Kreuzlingen
Endlich ein barrierefreier Zugang zum See: Im Freibad Hörnli ist ein neuer Badesteg geplant

Für rund 850'000 Franken will die Stadt Kreuzlingen im Freibad Hörnli einen neuen Badesteg bauen. Dieser wäre ganzjährig zugänglich und würde einen barrierefreien Zugang zum Bodensee ermöglichen. Aktuell liegt das Gesuch öffentlich auf.

Rahel Haag
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Der geplante Badesteg im Kreuzlinger Freibad Hörnli ist mit Bojen markiert.

Der geplante Badesteg im Kreuzlinger Freibad Hörnli ist mit Bojen markiert.

Bild: Urs Brüschweiler

Es ist eine rutschige Angelegenheit – und keine ungefährliche. Die Rede ist vom Seezugang im Kreuzlinger Freibad Hörnli. Er besteht aus 26 Zentimeter dicken Betonplatten sowie zwei Metallgeländern zum Festhalten. Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter im städtischen Departement Gesellschaft und Mitglied der Genossenschaft Schwimmbad Hörnli, sagt:

«Es kommt immer wieder zu Unfällen.»
Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter Departement Gesellschaft.

Ruedi Wolfender, Abteilungsleiter Departement Gesellschaft.

Bild: Andrea Stalder

Das soll sich langfristig aber ändern. Noch bis am kommenden Montag liegt das Bau- und Konzessionsgesuch für den Neubau eines Badestegs öffentlich auf. Dieser soll 75 Meter lang und 2,5 Meter breit sein. Sein Ende bildet eine grosse Plattform, die einerseits mit einer Treppe und andererseits einem Lift ausgestattet werden soll. Somit wäre der See neu barrierefrei zugänglich. Das sei ein wichtiger Grund gewesen, das Projekt in Angriff zu nehmen, sagt Wolfender. «Ein barrierefreier Zugang ist uns sehr wichtig.»

Hinzu komme ein ökologischer Gedanke: Durch die Betonplatten sei der Seegrund versiegelt. Der neue Steg würde auch dieses Problem lösen. Auch zu einer Attraktivitätssteigerung würde die Stahl- und Holzkonstruktion beitragen, ist Wolfender überzeugt. «Am Ende schlagen wir vier Fliegen mit einer Klappe.» Die Kosten von rund 850'000 Franken trägt vollumfänglich die Stadt.

Herausfordernde Baustelle

Der Baustart ist für den kommenden Herbst vorgesehen. «Sobald die Campingsaison abgeschlossen ist», sagt Wolfender. Erst dann könnten sie mit den hierfür nötigen, schweren Maschinen auffahren. Allerdings gibt es zwei Herausforderungen: Einerseits ist die Stelle für besagte Maschinen nicht gut zugänglich und andererseits sei die Beschaffenheit des Untergrunds nicht unproblematisch. Wolfender formuliert es so:

«Es ist bekannt, dass in diesem Boden die Pfähle nicht am besten halten.»

Darüber hinaus müsste auch auf die biologischen Gegebenheiten Rücksicht genommen werden. «Unter anderem gibt es dort seltene Bestände von Strandrasen», sagt er. Zu dieser Art der Ufervegetation zählt unter anderem auch das geschützte Bodensee-Vergissmeinnicht.

Doch es hätten letzten Endes für sämtliche Herausforderungen die passenden Lösungen gefunden werden können. So sei beispielsweise geplant, dass das Material und die Maschinen auf dem Parkplatz des Freibads Hörnli zwischengelagert und anschliessend an den See transportiert würden. Zusätzlich soll östlich des geplanten Stegs ein Kiesdamm aufgeschüttet und nach der Realisierung wieder abgetragen werden. Läuft alles nach Plan, sollte der Steg auf die Badesaison 2022 eröffnet werden können.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Badesteg im Freibad Hörnli.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Badesteg im Freibad Hörnli.

Bild: PD

Steg soll das ganze Jahr über zugänglich sein

Der Steg ermöglicht dereinst einen ganzjährigen Zugang zum See. Während er im Sommer, etwa von April bis September, den Besuchern des Freibads Hörnli vorbehalten ist, soll er ausserhalb der Badesaison über einen Weg vom Restaurant Fischerhaus her zugänglich sein.

Dennoch: Es gebe auch Stimmen, die sich negativ zum Projekt äusserten, sagt Wolfender. Einige seien der Meinung, es sei zu teuer, andere störten sich daran, dass man anschliessend nicht mehr uneingeschränkt auf den See schauen könne. Betreffend Letzterer Kritik betont Wolfender, dass der Steg so filigran wie möglich gestaltet werde. Als Baumaterialien würden Stahl und Holz verwendet. Aktuell markieren rote Bojen die Ausmasse des geplanten Badestegs.

«Von diesem Projekt profitiert die Natur und ein grosser Teil der Bevölkerung.»

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