Kreuzlingen
«Nach einem Ja bei der Abstimmung am 26. September wird nur noch der Verein Kult-X Vertragspartner sein»: Stadtrat reagiert auf einen kritischen Leserbrief

Kurz vor der Abstimmung über die Zukunft des Kult-X werden in einem Leserbrief und einer schriftlichen Anfrage des FDP-Gemeinderats Alexander Salzmann kritische Fragen gestellt. Der Kreuzlinger Stadtrat antwortet mit einer Mitteilung.

Rahel Haag
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Ein Wegweiser vor dem Kreuzlinger Kulturzentrum Kult-X.

Ein Wegweiser vor dem Kreuzlinger Kulturzentrum Kult-X.

Bild: Tobias Garcia

In 16 Tagen entscheiden die Kreuzlinger Stimmberechtigten an der Urne über die Zukunft des Kulturzentrums Kult-X. Nun ist Kritik laut geworden. In einem Leserbrief schreibt Caroline Diop-Martins unter anderem:

«Die Leitung des Kult-X, welche immer wieder die Kommunikation nach aussen ändert, wirft Fragen auf.»
Caroline Diop-Martins, Verfasserin des Leserbriefs.

Caroline Diop-Martins, Verfasserin des Leserbriefs.

Bild: Donato Caspari

Die Geschäftsleitung werde mit Christine Forster und «Partner» Stephan Militz «angepriesen». Dabei sei der Verein «Kultur WorX» entstanden. Weiter schreibt sie, dass der Verein auch als Veranstalter tätig sei, schaue man sich das Programmheft genau an, bei fast jedem zweiten Event.

«Hier stimmt etwas nicht», schreibt Diop-Martins weiter. Sie fordert vor der Wahl unter anderem eine Stellungnahme dazu, wie die Mitarbeiterstelle vergeben worden sei.

In dieselbe Kerbe schlug vergangene Woche FDP-Gemeinderat Alexander Salzmann, der mit zehn Mitunterzeichnenden eine schriftliche Anfrage einreichte. Er greift den Leserbrief auf und will unter anderem wissen:

«Welche direkten Beziehungen unterhält die Stadt Kreuzlingen zur Institution ‹Kultur WorX›, beziehungsweise Herrn Militz?»

In Bezug auf das Finanzielle fragt er weiter, welche Leistungsvereinbarungen, Subventionen et cetera bestünden, beziehungsweise nach erfolgreicher Volksabstimmung angedacht seien.

Alexander Salzmann, FDP-Gemeinderat.

Alexander Salzmann, FDP-Gemeinderat.

Bild: Andrea Stalder

Stadtrat nimmt sofort Stellung

Offiziell hat der Stadtrat sechs Monate Zeit, um eine schriftliche Anfrage zu beantworten. Gemäss der Kreuzlinger Stadträtin Dorena Raggenbass werde diese wohl im Januar vorliegen. Sie fügt hinzu:

«Es lag uns aber am Herzen, zusätzlich sofort zu reagieren.»
Dorena Raggenbass, Stadträtin.

Dorena Raggenbass, Stadträtin.

Bild: Donato Caspari

So verschickte der Stadtrat am Donnerstagvormittag eine Stellungnahme, in der es unter anderem heisst, dass die Stadt in einem Vertragsverhältnis mit dem Verein Kult-X und der Sachbeauftragten Christine Forster stehe.

«Nach einem Ja bei der Abstimmung am 26. September wird nur noch der Verein Kult-X Vertragspartner sein.»

Zur Begründung sagt Raggenbass, dass dann die Pilotphase abgeschlossen sei und Forster ihre Aufgabe als Bindeglied zwischen Stadt und Trägerverein erfüllt habe. Dementsprechend müssten dann auch die Organisationsfragen inklusive Miet- und Entwicklungsfragen neu geklärt werden. Im Verlauf der Erprobungsphase von 2022 bis 2024 müssten zudem sämtliche hängigen Fragen geklärt werden, heisst es in der Mitteilung weiter. Raggenbass sagt:

«Der Betrieb ist immer noch dabei, sich zu entwickeln. Da ist es normal, dass es offene Fragen gibt und noch nicht alles ganz rund läuft.»

Es sei vor allem der Leserbrief gewesen, der den Stadtrat zur schnellen Reaktion veranlasst habe, sagt Raggenbass. «Immerhin werden in diesem Christine Forster und Stephan Militz angegriffen.» Das sei aus ihrer Sicht nicht in Ordnung. Sie bezeichnet die beiden als «Zugpferde», die den Aufbau des Kulturzentrums vorangetrieben hätten. Da man sich kenne, bedaure sie, dass Diop-Martins nicht direkt auf sie zugekommen sei. «Ich habe sie am Montag aber zu einem Gespräch getroffen und die Fragen direkt mit ihr besprochen.»

Zum Schluss der stadträtlichen Mitteilung heisst es: «Sollte der Souverän die beiden Vorlagen ablehnen, ist momentan offen, wie sich der Verein Kult-X dazu stellen wird und wie über den ordentlichen Weg des Budgets an ein Weitermachen zu denken ist.»

Inhalt der Kult-X-Abstimmung

Am 26. September entscheiden die Stimmberechtigten einerseits über einen städtischen Beitrag an den Kulturbetrieb des Kreuzlinger Kulturzentrums Kult-X für drei Jahre in Höhe von insgesamt 750’000 Franken und andererseits über die Überführung der Liegenschaft Schiesser aus dem Landkreditkonto in das Verwaltungsvermögen in Höhe von 4,87 Millionen Franken. (rha)

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