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Kratzen, würgen, beissen - wie ein Besuch eines Wasserballspiels die Sinne anregt

Nicht zu unrecht bezeichnen sich Wasserballer als die härtesten Sportler. Ihre Arenen sind aber von traumhafter Schönheit und ferienähnlichem Ambiente. Das zeigt sich auch beim NLA-Spiel zwischen Kreuzlingen und Horgen.
Matthias Hafen
Harte Zweikämpfe sind im Wasserball an der Tagesordnung. Die richtig gemeinen, schmerzhaften Fouls passieren allerdings unter der Wasseroberfläche – dort, wo auch die Schiedsrichter kaum etwas sehen.
Auch ein Maskottchen darf nicht fehlen. Im Kreuzlinger Hörnli feuert «Leo» die Zuschauer an – mit selbstgenähten Team-Badehosen.
Das Ambiente im Schwimmbad Hörnli: Vorne das Sportbecken mit der Wasserball-Action, hinter den Bäumen der Bodensee mit Weitblick. (Bild: Bilder: Mario Gaccioli)
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Kratzen, würgen, beissen

Ein «Grüezi» scheint hier nicht angebracht. Vielmehr möchte man seinem Sitznachbarn einen Lei um den Hals legen und ihn mit einem «Aloha» begrüssen. Das Ambiente im Kreuzlinger Schwimmbad Hörnli jedenfalls passt: Angenehme 25 Grad zeigt das Thermometer abends um 19.30 Uhr noch an, mit Flipflops ist man unter seinesgleichen. Und auf den obersten Betonstufen der Zuschauertribüne gleicht das Panorama des Bodensees der Unendlichkeit des Meeres. Hawaii liegt an diesem Abend im Thurgau.

Das Spiel ist so fies wie eine Wasserwalze

Aus den Lautsprechern dröhnen jedoch nicht die Tannerin-Klänge der Beach Boys, sondern Gitarrenriffs einer Heavy-Metal-Band. Der SC Kreuzlingen hat schliesslich einen Ruf zu verteidigen. Wasserball zählt zu den härtesten Sportarten überhaupt. Das Spiel ist so fies wie eine Wasserwalze. An der Oberfläche manchmal täuschend ruhig, unter Wasser tödlich. Wohl in keinem anderen Sport kann man seinem Gegner ungestraft eine Ohrfeige verpassen. Und in den Tiefen des Schwimmbeckens, dort, wo die Schiedsrichter vom Beckenrand aus nichts mehr mitbekommen, werden die Weichteile des Gegners malträtiert, dessen Haut aufgekratzt und andere Vorteile für sich an Land gezogen. Als Zuschauer bekommt man davon nur wenig mit, doch alleine der Gedanke daran fasziniert. Wasserballer sind Gladiatoren in einem anderen Element. Das zeigen sie auch gerne. Etwa, wenn sie ihre trainierten Körper aus den biederen Bademänteln packen, kurz mit den Muskeln spielen und elegant abtauchen.

Fussball-Aficionados kommen beim Wasserball ebenso auf ihre Kosten. Es gibt Pfostenschüsse, Lattenschüsse, umstrittene Schiedsrichter-Entscheide werden vom Publikum mit Buh-Rufen quittiert. Auch hier finden sich unter den Zuschauern mindestens so viele Experten wie im Spiel selbst. Zwischen fünf und zehn Franken Eintritt kostet der Spass im Freibad Hörnli. Dafür ist im Spiel gegen Horgen Spannung ohne Ende. Die Zürcher zählen zu Kreuzlingens Erzrivalen. Wohl, weil sie nebst Lugano und Kreuzlingen in der höchsten Schweizer Liga noch die einzigen mit einem ansprechenden Spielniveau sind. Und: Mit ihrem Becken direkt im Zürichsee mit Blick auf die Goldküste machen sie Kreuzlingen den Titel des schönsten Spielorts streitig. Doch abgesehen davon gibt es für Horgen diesmal nichts zu holen.

Pausenbrot gibt’s erst zum Schluss

9:4 gewinnt Kreuzlingen und nach einer guten Stunde Unterhaltung erschliesst sich auch, weshalb die Halbzeitpause trotz feinster Grillgerüche nur fünf Minuten dauerte. Der Wasserball-Fan beisst im Nachgang des Spiels in sein Schnitzelbrot und trinkt sein Bier dazu. Bei immer noch über 20 Grad lässt sich der Abend so bestens ausklingen. Mit etwas Glück werden die Besucher mit einem letzten Spektakel belohnt. Denn wie auf Hawaii verfärbt sich auch am Bodensee der Himmel in unzähligen Rottönen. Aloha!

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