Kreuzlingen Tourismus schlüpft unter kantonales Dach

Nach der Integration in Thurgau Tourismus wird die regionale Organisation nächstes Jahr aufgelöst. Informationen für Touristen gibt es in Kreuzlingen künftig am Hafen.

Emil Keller
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Rolf Müller, Präsident Thurgau Tourismus, war begeistert, was für eine gut funktionierende Tourismusstelle er von Präsidentin Silvia Cornel übernehmen durfte.

Rolf Müller, Präsident Thurgau Tourismus, war begeistert, was für eine gut funktionierende Tourismusstelle er von Präsidentin Silvia Cornel übernehmen durfte.

(Bild: Emil Keller)

«Destinationsmanagement Organisation 2023»: Dieser klobige Name soll in Zukunft Touristinnen und Touristen möglichst einfache, angenehme und übersichtliche Ferien im Thurgau ermöglichen. Das Projekt des Vereins Thurgau Tourismus läuft seit Mitte 2019 und hat zum Ziel, alle Tourismus-Infostellen zusammenzuführen. Doch damit diese Träume von Synergien und einheitlichen Prozessen wahr werden, müssen die derzeit noch verzettelt arbeitenden Tourismusregionen ins gemeinsame Boot steigen.

Von Widerstand ist nichts zu spüren

«Heute sind wir an einer zukunftsträchtigen Versammlung», eröffnete Silvia Cornel als Präsidentin die 145. Generalversammlung des Vereins Kreuzlingen Tourismus. Denn um nichts anderes als den Fortbestand des eigenen Vereins ging es. Doch von Trauer oder gar Widerstand war am Dienstagabend im Kreuzlinger Fischerhaus nichts zu spüren.

Ganz im Gegenteil: Die Mitglieder, welche aus Gemeindepräsidenten, Gastronomen und Hoteliers bestehen, befürworteten alle den Übergang zu Thurgau Tourismus. Sie bezeugten dann auch einstimmig den eingeschlagenen Weg weiterzugehen. Dafür änderten die Mitglieder die Vereinsstatuten, damit der Vereinsauflösung im nächsten Jahr nichts mehr im Wege steht.

Grund für den Zusammenschluss in einem grösseren Verein nannte Cornel mangelnde Ressourcen.

«Wir haben zu wenig Geld, um eigene grosse Projekte auf die Beine zu stellen.»

In der Vergangenheit habe es auch an der Kommunikation gehapert. «Wir waren nicht immer von Anfang an involviert», so Cornel. Dies soll sich nun ändern, wenn die Mitarbeitenden direkt an der Quelle sitzen.

Es wird eine Erhöhung der Beiträge nach sich ziehen

Diese sehen den Veränderungen durchwegs positiv entgegen, wie Geschäftsführerin Nicole Esslinger berichtete:

«Das Team möchte Teil des Ganzen sein.»

Die Arbeitsstellen im Kreuzlinger Büro sollen alle erhalten bleiben. Veränderungen hingegen wird es für den Kreuzlinger Standort geben. Neu sollen Touristinnen und Touristen am Kreuzlinger Hafen Informationen zu Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen erhalten. Angedacht sind die neuen Räumlichkeiten im Gebäude des Hafenmeisters. Zudem sollen die Öffnungszeiten um den Sonntag erweitert werden, erfahrungsgemäss ein wichtiger Tag für den Thurgauer Tourismus.

Einziger Wermutstropfen für die Mitglieder: «Es wird eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge geben», erklärte Rolf Müller, Geschäftsführer von Thurgau Tourismus. Er sei sich bewusst, dass der Zeitpunkt mitten in der Coronakrise schlecht dafür sei.

Doch hatte der neue Chef dann auch gute Nachrichten im Gepäck. Der Kanton hat kürzlich 150000 Franken gesprochen, um direkt die gebeutelte Tourismusbranche zu unterstützen. Deshalb hält Müller weiter am Ziel fest, bis 2023 alle touristisch interessanten Regionen des Thurgaus unter einen Hut zu bringen. Mit Kreuzlingen wurde nun der Anfang gemacht.

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