Kreuzlingen soll «Moderne Arbeitsstadt» werden: Die FDP will Studenten und Start-ups fördern

Die liberalen Gemeinderäte fordern den Stadtrat in einem Postulat auf, mit Massnahmen die Themen Bildung und Jungunternehmer-Unterstützung zu vertiefen. 

Urs Brüschweiler
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Junge Kreuzlinger sollen lieber an der Uni Konstanz (Bild) studieren, als in Zürich, findet die FDP.

Junge Kreuzlinger sollen lieber an der Uni Konstanz (Bild) studieren, als in Zürich, findet die FDP. 

(Bild: Reto Martin)

Der Stadtrat gehe in seinen Legislaturzielen nicht weit genug, zumindest in den Bereichen Bildung und Förderung von Start-up-Unternehmen. Das finden die Kreuzlinger FDP-Gemeinderäte. In ihrem Namen reichte Alexander Salzmann als Erstunterzeichner ein Postulat ein. Es trägt den Titel «Moderne Arbeitsstadt». Darin heisst es einleitend: 

«Wir bitten den Stadtrat, sich diesen beiden Themen stärker anzunehmen.»

Ein Hub in der alten Molkerei

Konkret wünschen sich die liberalen Gemeinderäte, dass die Stadt Kreuzlingen eine Art «Hub» zur Verfügung stellt, in welchem Start-ups Räumlichkeiten zu attraktiven Konditionen angeboten werden. Man stellt sich überdies ein Support- oder Mentoringprogramm vor, dies in Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern und der Wissenschaft. Dieser Hub soll nach einem städtischen Anschub in eine private Trägerschaft überführt werden. Als möglichen Standort bringen die FDP-Gemeinderäte die alte Molkerei ins Spiel.

«Die Stadt soll in diejenigen Start-ups konsequent investieren, die einen wesentlichen Beitrag zu einer Smart-City-Strategie leisten, der gesamten Kreuzlinger Start-up-Szene dienen oder viele Arbeitsplätze bieten», schreibt Alexander Salzmann.

Brückenschlag zwischen Bildungsstandort und städtischem Wohlstand

Einen zweiten Schwerpunkt setzt das Postulat im Bereich Bildung. Die FDP vermisst in den Legislaturzielen des Stadtrates den Brückenschlag zwischen Bildungsstandort und dem Wohlstand der Stadt. Man geht davon aus, dass Studenten, die nach Zürich gehen, nach ihrer Ausbildung nicht mehr zurückkommen.

Zu dieser These solle der Stadtrat Zahlen liefern, wird in dem Vorstoss gefordert. Ausserdem sollen Massnahmen ergriffen werden, um die Abwanderung einzudämmen. Im Fokus stehen diesbezüglich die Fachhochschule und die Uni Konstanz sowie die Pädagogische Hochschule in Kreuzlingen.

Es darf auch etwas kosten

Ein Studiengebühren-Sponsoring, ein Standortmarketing speziell für Studierende oder eine Jobbörse bringen die liberalen Gemeinderäte als Ideen ein.

«Kreuzlingen muss auf dem Markt der Studierenden aktiv werden», heisst es. Sowohl bei den Start-ups als auch bei der Bildung wäre eine Vernetzung mit dem Arbeitgeber- und Gewerbeverband, der IHK, den Hochschulen sowie den kantonalen Stellen sinnvoll, findet die FDP. Der Stadtrat sei nun gefordert, ein schlüssiges Konzept mit Massnahmen vorzulegen. 

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