Kreuzlingen
«Der Moment ist günstig»: Die Technischen Betriebe wollen sich auf die «grüne Wiese» aussiedeln

Die Kreuzlinger Werkbetriebe wollen die Nationalstrasse und das Spiegel-Areal verlassen und dafür am Standort «Sonewise» für knapp 30 Millionen Franken neu bauen. Vorerst geht es aber im Gemeinderat um einen Projektierungskredit von 1,2 Millionen Franken.

Urs Brüschweiler
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Auf diesem Landstück im Sonnenwiesen-Areal wollen die Technischen Betriebe neu bauen. In direkter Nachbarschaft zum Werkhof der Bauverwaltung (hinten im Bild).

Auf diesem Landstück im Sonnenwiesen-Areal wollen die Technischen Betriebe neu bauen. In direkter Nachbarschaft zum Werkhof der Bauverwaltung (hinten im Bild).

Bild: Urs Brüschweiler

Nach intensiven und langen Abklärungen liegt der bevorzugte Plan nun öffentlich auf dem Tisch. Die Technischen Betriebe möchten in einen Neubau zügeln. Der begehrte Standort ist die Parzelle «Sonewise», die sich bereits im städtischen Eigentum befindet. Sie liegt in der Industriezone 2 hinter dem Neubau der Firma Mountair und direkt neben dem ehemaligen Entsorgungshof. Diesen nutzt heute der Werkhof der Bauverwaltung, mit welchem man künftig auch Synergien nutzen könnte.

Ein Neubau für alles

Alles, was zu den Technischen Betrieben gehört, soll künftig in einem viergeschossigen Gebäude auf dem Grundstück «Sonewise» Platz finden: Büros, Lager, Werkstätten, Technik und Fahrzeughallen. 28,6 Millionen Franken könnte ein solcher nach ersten Schätzungen kosten. Stadtrat Thomas Beringer betont:

Thomas Beringer,Stadtrat Kreuzlingen.

Thomas Beringer,
Stadtrat Kreuzlingen.

Bild: Mario Testa
«Finanziert würde das Ganze aber durch die Technischen Betriebe, sprich durch Gebührengelder, nicht durch Steuergelder.»

Dieser grosse Lupf wäre verbunden mit einer kompletten Aussiedlung der Technischen Betriebe aus dem Stadtzentrum. An der Nationalstrasse 27, wo die Werkbetriebe seit über 100 Jahren präsent sind, und im gegenüberliegenden Spiegel-Areal, das die Stadt 2014 gekauft hatte, wären in absehbarer Zukunft grosse Investitionen nötig. TBK-Direktor Guido Gross erklärt:

Guido Gross,Direktor Technische Betriebe Kreuzlingen.

Guido Gross,
Direktor Technische Betriebe Kreuzlingen.

Bild: Stefan Beusch
«Unsere heutigen Bauten und Werkstätten sind veraltet.»

Wenn man sie erneuern möchte, wäre eine Totalsanierung oder sogar gleich ein teilweiser Neubau nötig.

Eine Machbarkeitsstudie habe entsprechend ergeben, dass eine Renovation und Modernisierung des heutigen Betriebes praktisch gleich teuer zu stehen käme wie der Neubau auf der «grünen Wiese». Und dennoch bliebe die Funktionalität ungenügend und in den vorhandenen Raumstrukturen sei «ein wirtschaftlicher Betrieb längerfristig nicht möglich». Zudem hätte diese Variante den Nachteil eines «Doppel-Umzugs» gehabt, erklärt Gross. Sprich während der Bauphase hätten sich die Technischen Betriebe vorübergehend an einem fremden Ort einmieten müssen.

Verkauf der Nationalstrasse 27 und des Spiegel-Areals würden möglich

Wenn die Aussiedlung wie heute geplant stattfinden kann, könnte die Stadt das Spiegel-Areal und auch die Liegenschaft an der Nationalstrasse 27 verkaufen. Stadtrat Thomas Beringer sieht darin auch eine Chance für eine attraktive Zentrumsentwicklung in diesem Gebiet. «Der Moment ist günstig.»

Das Bürogebäude der TBK an der Nationalstrasse 27. Es könnte verkauft werden, wenn die Werkbetriebe den Neubau realisiert haben.

Das Bürogebäude der TBK an der Nationalstrasse 27. Es könnte verkauft werden, wenn die Werkbetriebe den Neubau realisiert haben.

Bild: Donato Caspari
(19. April 2010)

Gemeinderat entscheidet über Projektierungskredit

Bereits im Mai letzten Jahres hatte sich der Stadtrat in einem Grundsatzentscheid für den neuen Standort «Sonewise» entschieden. Am kommenden Donnerstag wird nun der Gemeinderat darüber beraten. Beantragt ist vorerst ein Kredit von 1,2 Millionen Franken zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs und die Projektierung bis und mit der Volksabstimmung. Eine solche würde voraussichtlich im Sommer 2023 stattfinden.

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