Kreuzlingen
Auf dem Abstellgleis? – die SP ärgert sich über zwölf Minuten Wartezeit

In einer schriftlichen Anfrage kritisieren die Gemeinderatsmitglieder der Kreuzlinger SP, dass es nur eine schnelle Zugverbindung Richtung Frauenfeld–Zürich gibt. Weiter wollen sie wissen, wann die geplante zweite schnelle S-Bahnverbindung kommen soll.

Rahel Haag
Drucken
Teilen
Der Kreuzlinger Hauptbahnhof.

Der Kreuzlinger Hauptbahnhof.

Bild: Reto Martin
(20. September 2017)

Zwölf Minuten können ganz schön lang sein. Zum Beispiel dann, wenn man auf dem Perron steht und auf den Zug wartet. Die zehn Gemeinderatsmitglieder der Kreuzlinger SP haben das Warten satt und unter dem Titel «Schnelle Verbindung S44 Konstanz–Kreuzlingen–Weinfelden» eine schriftliche Anfrage eingereicht.

Darin heisst es, dass die Agglomeration Kreuzlingen/Konstanz bis zum Fahrplan 2018 stündlich zwei gute Verbindungen Richtung Frauenfeld–Zürich gehabt habe. Einerseits mit dem Schnellzug Konstanz–Zürich und andererseits mit der S-Bahn Konstanz–Weinfelden und schlankem Anschluss in Weinfelden an den Schnellzug Romanshorn–Zürich. Damit war ab 2019 allerdings Schluss. In der schriftlichen Anfrage ist zu lesen:

«Die zweite Verbindung mit Umsteigen in Weinfelden auf den IC 8 nach Zürich–Bern–Brig hat sich wesentlich verschlechtert.»

In Weinfelden bestehe eine Umsteigezeit von zwölf Minuten, insgesamt betrage die Fahrzeit Kreuzlingen–Zürich 1 Stunde und 28 Minuten. Zum Vergleich: Mit dem Schnellzug seien es nur 1 Stunde und 9 Minuten.

Wann wird die Infrastruktur ausgebaut?

Das Konzept Öffentlicher Regionalverkehr Kanton Thurgau 2019–2024 sehe als Ergänzung des Schnellzugstundentaktes die Einführung einer schnellen S-Bahn, der S44, vor. Im Konzept heisst es: «Die Einführung ist – abhängig von der Finanzierung der erforderlichen Infrastrukturausbauten – ab 2023 geplant.» Bisher seien aber keine Fortschritte betreffend eine zweite schnelle Verbindung für die Agglomeration Kreuzlingen/Konstanz zu sehen. Dazu schreibt SP-Gemeinderat Ruedi Herzog:

«Es ist zu befürchten, dass die notwendigen Infrastrukturausbauten auf den ‹Sankt-Nimmerleins-Tag› verschoben werden und die Agglomeration Kreuzlingen/Konstanz über Jahre das heutige schlechte Bahnangebot erdulden muss mit negativen Auswirkungen auf Wirtschaft und Umwelt.»
Ruedi Herzog, SP-Gemeinderat.

Ruedi Herzog, SP-Gemeinderat.

Bild: PD

Für die Stadt Kreuzlingen würden sich zuhanden des Kantons unter anderem die Fragen stellen, welche Infrastrukturausbauten für die Führung der S44 nötig sind, ob die Planung sowie der Bau dieser Ausbauten beschleunigt werden kann und wann die S44 im Stundentakt mit den im ÖV-Konzept geplanten Anschlüssen in den Knoten Weinfelden und Kreuzlingen verkehren.

Vom Kreuzlinger Stadtrat wollen die SP-Gemeinderatsmitglieder derweil wissen, ob dieser die Bedenken ihrer Fraktion teile und welche Massnahmen der Stadtrat unternehme, um der Forderung gegenüber dem Kanton genügend Nachdruck zu verleihen.

Aktuelle Nachrichten