Kreuzlinger Arbeitgeber beschäftigen sich mit dem Klima

Am traditionellen Martini-Apéro ging es um die Auswirkungen der Friday-for-Future-Bewegung für die Region.

Judith Schuck
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Attila Wohlrab, Andrea Paoli und Claudius Marx im Dreispitz. (Bild: Judith Schuck)

Attila Wohlrab, Andrea Paoli und Claudius Marx im Dreispitz. (Bild: Judith Schuck)

Unternehmer aus Kreuzlingen, Konstanz und Umgebung kamen am Mittwoch zahlreich in den Dreispitz. Zur Begrüssung sprachen Attila Wohlrab, Präsident des Arbeitgeberverbands Kreuzlingen und Umgebung, sowie Claudius Marx, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee.

«Greta ist da – wenn auch nicht mit dem Segelschiff, so ist sie doch in den Herzen und Köpfen der Menschen im Thurgau angekommen»,

leitet Wohlrab seine Rede ein. Dies sei spürbar, denn auch politisch habe es einen Rutsch gegeben. Am 2. Mai 2019 rief Konstanz den Klimanotstand aus.

Gelassenheit hier, Aufregungsdemokratie dort

Claudius Marx empfindet Klimanotstand als ein «sprachliches Unding». «Aber das passt zu unserer Aufregungsdemokratie in Deutschland.» Er lobt die Überlegtheit der Nachbarn, «die nicht von einer kollektiven Aufregung in die nächste stolpern, sondern die Herausforderungen der Zeit mit Gelassenheit angehen».

Hauptredner Andrea Paoli ist Leiter der Abteilung Energie im Departement für Inneres und Volkswirtschaft. Er referierte zum Thema «Klimanotstand in Konstanz. Was macht der Kanton Thurgau?». Die Solarstromtechnologien hätten auf dem Stromsektor für Umwälzungen gesorgt.

Dass der Solarstrom für Neubauten billiger sei als der aus der Steckdose, habe zwar zunächst für die Wasserkraft aus Stauseen den Markt zerstört. «Aber wir passen uns an. Flexibilität ist eine Stärke der Schweiz.» Was den Klimanotstand betreffe:

«Wir haben im Thurgau auch darüber debattiert und fanden, dass wir ihn nicht ausrufen.»

Die Veränderungen in der Natur seien aber bereits erlebbar. Darum habe der Kanton eine Koordinationsstelle geschaffen, die für die Ausarbeitung von Klimastrategien zuständig sei. Paoli zählte auf, was bereits unternommen werde, zum Beispiel bei der Gebäudesanierung und für die Elektromobilität.

Ausserdem sieht der Ingenieur im Thurgau grosses Potenzial für erneuerbare Energien: Für Windenergie machte er sich besonders stark. Der Klimanotstand habe für ihn Symbolcharakter, der jeden zum Handeln bewegen könne. «Die Klimastrategie aber ist Aufgabe von Bund, Kantonen, Gemeinden und von Ihnen, den Unternehmern.»