Kradolf soll einen neuen Doppelkindergarten erhalten

Die Entscheidung darüber, ob das Projekt realisiert werden kann, fällt am 7. Juni in einer brieflichen Abstimmung in der Volksschulgemeinde Region Sulgen.

Hannelore Bruderer
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Christoph Stäheli, Präsident der Volksschulgemeinde Region Sulgen, auf der Sportanlage der Sekundarschule Befang in Sulgen.

Christoph Stäheli, Präsident der Volksschulgemeinde Region Sulgen, auf der Sportanlage der Sekundarschule Befang in Sulgen.

Bild: Hannelore Bruderer

In diesen Tagen erhalten die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Region Sulgen Post. Am Sonntag, 7. Juni, stimmen sie über die Jahresrechnung 2019 und den Baukredit für den geplanten Doppelkindergarten in Kradolf ab – nicht an der Urne, sondern brieflich.

Mit der Abnahme der Rechnung 2019 hätte die Schulbehörde bis zur nächsten Versammlung zuwarten können, nicht aber mit dem Baukredit für den Doppelkindergarten in Kradolf, erklärt Schulpräsident Christoph Stäheli.

Bezug des Neubaus im Herbst 2021

«Läuft alles optimal, möchten wir im Juni die Baueingabe machen, sodass Ende Jahr der Baustart erfolgen kann und der Kindergarten im Herbst 2021 bezugsbereit ist», sagt Stäheli.

Im Dezember 2018 hatten die Stimmberechtigten grünes Licht für den Planungskredit mit Projektwettbewerb gegeben und im November letzten Jahres dem Projektierungskredit zugestimmt. 2,215 Millionen Franken sind für den Neubau veranschlagt.

«Wunderbarer Ort für Kinder»

Grund für den Neubau sind die steigenden Schülerzahlen in der Primarschule Schönenberg-Kradolf. Bis in zwei Jahren muss eine vierte Kindergartenabteilung eröffnet werden, welche im bestehenden, sanierungsbedürftigen Pavillon aus den Siebzigerjahren keinen Platz mehr hat.

Über das Siegerprojekt des Architektenwettbewerbs sagt Stäheli: «Wir sind begeistert. Der Neubau wird ein wunderbarer Ort für unsere Kinder.» Nebst den Gruppenräumen mit idealer Tageslichtnutzung enthält das zweigeschossige Gebäude aus Fertigholzelementen Teamzimmer, einen Raum für die Technik sowie einen separaten Therapieraum.

Neue Nutzung des alten Pavillons

Auf der Dachfläche des Neubaus kommt eine Fotovoltaikanlage zu stehen. Um das Gebäude zu beheizen, wird es an das bestehende Fernwärmenetz angeschlossen. Ferner wird der Aussenbereich zwischen der bestehenden Schulanlage, dem alten Pavillon und dem neuen Doppelkindergarten neu gestaltet.

Der Pavillon soll nicht abgerissen, sondern für familienergänzende Angebote sanft renoviert werden. Abschluss liegt weit über den Erwartungen Die Rechnung 2019 der VSG Region Sulgen schliesst mit einem satten Gewinn von 1,411 Millionen Franken ab.

Gewinn für Vorfinanzierung des Projekts

Budgetiert war ein Minus von 141'800 Franken. Das Ergebnis resultiert in erster Linie aus den wesentlich höheren Steuereinnahmen. Sie liegen 1,05 Millionen Franken über dem Budget.

«Auf der Aufwandseite haben wir das Budget gut eingehalten», betont Stäheli. «Die Abweichung beträgt bei einer Gesamtsumme von 13,2 Millionen Franken nur 5000 Franken.» Die Schulbehörde beantragt, vom Gewinn 700'000 Franken in die Vorfinanzierung des Doppelkindergartens zu legen.

Ausgangslage nochmals überprüfen

Mit der Einlage aus dem letzten Jahr sei der neue Doppelkindergarten dann so gut wie bezahlt, sagt der Schulpräsident. 676'000 Franken sollen in den Bau-Erneuerungsfonds fliessen, der sich dann auf 2,6 Millionen Franken beläuft, die restlichen 35'475 Franken will man dem Eigenkapital zuweisen.

Angesichts des positiven Abschlusses und der guten Finanzlage sei eine Steuerfusssenkung auf nächstes Jahr angebracht, sagt Stäheli. «Vor der Coronakrise haben wir bereits entsprechende Berechnungen gemacht, die wir nun wegen der neuen Ausgangslage im Sommer nochmals neu beurteilen werden.»