Kreuzlingen

«Wir sind erfreut, aber nicht überrascht»: Das Stadthaus hat eine weitere Hürde genommen

Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege bestätigt der Kreuzlinger Stadtregierung, dass ihr Projekt Schlussstein mit dem Umgebungsschutz der Klosterkirche St. Ulrich vereinbar ist.

Urs Brüschweiler
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Blick von oben auf die Kreuzlinger Festwiese, wo seit langem die Visiere für ein neues Stadthaus stehen.

Blick von oben auf die Kreuzlinger Festwiese, wo seit langem die Visiere für ein neues Stadthaus stehen.

(Bild: Reto Martin - 7.1.2021)

Die guten Nachrichten für den Stadtrat in Sachen Stadthaus waren letzte Woche bereits bekannt geworden. Die Eidgenössische Kommission für Denkmalpflege (EKD) erteilt grünes Licht für die Pläne, auf dem Bärenplatz ein neues Verwaltungsgebäude zu bauen. Am Dienstag hat die Exekutive diese Stellungnahme beraten und teilt nun seine Einschätzung mit. Stadtpräsident Thomas Niederberger sagt:

Thomas NiederbergerStadtpräsident Kreuzlingen

Thomas Niederberger
Stadtpräsident Kreuzlingen

(Bild: PD)
«Wir sind natürlich sehr erfreut, auch wenn wir nicht überrascht sind. Wir haben damit gerechnet.»

Die Kantonale Denkmalpflege sei bekanntlich von Anfang an bei der Planung mit im Boot gewesen und somit sei die Zustimmung der EKD erwartbar.

Die Freunde der Festwiese verlangten eine Beurteilung

Die Stellungnahme der EKD basiert auf einer Begehung vom vergangenen September. Die «Freunde der Festwiese», welche das Projekt ablehnen und den Bärenplatz freihalten möchten, verlangten eine solche Neubeurteilung des Standorts. Der Stadtrat kam dem Wunsch nach und sieht sich in seinem Festhalten am Projekt Schlussstein nun «von höchster denkmalpflegerischer Stelle» bestätigt. Niederberger sagt:

«Auch aus Sicht der EKD ist der Standort gut und richtig.»

Es gibt aber Empfehlungen der Kommission

Jedoch macht die EKD in ihrer fünfseitigen Stellungnahme auch Empfehlungen. Etwa zur Verbesserung der Sichtbeziehungen zur Klosterkirche, zur Lage der Tiefgarage und zur Gestaltung der verbleibenden Festwiese. Der Stadtrat werde dies alles bei der weiteren Bearbeitung des Projekts überprüfen und in der Realisierung miteinbeziehen. Der Zeitpunkt, diese Anliegen einfliessen zu lassen, sei ideal, betont der Stadtrat. Der aktuelle Planungsstand ermögliche dies auch ohne Mehrkosten, sagt Niederberger.

Nichtsdestotrotz ist der Weg zur Realisierung des neuen Stadthauses noch ein weiter, wie der Stadtpräsident selber sagt.

«Wir haben jetzt eine Hürde genommen.»

Abstimmungskampf beginnt

Die nächste folgt am 7. März. Dann werden die Kreuzlinger Stimmberechtigten über die Volksinitiative zur Freihaltung der Festwiese beim Bärenplatz abstimmen. Sollte diese abgelehnt werden, wird das aktuelle Projekt weiterverfolgt, es bedingt aber das Abwarten der Revision des Kreuzlinger Baureglements im Zusammenhang mit Ortsplanung. Mit den aktuell geltenden Vorschriften ist der geplante Bau von 111 Metern Länge gemäss Verwaltungsgerichtsentscheid nicht möglich.