Kreuzlingen
Gemeinderat entscheidet im Frühling über die Zukunft des Kulturzentrums

Die Pilotphase soll Ende Jahr abgeschlossen werden. Das geht aus der Beantwortung der schriftlichen Anfrage von SVP-Gemeinderätin Barbara Hummel hervor.

Martina Eggenberger Lenz
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Blick in einen Veranstaltungsraum des Kreuzlinger «Kult-X».

Blick in einen Veranstaltungsraum des Kreuzlinger «Kult-X».

Bild: Andrea Stalder (Kreuzlingen, 26. Mai 2020)

Im Juli 2020 hat Barbara Hummel im Namen der SVP-Fraktion eine schriftliche Anfrage zum Thema Kulturzentrum im Schiesser-Areal eingereicht. Der Unterton lässt erahnen, dass Hummel unzufrieden damit ist, dass bislang weder der Gemeinderat noch das Volk in dieser Angelegenheit zu Wort gekommen sind, obwohl der Versuchsbetrieb schon länger läuft und auch bereits diverse Investitionen in die Liegenschaft getätigt wurden.

Stadt hat bereits 3 Millionen in die Liegenschaft investiert

Fakt ist, dass die Stadt Kreuzlingen das Schiesser-Areal 2008 für 2,1 Millionen Franken gekauft hat. Es wurde eine Arbeitsgruppe Kulturzentrum eingesetzt und der schrittweise Ausbau wurde angedacht, damals mit dem Ziel einer Mischnutzung Gewerbe und Kultur. Mittlerweile hat die Stadt nach eigenen Angaben 3 Millionen Franken in die Immobilie Schiesser-Areal investiert.

Barbara Hummel, SVP.

Barbara Hummel, SVP.

Bild: PD

Im Winter 2018 startete schliesslich der Pilotbetrieb des «Kult-X». Mit zunehmendem Erfolg: 2020 hätten über 130 Anlässe im Kulturzentrum stattfinden sollen. Coronabedingt war das bekanntlich nicht möglich. Bereits ist die Ludothek eingezogen und das «Kult-X» ist Hauptspielstätte der Gesellschaft für Musik und Literatur. Der Umzug des Theaters an der Grenze ist in Planung. Wie die Stadt schreibt, soll das Pilotprojekt in diesem Jahr in die alleinige Verantwortung des Vereins Kult-X übergehen.

Die wichtigsten Aussagen aus den Antworten des Stadtrates:

  • Der Gemeinderat wird im Frühjahr 2021 über die weitere Zukunft des Kulturzentrums entscheiden können. Die Pilotphase soll Ende Jahr abgeschlossen, der Betrieb ab 2022 an die Trägerschaft übergeben werden.
  • Die drei Versuchsjahre 2018 bis 2020 haben rund 562'000 Franken gekostet, inklusive subventionierte Miete, Betriebsbeitrag, Unterhalt, etc. 
  • Der Stadtrat ist der Ansicht, dass es ein ausgearbeitetes Projekt braucht, Fakten und Werte, die auf einem längeren Zeitraum beruhen, um dem Gemeinderat und dem Volk ein Kulturzentrum dieser Grössenordnung zur Entscheidung vorzulegen. Ausserdem müsse eine Trägerschaft Struktur, Zusammenarbeit und Finanzierung im Vorfeld einer Abstimmung regeln.
  • Der Stadtrat habe das Ziel, im Schiesser-Areal ein Kulturzentrum zu errichten, mehrfach formuliert, etwa in den Legislaturzielen und im Richtplan. Man könne dies auch als Absichtserklärung betrachten. 
  • Sollte der Gemeinderat oder das Volk eine Weiterentwicklung ablehnen, werden andere Möglichkeiten gesucht. «Einen Plan B gibt es nicht.»

Barbara Hummel bedankte sich an der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend für die Ausführungen. Sie merkte allerdings an, dass sie das angeblich «grosse Interesse der Bevölkerung» am Kulturzentrum gerne mit Zahlen belegt hätte, zum Beispiel zu den Eintritten.