Kreuzlingen
Evangelische Kirchgemeinde nimmt einen neuen Anlauf und diskutiert über die Zukunft des Kirchgemeindehauses

Kommende Woche entscheiden die Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung darüber, wie es mit dem Kirchgemeindehaus weitergehen soll. Ausserdem braucht das Open Place eine neue Küche.

Rahel Haag
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Vor dem Kreuzlinger Kirchgemeindehaus: Michael Scheuss, Mitglied der Kirchenvorsteherschaft und Präsident der Baukommission, Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft, und Peter Gysler, Präsident von Open Place.

Vor dem Kreuzlinger Kirchgemeindehaus: Michael Scheuss, Mitglied der Kirchenvorsteherschaft und Präsident der Baukommission, Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft, und Peter Gysler, Präsident von Open Place.

Bild: Rahel Haag

Behalten oder veräussern, das wird am kommenden Dienstag die entscheidende Frage sein. Dann nämlich lädt die Evangelische Kirchgemeinde Kreuzlingen zur ausserordentlichen Gemeindeversammlung und will den Stimmberechtigten «den Puls fühlen», wie Susanne Dschulnigg, Präsidentin der Kirchenvorsteherschaft, im Rahmen einer Pressekonferenz am Dienstag sagt. Worum es geht? Das Kirchgemeindehaus.

Im Mai 2019 hatten die Kirchbürgerinnen und -bürger dessen Sanierung für 8,5 Millionen Franken abgelehnt. «Damals hat man zu viel gewollt und am Ende ist die Blase geplatzt», sagt Scheusser rückblickend. Nach dem Nein habe sich die Kirchenvorsteherschaft neue Überlegungen gemacht.

«Dabei tritt die Standortfrage unweigerlich ins Zentrum.»

Behalten, aber ein Grossteil vermieten

Vier mögliche Szenarien sollen an der Versammlung präsentiert werden. Das erste sieht vor, das Kirchgemeindehaus zu behalten und bedarfsgerecht zu sanieren. Scheusser sagt:

«Die bekannten Themen wie Dachsanierung, Brandschutz und behindertengerechte Zugänglichkeit würden in den Vordergrund treten.»

Der Unterschied sei allerdings, dass dann ein erheblicher Flächenanteil fremdvermietet werden könnte, weil eine Bedarfsabklärung gezeigt habe, dass nicht die ganze Fläche gebraucht werde. Dazu sagt Dschulnigg:

«Aktuell sind bereits die drei grossen Unterrichtsräume im Kirchgemeindehaus an das Alterszentrum vermietet.»

Weiter könnte das Haus Boje verkauft werden und die dort untergebrachte Jugendarbeit ins sanierte Kirchgemeindehaus ziehen.

Beim zweiten Szenario wird ein Standortwechsel vorgeschlagen: Das Kirchgemeindehaus soll verkauft und durch einen Neubau ersetzt werden. Die Kirchenvorsteherschaft sähe den geeigneten Standort für diesen neben dem Pfarrhaus. Hierfür müsste allerdings ein Wettbewerb durchgeführt werden. In diesem Szenario wäre eine weitere Konzentration möglich, indem die Jugendarbeit ebenfalls in den Neubau ziehen würde.

Eine Variante mit vielen Hürden

Auch das dritte und vierte Szenario sähen einen Standortwechsel vor. Die Idee: Einerseits soll das Kirchgemeindehaus verkauft, andererseits das Haus Boje abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt werden. Auch hierfür müsste ein Wettbewerb durchgeführt werden. Dschulnigg sagt:

«Bei dieser Variante gäbe es viele Hürden, aber der Standort – direkt gegenüber von der Kirche – wäre sehr attraktiv.»

Das vierte Szenario decke sich weitgehend mit dem dritten mit dem Unterschied, dass die Möglichkeit des Verkaufs im Baurecht miteinbezogen werden solle.

Kirchenvorsteherschaft freut sich auf die Diskussion

Am Ende sollen die Kirchbürgerinnen und -bürger an der Versammlung in einer Konsultativabstimmung entscheiden, in welche Richtung es gehen soll. Sprich: Ob sie das Kirchgemeindehaus behalten und sanieren lassen oder veräussern wollen. Sollten sie sich für die Veräusserung aussprechen, stellte sich zusätzlich die Frage, ob das Kirchgemeindehaus verkauft oder im Baurecht abgegeben werden soll. Dschulnigg sagt:

«Wir freuen uns auf die Diskussion.»

Eine Küche für das Open Place

Abgesehen von der Frage, wie es mit dem Kirchgemeindehaus weitergehen soll, entscheiden die Stimmberechtigten an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung auch darüber, ob im Nebengebäude der Kirche Kurzrickenbach, der Sakristei, eine Küche für das Begegnungszentrum Open Place eingerichtet werden soll. Das «Ziel ist, den bestehenden Suppenzmittag öfter anbieten zu können», sagt Peter Gysler, Präsident von Open Place. Die Kosten von 50'000 Franken sollen mittels Fundraising gedeckt werden. 37'000 Franken seien bereits zugesichert. Nebst der Umnutzung der Sakristei wird auch über eine Defizitgarantie von 10'000 Franken entschieden. «Wenn möglich, soll der Umbau im neuen Jahr beginnen.» (rha) 

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