KRADOLF
Die Vorfreude bei Organisatoren, Teilnehmern und Zuschauern ist gross: Das Mammut-Flossrennen steht vor einem Comeback

Das Mammut-Flossrennen auf Sitter und Thur soll nach dreijähriger Pause im Mai 2022 wieder stattfinden. An einer Informationsveranstaltung in Bischofszell will das OK den Anlass vorstellen und neue Teams zum Mitmachen animieren.

Georg Stelzner
Drucken
Teilen
Die OK-Mitglieder Philipp Eugster und Pascal Maurer beim Kraftwerk Thurfeld, das 500 Meter vor dem Ziel in Kradolf das letzte künstliche Hindernis für die Flösser darstellt.

Die OK-Mitglieder Philipp Eugster und Pascal Maurer beim Kraftwerk Thurfeld, das 500 Meter vor dem Ziel in Kradolf das letzte künstliche Hindernis für die Flösser darstellt.

Bild: Andri Vöhringer (Schönenberg, 12. Oktober 2021)

Es waren harte Zeiten für die Organisatoren, Mannschaften und Zuschauer. Zweimal in Folge konnte das Mammut-Flossrennen, bezüglich Publikumsresonanz eine der grössten Veranstaltungen im Thurgau, aufgrund der Coronapandemie respektive der daraus resultierenden Einschränkungen nicht durchgeführt werden. Doch nun gibt es einen Hoffnungsschimmer oder vielleicht sogar etwas mehr.

Philipp Eugster, im 15-köpfigen OK für PR und Werbung zuständig, sagt:

«Es ist noch nichts fix, doch wir sind zuversichtlich, dass das Rennen im nächsten Jahr stattfinden kann. Im Moment sieht es jedenfalls gut aus.»

Der weit über die Region hinaus beliebte Anlass soll am 8. oder 15. Mai 2022 über die Bühne gehen. Wie bisher werden wieder drei Kategorien zur Auswahl stehen: die Originalitäts-, die Plausch- und die Rennklasse.

Erst viermal musste das Rennen abgesagt werden

Absagen sind in der bald 50-jährigen Geschichte des Mammut-Flossrennens trotz der schwierigen Voraussetzungen – am Tag X muss alles stimmen – seltene Ausnahmen. Nur zweimal hatten die Veranstalter wetterbedingt die Segel zu streichen, zweimal aber auch wegen einer Pandemie, mit der niemand gerechnet hatte.

Ein Floss mit einer Donald Trump darstellenden Figur auf der Sitter bei Leutswil.

Ein Floss mit einer Donald Trump darstellenden Figur auf der Sitter bei Leutswil.

(27. Mai 2018)

OK-Mitglied Pascal Maurer von der Rennleitung gibt zu bedenken, dass die fehlende Planungssicherheit ein nicht zu unterschätzendes Problem sei. Der Aufwand im Vorfeld sei beträchtlich, müssten doch zahlreiche Abklärungen getroffen und Vereinbarungen fixiert werden. Und die Flösser sowie die rund 400 freiwilligen Helferinnen und Helfer wollten verständlicherweise auch rechtzeitig wissen, ob das Rennen überhaupt stattfindet.

Gesucht werden neue junge Teams

Im Hinblick auf das nächste Mammut-Flossrennen führen die Organisatoren Ende Oktober einen speziellen Infoabend durch. Eugster begründet das so:

«Wir wollen interessierten Leuten die Hemmungen nehmen und sie zum Mitmachen animieren.»

Ein Ziel sei es auch, in der Rennklasse wieder mehr Flösse an den Start zu bringen. Die meisten würden sich jeweils für die Originalitätsklasse entscheiden, wo es nicht auf die Zeit, sondern auf die Bewertung durch eine Jury ankomme.

Ein Floss passiert auf der Sitter in Bischofszell eine heikle Passage.

Ein Floss passiert auf der Sitter in Bischofszell eine heikle Passage.

(9. Mai 2016)

Am Informationsanlass werden potenzielle neue Mannschaften alles erfahren, was sie für eine Teilnahme wissen müssen. Ausserdem werden zwei aktive Flösser aus verschiedenen Teams Rede und Antwort stehen. In den letzten Jahren hat sich die Teilnehmerzahl auf 35 bis 40 Flösse eingependelt. «Eine ideale Anzahl, die wir weder unter- noch überschreiten wollen», erklärt Maurer.

Sponsoren unterstützen die Veranstalter

Dem OK des Mammut-Flossrennens stehen der TV, der MTV und der FTV Schönenberg-Kradolf als Trägervereine zur Seite. Aus diesen drei Turnvereinen rekrutiert sich jeweils auch ein Grossteil der helfenden Personen. Seit einiger Zeit treten die Veranstalter auch selbst als eigenständiger Verein auf.

Erfreut ist Eugster über das gute Einvernehmen mit den Sponsoren, ohne die ein Anlass dieser Grössenordnung nicht möglich wäre. Obwohl das Rennen seit 2019 nicht mehr durchgeführt werden konnte, sehe es bezüglich des Sponsorings gut aus. Das Verhältnis sei von gegenseitiger Kulanz gekennzeichnet.

Am Sitterufer bei Sitterdorf verfolgen zahlreiche Zuschauer das Rennen.

Am Sitterufer bei Sitterdorf verfolgen zahlreiche Zuschauer das Rennen.

(27. Mai 2018)

Philipp Eugster und Pascal Maurer hoffen, dass auch das Publikum dem Mammut-Flossrennen trotz des mehrjährigen Unterbruchs die Treue halten und wieder in Scharen an die Ufer von Sitter und Thur pilgern wird, um das Spektakel auf der rund zwölf Kilometer langen Strecke von der Degenau bis nach Kradolf zu verfolgen.

Infoveranstaltung: Donnerstag, 28. Oktober, 19 Uhr; Bürgersaal im Rathaus Bischofszell, Marktgasse 11. Keine Anmeldung nötig, es gilt die Zertifikatspflicht (3G-Regel). Aktuelle Informationen laufend im Internet: www.flossrennen.ch

Aktuelle Nachrichten