Kreuzlingen und Konstanz fordern zusätzliche Spur am Autobahnzoll

Die Nachbarstädte setzen sich dafür ein, dass der Verkehr an der Grenze besser abgewickelt werden kann. Sie ärgern sich schon länger über kilometerlange Rückstaus.

Martina Eggenberger Lenz
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Bei der Gemeinschaftszollanlage ist stets nur eine Fahrspur in Betrieb. (Bild: Martina Eggenberger)

Bei der Gemeinschaftszollanlage ist stets nur eine Fahrspur in Betrieb. (Bild: Martina Eggenberger)

An das Bild haben sich die Kreuzlinger und Konstanzer längst gewöhnt. In scheinbar ewig langen Kolonnen reiht sich vor der Gemeinschaftszollanlage Auto an Auto. An Spitzentagen ist es so schlimm, dass der Verkehr auf Konstanzer Seite bis ennet der Rheinbrücke kollabiert. Die Geduld der Verkehrsteilnehmer wird oft hart auf die Probe gestellt. Und jene der Anwohner noch viel mehr. Denn wenn auf den Hauptverkehrsachsen nichts mehr geht, dann wird auf die Quartierstrassen ausgewichen. Konstanz hat auf das Problem mit Lenkungsmassnahmen reagiert. Auch wurde beim Bodenseeforum eine Aussenstelle des Zolls zum Abstempeln der Ausfuhrscheine in Betrieb genommen. Doch das löst das Verkehrsproblem nicht.

Deshalb hat sich auch die Grenzlandkonferenz jüngst mit dem Thema befasst. Mit dem Ergebnis, dass die Konstanzer jetzt Unterstützung von den Schweizer Nachbargemeinden erhalten. Die Stadt Kreuzlingen und die Gemeinde Tägerwilen stehen für die Forderung ein, beim Autobahnzoll eine zweite Fahrspur zu eröffnen. Konstanz hat bereits vor einem halben Jahr diesbezüglich einen Vorstoss gemacht – ohne Erfolg. Zusammen will man dem Wunsch nun mehr Nachdruck verleihen. Die Zuständigen der Eidgenössischen Zollverwaltung sowie des Bundesamtes für Strassen (Astra) seien informiert, sagt der Kreuzlinger Stadtpräsident Thomas Niederberger.

Bauliche Massnahmen würden den Weg ebnen

Am Zoll gibt es bereits heute zwei Fahrspuren. Nur wird der Verkehr immer nur über eine geführt. «Das Problem ist, dass der Betrieb von zwei Spuren aktuell zu gefährlich wäre, weil es zwischen den Spuren keine Sicherheitsinseln gibt und der zweite Zöllner auf der Fahrbahn stehen müsste», erklärt Niederberger. Deshalb fordere man das Astra auch zu einem Umbau auf. Fakt ist offenbar, dass auf einer Spur theoretisch 1250 Fahrzeuge stündlich abgefertigt werden könnten. An Spitzentagen können aber staubedingt nur etwa 800 Fahrzeuge die Grenze passieren, schreiben die Städte in einer Mitteilung. Und weiter:

«Die Grenzlandkonferenz ist sich darin einig, dass die GZA mit einer Fahrspur ihre Kapazitätsgrenze längst erreicht hat.»

Ein Hauptgrund, dass es überhaupt zu Stau kommt, sind die Ausfuhrscheine. Wer zum Stempeln will, der muss warten, bis ein Platz auf dem dafür vorgesehenen Parkbereich neben dem Zollgebäude frei wird. «Wir haben auch angeregt, dass der Parkplatz, der offensichtlich zu klein ist, vergrössert wird», erzählt der Kreuzlinger Stadtpräsident. Ein weiteres Problem sehen die Städte und Gemeinden im Lastwagen-Stau am Montagmorgen. Die für die LKWs vorgesehenen Stauräume würden nicht ausreichen. Der Rückstau gehe jeweils bis in die Reichenaustrasse hinein. Es brauche verstärkte Kontrollen und mehr Vorstauraum wie jenen an der Claude-Dornier-Strasse. «Wir setzen uns für eine Verbesserung der Situation ein, weil diese für die Menschen in der Region äusserst unangenehm ist», betont Thomas Niederberger abschliessend.