Kreuzlingen

Die Baubewilligung ist da: Der Nachtragskredit ist die letzte Stolperfalle vor dem Spatenstich für das neue Hallenbad Egelsee

Baurechtlich ist der Weg für die Sanierung und Erweiterung des Kreuzlinger Hallenbads Egelsee nun frei. Der Gemeinderat muss aber noch eine zusätzliche Finanzspritze genehmigen.

Urs Brüschweiler
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Das Tragwerk des bestehenden Hallenbads muss im Rahmen der Sanierung verbessert werden.

Das Tragwerk des bestehenden Hallenbads muss im Rahmen der Sanierung verbessert werden.

Bild: Reto Martin

Es gibt eine gute Nachricht und eine schlechte Nachricht. Die gute zuerst: Die Baubewilligung für die Erweiterung und Sanierung des Hallenbad Egelsee ist endlich da. Vor rund zwei Wochen habe man den Bescheid erhalten aus Frauenfeld, sagt Stadträtin Dorena Raggenbass. Die beiden hängigen Einsprachen seien vom Departement für Bau und Umwelt abgewiesen worden, die Baubewilligung in Rechtskraft erwachsen.

Dem Spatenstich für das Megaprojekt, geplant für nächsten März, steht nun fast nichts mehr im Wege. Ausser eben – und das ist die schlechte Nachricht – die Mehrkosten gegenüber dem vom Volk 2018 deutlich genehmigten Projekt müssen noch mit einem Nachtragskredit bewilligt werden. Diese Aufgabe fällt am nächsten Donnerstag dem Stadtparlament zu.

Mehrkosten und zwei Projekterweiterungen

Stadträtin Dorena Raggenbass informierte über die Vorlage an den Gemeinderat. 1,48 Millionen Franken mehr soll das bekannte Projekt die Stadt nämlich kosten. Hinzu kommen 218'000 Franken für Projekterweiterungen. Das Parlament wird über die beiden Nachtragskredite einzeln befinden. Weil der 2018 von den Stimmbürgern bewilligte Kredit von 35,5 Millionen Franken der Teuerung angepasst werden darf, kommt das Gesamtprojekt letztlich auf 38,2 Millionen Franken zu stehen. 4,7 Millionen Franken steuert die Sekundarschulgemeinde bei, ihren Anteil an den Mehrkosten von 200'000 Franken hat die Behörde schon bewilligt.

Woher kommen die Mehrkosten?

Dorena RaggenbassStadträtin Kreuzlingen

Dorena Raggenbass
Stadträtin Kreuzlingen

(Bild: Andrea Stalder)

Doch woher kommen die Mehrkosten? Der Löwenanteil ergibt sich aus Altlasten im Baugrund und Problemen mit dem Grundwasser, was den Neubau betrifft. Ins Gewicht fallen aber auch unterschätzte Aufwände bei der Sanierung des bestehenden Hallenbades: Schadstoffe im Gebäude, Korrosion bei den Dachträgern, Massnahmen zum Brandschutz und der vorzeitige Ersatz der Fussbodenheizung. Stadträtin Dorena Raggenbass sagt:

«Der Lehrblätz ist, dass wir vor der Volksabstimmung vertieftere Abklärungen treffen müssen.»

Folglich werden Planungskredite für Grossprojekte künftig also deutlich höher ausfallen.

Die Sauna gibt’s für einen relativ geringen Aufpreis

Im Vergleich zum Mehraufwand fallen die Projekterweiterungen finanziell kaum ins Gewicht. Zu reden geben werden sie dennoch, geht es doch um die heiss diskutierte Sauna-Frage. Investiert die Stadt noch weitere 108'000 Franken, erhalten die Kreuzlinger zusätzlich zum vorgesehenen Dampfbad auch wieder eine Sauna. Und für 110'000 Franken mehr kann der Neubau um einen Materialraum für die Vereine vergrössert werden.

Bei einem Nein, wäre die Rutschbahn in Gefahr

Die beiden Projekterweiterungen könnte der Gemeinderat nächste Woche streichen, ohne das Gesamtprojekt zu gefährden. Würde er allerdings die Mehrkosten nicht bewilligen, müsste der Stadtrat das Vorhaben überarbeiten und entsprechende Einsparungen treffen. Neben einer ärgerlichen Zeitverzögerung würde dies wohl auch das Aus für die neue grosse Rutschbahn bedeuten.