Kreuzlingen

Die Stimmberechtigten in Kreuzlingen haben entschieden: Pfarrerin Irena Widmann muss gehen

Die Stimmberechtigten der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen genehmigen die umstrittene Pfarrstellenreduktion. Kirchenpräsidentin Susanne Dschulnigg sprich von einem grossen Vertrauensbeweis.

Rahel Haag
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Die Wolken über der evangelischen Stadtkirche Kreuzlingen verziehen sich.

Die Wolken über der evangelischen Stadtkirche Kreuzlingen verziehen sich.

Bild: Reto Martin

Die Bürgerinnen und Bürger der Evangelischen Kirchgemeinde Kreuzlingen haben entschieden. Sie hatten im Rahmen der gestrigen Abstimmung nicht nur über das Budget 2021 und den Steuerfuss, sondern auch über die umstrittene Reduktion der Pfarrstellen um 50 auf 250 Stellenprozent zu befinden.

Letzterer Antrag wurde mit 359 Ja- und 104 Nein-Stimmen angenommen. Damit lag die Zustimmung bei 76,5 Prozent. «Ich werte das als grossen Vertrauensbeweis», sagt Kirchenpräsidentin Susanne Dschulnigg.

Irena Widmanns Vertrag läuft Ende Juli aus

Das deutliche Ja hat zur Folge, dass der befristete Vertrag von Pfarrerin Irena Widmann am 31. Juli dieses Jahres ausläuft. Eine Minderheit der Kirchenbehörde hatte den Antrag gestellt, die 300 Pfarrstellenprozente vorläufig unverändert zu belassen, den befristeten Arbeitsvertrag von Irena Widmann in ein fixes 60-Prozent-Pensum zu überführen und sie als feste Pfarrerin zu wählen.

Dieser war allerdings hinfällig geworden, nachdem Widmann vor der Abstimmung ihren Rückzug bekanntgegeben hatte. Gegenüber dieser Zeitung hatte sie rhetorisch gefragt:

«Wer will so gewählt werden?»
Irena Widmann, Pfarrerin.

Irena Widmann, Pfarrerin.

Bild: Donato Caspari

Die unterschiedlichen Meinungen in dieser Sache hatten auch dazu geführt, dass Ron Neely sein Amt in der Kirchenvorsteherschaft niedergelegt hat. «Ich bin fertig mit dem Führungsstil dieser Gemeinde. Wo soll die Kirche hin? Die Gemeinde ist kein weltliches Geschäft», hatte er gesagt. Dschulnigg auf der anderen Seite ist froh, dass die Entscheidung gefallen ist. Sie sagt:

«Nun können wir wieder nach vorne schauen.»
Susanne Dschulnigg, Kirchenpräsidentin.

Susanne Dschulnigg, Kirchenpräsidentin.

Bild: Andrea Stalder

Das Budget 2021, das bei einem Ertrag von rund 2,38 Millionen Franken mit einem Defizit von gut 95'000 Franken rechnet, wurde mit 402 Ja- zu 65 Nein-Stimmen gutgeheissen. Dem Steuerfuss von 16 Prozentpunkten gaben die Stimmberechtigten mit 448 Ja- zu 17 Nein-Stimmen ihren Segen.