Kreuzlinger Grüne äussern Bedenken zum Kunstrasenplatz

An der Informationsveranstaltung zu den Abstimmungsvorlagen wurden kritische Stimmen zur geplanten Trainingsstätte laut. Hingegen gab es keine Opposition gegen die Erweiterung des Hortangebotes.

Martina Eggenberger Lenz
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So soll der neue Fussballplatz im Gebiet Döbeli aussehen. (Bild: PD)

So soll der neue Fussballplatz im Gebiet Döbeli aussehen. (Bild: PD)

Am 10. Februar geht es um mehr als 5 Millionen Franken. Dennoch hält sich das Interesse der Bevölkerung an den zwei Abstimmungsvorlagen offensichtlich in Grenzen. Der Saal im «Trösch» war am Mittwochabend jedenfalls nur halb besetzt. Nachdem die Exponenten von Stadt und Schule, des Hortbetriebes und des Sportnetzes ihre Projekte vorstellten, konnte das Publikum Fragen stellen.

Es waren mehrere Personen mit einem «grünen» Hintergrund anwesend. Von ihnen gab es kritische Bemerkungen zum geplanten Kunstrasenplatz. Sie wollten wissen, ob Alternativen geprüft worden seien. Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter im Departement Gesellschaft, verneinte. Es stehe nur genau diese eine zusätzliche Fläche im Döbeli zur Verfügung - und da habe es nur Platz für ein Normspielfeld. Weil die Nutzungskapazität eines Kunstrasenfeldes viel höher sei als jene eines Naturrasens, sei das die richtige Lösung.

Rasenteppich soll 15 Jahre halten

Brigitta Engeli, Klemenz Somm und Jost Rüegg liessen nicht so schnell locker. Sie brachten Hybridsysteme aus Natur und Kunststoff ins Spiel oder gar besonders robuste Naturrasensorten. Wolfender erklärte, Proben hätten gezeigt, dass Hybridsysteme qualitativ unbefriedigend seien. Und ein Naturrasen brauche immer eine Regenerationszeit, auch ein robuster Winterrasen. Ein Thema war die Kühlung des Kunstrasens. Diese erfolgt mit der Bewässerungsanlage. Daniele Scardino, Vize-Präsident der AS Calcio, versicherte, dass das auch bei grosser Hitze funktioniere.

Bedenken gab es weiter wegen der einstigen Entsorgung der 7500 Quadratmeter grossen Kunstrasenfläche. Die Kosten würden hierfür momentan etwa 25000 Franken betragen, sagte Wolfender. Bezüglich des Recyclings hofft er auf einen Entwicklungsfortschritt in den nächsten Jahren. Der Ersatz des Kunststoffteppichs, der eine Lebensdauer von bis zu 15 Jahren hat, koste rund 300000 Franken. Der Vertrag, der mit der Stadt Konstanz abgeschlossen werden konnte, läuft über 25 Jahre. Die Abhängigkeit von Konstanz war einem anderen Votanten «suspekt». Dorena Raggenbass meinte dazu: «Wir haben leider keine andere freie, flache Fläche.»

Arche wünscht sich auch Unterstützung

Weniger Einwände gab es zur Erweiterung der Schule mit Tagesstruktur, wo eine Aufstockung der Hortplätze von heute 110 auf 220 vorgesehen ist. Vize-Schulpräsident Markus Blättler erläuterte das Raumkonzept und erwähnte die nötigen Neubauten, über die das Volk im Mai abstimmen soll. Schul-Finanzchefin Susanne Burgmer erklärte das neue Tarifstufen-Modell mit den höheren Beiträgen der besser verdienenden Eltern. Jedoch seien auch die Beiträge der Topverdiener nicht kostendeckend. Die Elternbeiträge machen neu aber 45 statt 39 Prozent aus. Die Leiterin der Schule mit Tagesstruktur, Karin Helbling, erklärte, mit der Erweiterung könnten bis zu 380 Kinder von einem Hortplatz profitieren. Ein Votant stellte die Frage, weshalb die «Arche» nicht von der öffentlichen Hand unterstützt werde. Dorena Raggenbass erklärte, das liege am religiösen Hintergrund der privaten Einrichtung. Der Stadtrat wolle einen entsprechenden Antrag der «Arche», die in Chrischona-Räumen einen Hort anbietet, demnächst diskutieren. Man wolle sich aber auch mit dem Kanton absprechen.