Kreuzlinger Gemeinderat müht sich zur Preisreduktion beim Stadtbus

Der Kreuzlinger Gemeinderat hat nach intensiver Debatte beschlossen, mit jährlich 65000 Franken die Fahrkartenpreise des Stadtbusses zu reduzieren.

Urs Brüschweiler
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Einzelfahrkarten beim Kreuzlinger Stadtbus will der Gemeinderat nicht subventionieren. (Bild: Andrea Stalder)

Einzelfahrkarten beim Kreuzlinger Stadtbus will der Gemeinderat nicht subventionieren. (Bild: Andrea Stalder)

Es war wieder ein Knorz. Am Ende blieb zumindest finanziell wieder dasselbe, was bereits am 3. Mai dieses Jahres auf dem Tisch gelegen war. Zusätzliche 65000 Franken pro Jahr bewilligte der Kreuzlinger Gemeinderat am Donnerstagabend, um Fahrkarten für den Stadtbus zu vergünstigen. Diesen Betrag hätten die Parlamentarier schon im Frühling sprechen können, das Geschäft wurde damals aber von einer «unheiligen Allianz» von SP und SVP zurückgewiesen. Den einen war es zu wenig, den andern zu viel Geld.

Welche Tarife sind am sinnvollsten?

Nun kam der Stadtrat mit dem Vorschlag, die Ticketpreise mit 105000 Franken zu subventionieren. Schon über das Eintreten wurde gestritten. Das «Giesskannenprinzip» störte die Bürgerlichen. «Alle Steuerzahler sollen für wenige Busfahrer zahlen», brachte FDP-Gemeinderat Alexander Salzmann seine Haltung auf den Punkt. Und verteilte einen Seitenhieb an die Sozialdemokraten, indem er ihnen ihren Parteislogan vorhielt: «Für alle, statt für wenige.» Die Diskussion entbrannte über verschiedene Möglichkeiten der Anpassungen der Tarifstruktur, über einen fehlenden Beitrag der Nachbargemeinde Tägerwilen und über die aktuell offenbar inaktive Buskommission. FDP-Gemeinderat Marc Portmann stellte schliesslich einen Rückweisungsantrag, der jedoch mit 24 Nein- zu 14 Ja-Stimmen abgelehnt wurde. Es wurde in der Debatte viel taktiert, auch dass die Wahlen vor der Tür stehen, wurde da und dort ersichtlich. CVP-Stadtrat Ernst Zülle kämpfte für das Anliegen. «Der Bus ist wichtig. Mit ihm werden wir den Verkehr auf den Strassen reduzieren.» Er versprach auch eine Marketingoffensive und dass man mit den grossen Arbeitgebern gemeinsam versuche, die Pendler in den Bus zu bringen.

Keine Verbilligung von Einzelfahrkarten

Zülles Parteikollege, Gemeinderat Thomas Dufner, war es schliesslich, der den entscheidenden Antrag stellte. Die Vergünstigungen von Kinderbilletten sei unbestritten. Und auch mit Kostenreduktion bei Mehrfahrtenkarten und Tageskarten könne man eine Verlagerung ermöglichen. Aber bei Einzelfahrkarten erschliesse sich ihm der Sinn nicht. In diesem Verständnis wollte Dufner den Gesamtbetrag reduzieren auf 65000 Franken. Mit einer einzigen Stimme Unterschied kam sein Antrag durch. Und in dieser Form wurde das Geschäft dann beschlossen, wobei sich die Ratslinke aus Protest bei der Schlussabstimmung mehrheitlich enthielt.

Badegäste müssen weniger fürs Parkieren bezahlen

Einstimmig bewilligte der Kreuzlinger Gemeinderat im Anschluss den Nachtrag zum Baurechtsvertrag zwischen der Stadt Kreuzlingen und der Genossenschaft Schwimmbad Hörnli. Konkret ging es um die Auflösung eines Servituts zu Lasten der städtischen Parzelle Nr. 5064. Mit der Auflösung der Dienstbarkeit kann der Gestaltungsplan Seezelg nun fertiggestellt werden. Zudem erhält die Genossenschaft Schwimmbad Hörnli eine langfristige und damit auch kalkulierbare Regelung für die Parkplatzbewirtschaftung.

Mit dem Nachtrag wird auch die Bestimmung der Parkplatzbewirtschaftung neu geregelt. Badegäste sollen einen vergünstigten Tarif erhalten. Ab Herbst 2018 muss gemäss dem kantonalen Baugesetz der Parkplatz im Seezelg bewirtschaftet werden. Im Moment läuft bereits ein Testbetrieb. (red)