Krattiger/Breer sind vor der Beachvolleyball-EM in aller Munde

Der Amriswiler Marco Krattiger und sein Partner Florian Breer stehen vor der Europameisterschaft unverhofft im Fokus. Ihr Exploit vom vergangenen Wochenende in Urecht macht sie an den Titelkämpfen im lettischen Badeort Jurmala zu Aussenseitern mit grossem Potenzial.

Matthias Hafen und Dominik Moser
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Marco Krattiger (hinten) und Florian Breer fanden just auf die EM hin zur Topform.

Marco Krattiger (hinten) und Florian Breer fanden just auf die EM hin zur Topform.

Bild: Pim Waslander/Pimspictures

Wenige Tage vor dem Beginn der Beachvolleyball-EM in Lettland mussten die Vorhersagen umgeschrieben werden. Mit ihrem Exploit am vergangenen Wochenende in Utrecht rückten die Schweizer Marco Krattiger/Florian Breer auf einen Schlag ins Rampenlicht. Das Duo, das es so vor einem halben Jahr noch nicht einmal gab, besiegte am Einladungsturnier «King of the Court» in den Niederlanden sensationell die halbe Weltelite. Auf dem Weg zum Triumph stellten der Amriswiler Krattiger und sein Basler Partner Breer dabei Duos wie die norwegischen Weltranglistenersten Anders Mol/Christian Sörum in den Schatten, die Europameister von 2018 und 2019.

An der EM von dieser Woche in Jurmala dürfte die Konkurrenz des neu formierten Schweizer Duos Krattiger/Breer indes deutlich fokussierter antreten als noch beim Sun-and-Fun-Event in Utrecht. Doch wer Tage vor dem Saisonhöhepunkt so stark auftritt wie Krattiger/Breer, der hat allemal Chancen, sich auch an den kontinentalen Titelkämpfen ins Rampenlicht zu spielen. Zumal die EM aus sportlicher Sicht dieses Jahr eine Wundertüte ist. Zwar sind sämtliche Topteams gemeldet, doch steht hinter deren Formstand ein grosses Fragezeichen.

Den Schweizer Frauen wird mehr zugetraut

Das Erreichen des EM-Podests wäre für den Thurgauer Krattiger und sein Partner trotz des Exploits in Utrecht eine grosse Überraschung. Dasselbe gilt für Mirco Gerson/Adrian Heidrich, das zweite Schweizer Männer-Duo an den kontinentalen Titelkämpfen. Ihr erstes Ziel ist das Überstehen der Gruppenphase. Den Schweizer Frauenduos Nina Betschart/Tanja Hüberli und Joana Heidrich/Anouk Vergé-Dépré, die Nummern eins und drei Europas, wird in Lettland viel eher eine Medaille zugetraut.

Nach der Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio und der Absage praktisch aller World-Tour-Turniere ist die EM als einziger Grossanlass im internationalen Kalender 2020 verblieben. Aufgrund der Coronapandemie geht das Rendezvous der europäischen Elite jedoch unter speziellen Bedingungen über die Bühne.

Aufs Gelände darf nur, wer negativen Test vorweist

Um überhaupt in Lettland einreisen zu können, mussten die Spieler und ihre Coaches einen negativen Coronatest vorweisen, der nicht älter als drei Tage sein darf. Direkt nach der Ankunft am Flughafen in Riga wurde der EM-Tross in ein speziell dafür vorgesehenes Hotel verfrachtet, wo jeder erneut getestet wurde. Die Tests sollen nach drei und fünf Tagen wiederholt werden. Auf das Turniergelände darf auch nur, wer einen negativen Test vorweisen kann. Der Veranstalter hat Anfang September zwar 30 Prozent des Ticketkontingents in den Verkauf gegeben, es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass die Tribünen trotzdem leer bleiben.

Europameisterschaft (Jurmala/LAT, 200'000 Euro Preisgeld). Männer. Gruppe H: Enrico Rossi/Adrian Carambula (ITA/8), Pablo Herrera/Adrian Gavira (ESP/9), Robin Seidl/Philipp Waller (AUT/24), Marco Krattiger/Florian Breer (SUI/25). – Gruppensieger direkt in Achtelfinals, Gruppenzweite und -dritte in den Sechzehntelfinals.

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