«Zu teuer, am falschen Ort»: Kreuzlinger Gemeinderat weist das Parkhaus beim Hafenbahnhof zurück

An der Sitzung vom Donnerstagabend war das 16-Millionen-Projekt das umstrittene Haupttraktandum. Der Entscheid wird vertagt.

Martina Eggenberger Lenz
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Visualisierung des geplanten Parkhauses direkt an den Gleisen.

Visualisierung des geplanten Parkhauses direkt an den Gleisen.

(Bild: PD)

Die Gegner fanden in der zweistündigen Diskussion zu viele Argumente gegen den Neubau des Parkhauses mit Buseinstellhalle beim Hafenbahnhof. Die Mehrheit war der Meinung: Zu teuer und am falschen Ort. Geschlossen dafür war am Donnerstagabend einzig die SP-Fraktion. Die Freie Liste war gespalten. Für die Bürgerlichen war der Fall jedoch klar.

Von vielen scharf kritisiert wurden die massiven Mehrkosten gegenüber des Planungskredits. Ursprünglich war man von Kosten von 8 bis 10 Millionen Franken ausgegangen. Das nun vorgeschlagene Projekt soll allerdings mehr als 16 Millionen Franken kosten. Die SVP bezeichnete es als inakzeptabel, dass trotz der finanziellen Differenz weitergeplant worden war.

Vertreter der FDP und CVP machten deutlich, dass ihnen ein Parkhaus an der Seestrasse lieber wäre, dort, wo die Parkplätze auch heute schon beliebt und belegt sind.

«Für ein Park and Ride reicht ein einfacher Parkplatz. Baut dort unten ein richtiges Parkhaus»,

sagte Fabrizio Ribezzi, FDP. Auch Jost Rüegg, Freie Liste, monierte, das Parkhaus am Hafenbahnhof sei zu weit weg vom Hafen. Mehrfach wurden die Einkaufstouristen erwähnt, die den weiteren Weg nicht auf sich nehmen würden. Gegenteiliger Ansicht war Cyrill Huber, SP:

«Das Projekt verdient eigentlich das Prädikat genial.»

Der Standort werde an Bedeutung gewinnen und das Parkhaus könne sich gar zum Goldesel mausern. Das sagte auch Stadtrat Ernst Zülle: «Das öffentliche Interesse ist am Hafenbahnhof höher.» Daniel Moos, Freie Liste, gab sich als grosser Verfechter des Projekts. Dem Park and Ride gehöre die Zukunft. Das multifunktionale Gebäude könne naturgemäss finanziell nicht mit einem gewöhnlichen Parkhaus verglichen werden. Zudem werde mit dem Neubau die Gewerbefläche der Postauto frei.

Rückweisung als kleineres Übel

Lange diskutiert wurde auch über die Finanzierung des Neubaus. Unklar war, ob man für den Teil der Buseinstellhalle überhaupt in die Kasse der Spezialfinanzierung langen dürfe, wie Barbara Hummel, SVP, bemerkte. Von bürgerlicher Seite kam zudem der Hinweis, dass es schade sei, dass eine Aufstockung um ein Geschoss nicht geprüft worden sei.

Uneins waren sich die Parlamentarier weiter bezüglich der Überlänge des Gebäudes. Die einen sahen diese als unproblematisch, die anderen als möglichen Stolperstein. In einem Punkt war man sich über Parteigrenzen einig: Für die Veloabstellplätze sollten eigentlich keine Gebühren erhoben werden, um den Umsteigeeffekt zu fördern.

Christian Brändli, FDP, schlug gegen Ende der Debatte einen Rückweisungsantrag vor, um ein «Desaster» bei einer Volksabstimmung abzuwenden. Der Zeitdruck sei wegen der Blockade des Stadthaus-Neubaus weg. Nach einer kurzen Beratungspause folgte ihm die grosse Mehrheit des Rates.

Weiter wurden in der Sitzung 33 Personen eingebürgert, unter anderem Stadler-CEO Thomas Ahlburg.