stünden unter anderem in Zusammenhang mit einem kompletten IT-Wechsels, der ausserhalb des Budgets lag. Kirchenpfleger Simon Tobler konnte die Abweichungen allgemein verständlich darstellen, und ermutigte die Gemeinde, bei Fragen auf ihn zuzukommen: «Sie dürfen jederzeit bei mir nachfragen, wenn etwas nicht ganz klar ist.» Die Rechnung wurde denn auch einstimmig angenommen und eine Kirchbürgerin lobte die ausführlichen Erklärungen Toblers dazu.

Zwischen Verein, Pfarreileitung und Kirchenvorsteherschaft sei es auf Anregung von Pater Jan zu einer Aussprache gekommen. «Um unter die Querelen der Vergangenheit einen Schlussstrich zu ziehen, wird ‹Puls 2000› als eigenständiger Verein akzeptiert», sagte der Präsident. Wichtig sei, dass sich alle drei Parteien über das Jahresprogramm austauschten und offen kommunizierten.

Schliesslich bedankte sich Beat Krähenmann für die grosse Zustimmung an der Urne für den Umbau des Priesterhaus Bernrain, welche die Kirchbürger mit 83 Prozent Ja-Stimmen ausgedrückt hatten.

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