Kreuzlingen
Swissminiatur in Kreuzlingen: Bruno Spielmann baut historische Gebäude im Kleinformat

Bruno Spielmann hat in seinem Garten mehrere Gebäude im Massstab 1:30. Unter anderem die Gottlieber Drachenburg steht zwischen den Gleisen einer Modelleisenbahn. Das Konstanzer Schnetztor soll folgen.

Werner Lenzin
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Bruno Spielmann in seinem Garten vor der nachgebauten Gottlieber Drachenburg. Natürlich auch das TCS-Auto steht vor dem Gebäude.

Bruno Spielmann in seinem Garten vor der nachgebauten Gottlieber Drachenburg. Natürlich auch das TCS-Auto steht vor dem Gebäude.

Bild: Werner Lenzin

Bruno Spielmann macht seinem Namen alle Ehre. Trotz seines Alters von 71 Jahren hat er die Freude an den kleinen Dingen des Lebens nicht verloren. Sein Garten zeugt von dieser Spielfreude und dem aussergewöhnlichen Hobby, das er pflegt. Zum einen ist da die Modelleisenbahn, die munter und schnell durch den prächtigen Garten fährt. Und zum anderen stehen da historische Bauten in seinem Garten. Allerdings in Miniaturform.

«Eigentlich hätte ich genug Hobbys gehabt, denn das Akkordeonspielen bedeutete mein Leben», sagt der pensionierte TCS-Patrouilleur aus Kreuzlingen. Zwei Millionen Kilometer hat er mit seinen verschiedenen gelben Fahrzeugen zurückgelegt, bevor er sich am 6. Mai 2014 wegen eines hartnäckigen Hüftleidens ein Jahr früher pensionieren liess.

Bruno Spielmann, Hobby-Modellbauer

Bruno Spielmann, Hobby-Modellbauer

Bild: PD
«Täglich Menschen zu helfen, bedeutete mir viel und ich habe diesen Beruf mit Begeisterung ausgeübt», sagt er.

Hunderte von Stunden detailgetreuer Arbeit

«Ich habe für die Musik gelebt und präsidierte während Jahren den Akkordeon-Club Kreuzlingen», sagt Spielmann lachend. Anlässlich seiner Pensionierung hat er neben seiner Begeisterung für Puzzles und für sein Schiff auf dem Bodensee nach einem weiteren Hobby gesucht.

«Angeregt durch meine Frau Doris und einen Nachbar, der von Beruf Architekt ist, begann ich mit dem Bau eines Modells des Blauen Hauses, das unmittelbar in unserer Umgebung steht», erinnert er sich. Zuerst fotografierte er vom markanten Gebäude alle Seiten und jedes Detail. Während der Wintermonate erstellte er davon im Verlaufe von rund 200 Stunden ein Modell im Massstab 1:30.

Das Blaue Haus in Kreuzlingen, gebaut im Massstab 1:30.

Das Blaue Haus in Kreuzlingen, gebaut im Massstab 1:30.

Bild: Werner Lenzin

Als das erste Modell neben den Schienen im Garten stand, folgte das zweite und noch viel anspruchsvollere Projekt: das Modell der Gottlieber Drachenburg. Dieses einzigartige und bedeutsame Baudenkmal aus dem 17. Jahrhundert, eingebettet zwischen einem der schönsten Dorfplätze der Schweiz und dem Seerhein, mit einer einmaligen Aussicht auf das grösste und mit einer überaus artenreichen Pflanzen- und Tierwelt auch das bedeutendste Naturreservat am deutschen Bodenseeufer, sollte als nächstes Modell in seinem Garten stehen.

Geplant ist das Schnetztor in Kostanz

«Auch dieses Gebäude habe ich rund herum und sogar vom Boot aus fotografiert und im Verlaufe von zweieinhalb Jahren ist mein Modell entstanden», sagt Spielmann. Nun steht ein weiteres Projekt in der Pipeline und das Gerüst kann bereits in seiner Werkstatt-Garage bewundert werden: das Konstanzer Schnetztor.

So sieht das Konstanzer Schnetztor in echt aus.

So sieht das Konstanzer Schnetztor in echt aus.

Bild: Reto Martin

Spielmann weiss: «Wie kaum ein anderes Bauwerk ist das Schnetztor seit mehr als 600 Jahren mit der wechselvollen Geschichte der Stadt Konstanz eng verbunden. 1978 wurde es in den Rang eines Baudenkmals von nationaler Bedeutung erhoben. Es ist eines von nur noch drei Wehrtürmen, die von der mittelalterlichen Stadtmauer mit einst 30 Türmen und Toren noch erhalten ist.»

Ob die Apotheke neben dem Schnetztor auch noch dazu kommen wird, dass weiss er noch nicht genau. «Bestimmt wird aber ein Teil der Stadtmauer dazu kommen», sagt er. Besondere Bewunderer seiner Gartenmodelleisenbahn sind seine beiden Enkel, der elfjährige Tim und der neunjährige Ivo. «Sie wünschen sich nichts mehr, als dass die Modelleisenbahn-Strecke noch mehr ausgebaut würde, doch dafür ist der Garten nicht konzipiert. Ob noch mehrere andere Gebäude dazu kommen, das lasse ich offen», sagt Bruno Spielmann.

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