Kreuzlingen
Tierpark wappnet sich gegen Ratten und will mehr Platz für die Angestellten

Nicht nur die Tiere brauchen genügend Platz im Seeburgpark, auch die Helferinnen und Helfer wünschen sich Privatsphäre. Der Tierparkverein möchte deshalb sein Hauptgebäude um Lagerräume, Garderobe und Sanitäranlagen erweitern.

Emil Keller
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Elmar Raschle erklärt bei einem Gang durch den Tierpark, wo es bereits Neuerungen gab, und wo sie noch nötig sind.

Elmar Raschle erklärt bei einem Gang durch den Tierpark, wo es bereits Neuerungen gab, und wo sie noch nötig sind.

Bild: Emil Keller

Obwohl der Tierpark im Seeburgpark seit über 50 Jahren besteht, ist er dennoch von stetigem Wandel betroffen. Das gilt einerseits für die pelzigen und gefiederten Bewohnerinnen und Bewohner, aber auch für die Stallungen und Räumlichkeiten des Tierparks selbst. Seit diesem Jahr bewohnen zum Beispiel vom Aussterben bedrohte Vogelarten die Voliere. Das Entenhaus hat ein Dach bekommen, um besseren Schutz vor der Vogelgrippe zu gewährleisten.

Gleichzeitig hilft die Abdeckung auch gegen räuberische Raben, die sich am Futter gütlich tun. Die Esel haben ein kleines Brücklein über das Wasser und einen gepflasterten Weg bekommen, damit sich der Boden unter ihren Hufen nicht ständig aufweicht. Und auch ausserhalb des Geheges trifft man neuerdings auf Bewohnerinnen und Bewohner des Tierparks, wenn die Wandergeissen spazieren gehen.

Mehr Platz für die Helfer

Bei einem Rundgang durch den Tierpark erklärte Vereinspräsident Elmar Raschle anlässlich der Mitgliederversammlung vom Mittwochabend viele solcher kleinen Geschichten und Veränderungen, die sich über das Jahr hinweg zugetragen haben. Auch Isabelle Rutz, welche seit einem Jahr als leitende Tierpflegerin für den Verein tätig ist, gab Einblicke und Anekdoten aus ihrer Arbeit preis. Sie organisiert die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die es jeden Tag braucht, um die Tiere zu versorgen.

Wollschwein Curly hat im Juli 2020 im Tierpark sieben Junge zur Welt gebracht.

Wollschwein Curly hat im Juli 2020 im Tierpark sieben Junge zur Welt gebracht.

Bild: Andrea Tina Stalder

Bei aller Sorge um die seltenen Haustierrassen scheinen dabei die Bedürfnisse genau jener Menschen, welche tagtäglich im Tierpark tätig sind, ein wenig in den Hintergrund gerutscht zu sein. Hier will der Vorstand nun Gegensteuer geben: Raschle informierte, dass der Vorstand plant, das Haupthaus um sechs Meter zu erweitern. Damit soll nicht nur ein Lagerraum für das viele Futter geschaffen werden, um es effektiv gegen Ratten und Mäuse zu schützen.

Garderoben und Sanitäre Anlagen müssen her

Vor allem sollen Garderobenplätze, Duschen und Toiletten entstehen. «Wir haben sehr enge Verhältnisse», zeigte Raschle auf den türbreiten Kleiderhaken, um welche sich Futterkisten und Gerätschaften türmen. Zudem laufen derzeit soziale Projekte, in denen verhaltensauffällige Schülerinnen und Schüler oder psychisch angeschlagene Personen durch die regelmässige Arbeit im Tierpark wieder den Weg in die Gesellschaft finden sollen. «Wenn wir dies weiterführen wollen, müssen wir jedoch die nötige Privatsphäre schaffen», führte Raschle Gründe für die Vergrösserung der Räumlichkeiten an.

Ziegen füttern ist im Tierpark sehr beliebt.

Ziegen füttern ist im Tierpark sehr beliebt.

Bild: Donato Caspari

Erste Pläne für den Anbau liegen schon bereit und werden derzeit mit dem Departement für Gesellschaft der Stadt Kreuzlingen genauer angeschaut. Wenn alles gut läuft, soll der Gemeinderat nächstes Jahr in einer Botschaft über das Vorhaben befinden können.

Verein kann dank solidem Vereinsvermögen Baukosten selbst tragen

Kassierin Ruth Beringer präsentierte mit rund 420'000 Franken ein solides Vereinsvermögen. Den Grossteil der Baukosten will der Verein deshalb selbst tragen. 2023 muss der Verein die 8000 Quadratmeter Weidefläche im Süden wieder abtreten. Als langfristiger Ersatz sollen laut städtischen Plänen die Tennisplätze im Westen weichen und neu als Wiese für Geissen und Schaffe dienen.

Auch die Erweiterung soll in diesem Zeitraum entstehen. Diese Halbierung der Weidefläche würde zwangsläufig mit einer Reduktion der Anzahl an Tieren einhergehen. Ganz hat Raschle deshalb noch nicht die Hoffnung aufgegeben, dass auch die südliche Wiese in irgendeiner Form weiter genutzt werden kann.

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