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Kreuzlinger Gemeinderat verweigert ein Signal zur Gleichstellung zwischen Mann und Frau

Die Stadt unterzeichnet die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» nicht. Eine bürgerliche Mehrheit im Gemeinderat verhindert das.
Urs Brüschweiler
Die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor wird von Kreuzlingen nicht unterschrieben. (Bild: Urs Brüschweiler)

Die Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor wird von Kreuzlingen nicht unterschrieben. (Bild: Urs Brüschweiler)

Die Genossen waren enttäuscht bis entsetzt über ihre bürgerlichen Ratskollegen. Sie hatten am Donnerstagabend die Abstimmungsschlacht zu später Stunde knapp verloren. Die Stadt Kreuzlingen wird die «Charta der Lohngleichheit im öffentlichen Sektor» nicht unterzeichnen. Ein Postulat von SP-Gemeinderätin Charis Kuntzemüller, welche genau dies verlangte, wurde mit 20 Nein-bei 16 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen abgelehnt.

Die Nein-Sager sollen im Protokoll stehen

Wie wichtig und eigentlich selbstverständlich das Anliegen gleicher Löhne für Mann und Frau für die SP ist, zeigte sich in der Vehemenz, in welcher die Fraktion die Diskussion führte. Sie versuchte gar, emotionalen Druck aufzusetzen. SP-Gemeinderat Ruedi Herzog verlangte eine Abstimmung per Namensaufruf, damit Nein-Sager im Protokoll vermerkt werden. Der Schuss ging jedoch nach hinten los. SVP-Gemeinderätin Judith Ricklin sagte, sie hätte bei einer normaler Abstimmung Ja gesagt. Die Linien waren dann aber klar. Die Fraktionen FDP/EVP und SVP stimmten geschlossen Nein. Von SP und Freie Liste waren alle dafür. Nur die CVP war mit zwei Ja, zwei Nein und einer Enthaltung gespalten und liess die Ratslinke so ins Leere laufen. Die Diskussion war zuvor intensiv wie selten im Gemeinderat und ideologisch geführt worden. Von bürgerlicher Seite her wurde vor allem vor dem bürokratischen Aufwand gewarnt und betont, dass die Gleichstellung zwischen den Geschlechtern bereits im Gesetz verankert sei.

«Die Argumente sind blanker Hohn»

Charis KüntzemüllerGemeinderätin SP(Bild: PD)

Charis Küntzemüller
Gemeinderätin SP
(Bild: PD)

Kuntzemüller brauchte deutliche Worte und fand diese Argumente «blanken Hohn». Einen grossen Dank richtete sie aber an den Stadtrat, welcher die Charta eigentlich unterzeichnen will. Stadtpräsident Thomas Niederberger sagte denn auch: «Wir finden es richtig und korrekt, wenn Mann und Frau gleich viel verdienen. Wir wollen mit der Charta ein Zeichen setzen und eine Vorbildfunktion einnehmen.»

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