Kommentar

Kreuzlingen ist nicht reif dafür, sich beim Individualverkehr selbst einzuschränken

Der Stadtrat hat entschieden, das versuchsweise eingeführte neue Verkehrsregime am Boulevard nach nur vier Monaten wieder aufzuheben. Das ist nachvollziehbar.

Martina Eggenberger Lenz
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Martina Eggenberger Lenz, Redaktorin Kreuzlingen

Martina Eggenberger Lenz, Redaktorin Kreuzlingen

Am Kreuzlinger Boulevard heisst es zurück zum Alten. Der Stadtrat hat dem Druck von Gewerbe und Anwohnern nachgegeben und den Versuch des neuen Verkehrsregimes vorzeitig abgebrochen. Diese Reaktion ist nachvollziehbar. Die vom so genannten runden Tisch erarbeitete Lösung war offensichtlich nicht das Gelbe vom Ei. Die Geschäfte beklagten Umsatzeinbussen, die Anwohner Mehrverkehr. Und der hart erarbeitete Kompromiss war ein kompliziertes Sammelsurium an Vorschriften und Schildern, das viele Verkehrsteilnehmer schlicht nervte.

Die Hauptstrasse muss vorerst ihrem Schicksal des ungeliebten Zwitters aus Verkehrs-, Einkaufs und Eventstrasse überlassen werden. Die Stadt ist nicht reif dafür, sich beim Individualverkehr selbst einzuschränken. Das im Grenzgebiet eh schon geplagte Gewerbe vermutet mit jedem Auto, das nicht kommt, den Todesstoss. In einem sind sich aber alle einig: die Aufenthaltsqualität soll sich verbessern. Die mit den Festivitäten begonnene schrittweise Attraktivitätssteigerung führt wohl eher zum Ziel.