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Kreuzlingen: Nächster Schlag

Das Geläut der evangelischen Stadtkirche in Kreuzlingen ist zu laut. Das hat eine Expertise ergeben. Doch obwohl eine Lärmsanierung unumgänglich scheint, ergreift die Kirchgemeinde vorerst keine Massnahmen.
Martina Eggenberger Lenz
Die evangelische Stadtkirche in Kreuzlingen. Ihr Glockenschlag ist gemäss eines Gutachtens zu laut. (Bild: Reto Martin)

Die evangelische Stadtkirche in Kreuzlingen. Ihr Glockenschlag ist gemäss eines Gutachtens zu laut. (Bild: Reto Martin)

Seit September 2017 dürfen die Kreuzlinger Kirchen den nächtlichen Viertelstundenschlag eigentlich nicht mehr anzeigen. Doch die Glocken der evangelischen Stadtkirche schlagen munter weiter. Im Gegensatz zur katholischen hat es die evangelische Kirchgemeinde noch nicht geschafft, ihren Glockenschlag zu reduzieren. Dabei war dies Bestandteil des Deals, der wegen Lärmklagen vor eineinhalb Jahren ausgehandelt worden war.

Weil sie die vereinbarte Massnahme nicht umsetzt, hat die evangelische Kirchgemeinde nun vielleicht ein Problem. In der Zwischenzeit hat die Stadt Kreuzlingen nämlich ein Gutachten in Auftrag gegeben, das evaluieren sollte, ob der Glockenschlag der Stadtkirche wirklich Grenzwerte überschreitet. Mittlerweile liegt das Ergebnis vor und die Parteien haben Kenntnis davon: Der Glockenschlag ist gemäss Umweltschutzgesetz tatsächlich zu laut. Von einer Sanierungspflicht ist die Rede.

Jetzt redet auch die Denkmalpflege mit

Offenbar geht es nun nicht mehr nur darum, dass das mechanische Läutwerk durch einen technischen Eingriff reduziert wird, sondern es stehen neu auch bauliche Massnahmen zur Diskussion. Aus diesem Grund habe die Stadt die kantonale Denkmalpflege um eine Stellungnahme gebeten, erklärt Bausekretär Jean-Marc Vannier.

Was ein technischer Eingriff die Kirchgemeinde kosten könnte, ist bekannt. Im Raum steht die Zahl von rund 10'000 Franken. In das Kapitel bauliche Massnahmen könnten zum Beispiel der Austausch von Klöppel oder Glocken oder eine Schalldämmung des Glockenturms fallen, meint Vannier.

Ergreift die evangelische Kirchgemeinde nicht freiwillig Massnahmen zur Reduktion des Lärms, wird die Stadt Kreuzlingen voraussichtlich solche mit einer Verfügung anordnen müssen. Diese könnten unter Umständen auf Grund des Gutachtens einschneidender sein als der Kompromissvorschlag der Reduktion des nächtlichen Schlages.

Kirche wartet weitere Abklärungen ab

Thomas Leuch, der Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen, lässt sich vom Gutachten nicht einschüchtern. Er sagt:

«Ein Gutachten ist relativ. Ich sehe das nicht als Verpflichtung.»

Thomas Leuch, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Thomas Leuch, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen. (Bild: Reto Martin)

Sowieso habe er zurzeit andere Prioritäten gesetzt bekommen. Leuch erwähnt die Pfarrersuche und das Kirchgemeindehaus.

Für ihn gehe es im nächsten Schritt darum, die Situation genau zu analysieren und die Machbarkeit von Lärmschutzmassnahmen zu prüfen. Dann wolle er noch einmal das Gespräch mit den Klägern suchen. Kirchenpräsident Thomas Leuch betont, dass so oder so die Kirchgemeindeversammlung entscheiden müsste. Sie sei für die Läutordnung zuständig.

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