Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kommentar

Kreuzlinger Boulevard: Eine Denkpause wäre angebracht

Über die Gestaltung des Teilstücks der Hauptstrasse wird in der Grenzstadt schon jahrelang diskutiert. Der laufende Versuch mit einem angepassten Verkehrsregime stösst auf viel Kritik. Kreuzlingen-Redaktor Urs Brüschweiler empfiehlt in seinem Leitartikel einen Abbruch der Übung.
Urs Brüschweiler
Seit Mitte Februar gilt das neue Verkehrsregime auf dem Boulevard. Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle zeigt die neue Signalisation am Helveitiaplatz, welche die Einfahrt in den Boulevard verbietet. (Bild: Reto Martin)

Seit Mitte Februar gilt das neue Verkehrsregime auf dem Boulevard. Der Kreuzlinger Stadtrat Ernst Zülle zeigt die neue Signalisation am Helveitiaplatz, welche die Einfahrt in den Boulevard verbietet. (Bild: Reto Martin)

Nächste Woche wird eine Entscheidung fallen: Wie fliesst der Verkehr künftig über den Kreuzlinger Boulevard? Am Montag treffen sich die Mitglieder des so genannten runden Tisches, zusammengesetzt aus Vertretern von Stadt, Gewerbeverein, Quartierverein Bodan und dem Initiativkomitee «für einen autofreien Boulevard». Es ist dieselbe Gruppe, welche vor mittlerweile vier Jahren die aktuelle so viel gescholtene Versuchsanordnung als Konsens erarbeitet hatte, die nun über dessen Auswirkungen beraten wird. Der formale Entscheid über die Fortführung oder das Beenden der Testphase obliegt jedoch dem Stadtrat. Dieser wird am Dienstag tagen und am Donnerstag die Öffentlichkeit informieren.

Für die einen zu wenige Autos, für die anderen zu viel

Alles andere als ein Übungsabbruch wäre eine faustdicke Überraschung. Seit die neuen Verkehrstafeln am Helvetiaplatz und an der Schützenstrasse nach den Skiferien aufgestellt worden sind, hagelt es Kritik an der Verkehrsführung. Besonders laut waren die Geschäftsbetreiber am Boulevard und die Anwohner der Nebenstrassen zu vernehmen. Erstere klagen, dass die Autofahrer den Weg zu ihnen nicht mehr finden. Zweitere lamentieren, dass zu viele Autofahrer sich den Weg durch die Quartiere suchen. Die Leserbriefspalten sind voll, zuletzt haben auch die CVP und die FDP eine Rückkehr zum Zustand der letzten Jahre verlangt.

Der neue Stadtpräsident Thomas Niederberger hat bereits angedeutet, dass er nicht koste es was es wolle an der ungeliebten Lösung festhalten will. Schon im April hatte der Stadtrat angekündigt, dass er die Kritik ernst nehmen und die Betroffenen rasch befragen will, damit er vor den Sommerferien über einen Abbruch des Versuchs entscheiden kann.

Es ist angebracht, von diesem «toten Pferd» zu steigen

Aufgrund des massiven öffentlichen Druckes wäre es angebracht und auch legitim, dass der Stadtrat von diesem «toten Pferd» steigt, statt es noch ein halbes Jahr weiter zu reiten. Doch alle Beteiligten müssten sich dann auch folgende Sachverhalte vor Augen führen:

Alle diese Überlegungen führen zur Frage, wohin will Kreuzlingen eigentlich mit seiner Hauptstrasse, der Einkaufs- und Erlebnismeile? Die Ansprüche an den 2011 eröffneten Boulevard sind mannigfaltig und sie werden es auch bleiben. Eine «eierlegende Wollmilchsau» gibt es aber nicht. Und wie es bei der Fussball-WM Tausende Nationaltrainer gibt, welche die beste Aufstellung kennen, so hat Kreuzlingen Hunderte Verkehrsplaner, die genau wissen würden, wie es richtig zu laufen hat.

Gestaltungsideen der Anwohner und Nutzer der Strassen sind gefragt

Nach dem Abbruch der Testphase wäre die beste Lösung, politisch vorerst nichts weiter zu verordnen. Auf dass sich die Anwohner und Nutzer dieser Strasse Gedanken machen und dann ihre Gestaltungsideen neu formulieren und einbringen können.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.