Kradolf-Schönenberg bleibt mit dem Steuerfuss unter 60 Prozent

Der Gemeinderat Kradolf-Schönenberg hält am Steuerfuss von 59 Prozent fest, schraubt die Investitionen im Jahr 2020 aber zurück.

Georg Stelzner
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Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinem Büro.  (Bild: Georg Stelzner)

Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg, in seinem Büro.  (Bild: Georg Stelzner)

«Die Bedeutung des Steuerfusses wird oft überschätzt», stellt Heinz Keller fest. Faktoren wie das schulische Angebot oder die Anbindung an den öffentlichen Verkehr seien bei der Wahl des Wohnorts mindestens so wichtig.

Dennoch ist der Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg froh, den Stimmbürgern am Montag ein Budget vorlegen zu können, das auf einem unveränderten Steuerfuss von 59 Prozent basiert.

Budget rechnet mit Aufwandüberschuss

Die in den nächsten Jahren zu erwartenden Defizite könnten dank des vorhandenen Eigenkapitals verkraftet werden, beruhigt Keller. Bei einem Umsatz von rund 11,2 Millionen Franken weist das Budget der Erfolgsrechnung einen Verlust von 325'000 Franken aus.

Der Gesamtaufwand verändert sich im Vergleich zum Budget 2019 nicht wesentlich. Keller verweist darauf, dass der Handlungsspielraum bei der Budgetierung minim sei.

In der Rechnung 2019 zeichne sich ein weiterer Anstieg der Kosten im Sozialbereich ab, sagt Keller. Der Gemeindepräsident spricht in diesem Zusammenhang Klartext: «Es gibt leider immer wieder Leute, die unser System bewusst und systematisch ausnutzen.»

Einwohnerzahl mit steigender Tendenz

Auf der Ertragsseite muss gegenüber dem Budget 2019 mit einer Einbusse von rund 360'000 Franken gerechnet werden. Der Nettoertrag aus Gemeindesteuern ist mit 3,45 Millionen Franken veranschlagt, was in etwa demjenigen im Budget 2019 entspricht. Die wirtschaftlichen Perspektiven beurteilt der Gemeinderat zurückhaltend.

«Wir rechnen wieder mit einer Zunahme der Bevölkerungszahl, was sich positiv auf die Steuererträge der natürlichen Personen auswirken wird», schreibt die Behörde in der Botschaft zur Gemeindeversammlung.

Der positive Effekt droht jedoch insofern zu verpuffen, als juristische Personen im Zuge der Steuergesetzrevision künftig geringer belastet werden. Zudem sind kleinere Beiträge aus dem interkantonalen Finanz- und Lastenausgleich zu erwarten.

Vollausbau der Poststrasse geplant

Bei den Investitionen legt sich der Gemeinderat Zurückhaltung auf. «Dies mit dem Ziel, die Verschuldung abbauen zu können», erklärt Heinz Keller.

Im steuerfinanzierten Bereich belaufen sich die Investitionen im nächsten Jahr auf brutto 230'000 Franken. Etwas mehr als die Hälfte dieser Summe soll für den Vollausbau der Poststrasse und des Grüntalwegs in Schönenberg verwendet werden. 

Die Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde Kradolf-Schönenberg findet am Montag, 2. Dezember, 20 Uhr; Turnhalle Buchzelg in Neukirch an der Thur statt.