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Schafe statt Wildschweine erlegt: Thurgauer Jäger wird gebüsst

Für seine folgenschwere Verwechslung wurde der Jäger zu 45 Tagessätzen à 50 Franken und einer Busse von 450 Franken verurteilt. Er hätte das Wild vor der Schussabgabe genau bestimmen müssen.
Bei einer nächtlichen Jagd auf Wildschweine verloren vier Schafe und drei Lämmer das Leben. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell erhob Strafbefehl gegen den Jäger. (Bild: ARCHIV KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Bei einer nächtlichen Jagd auf Wildschweine verloren vier Schafe und drei Lämmer das Leben. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell erhob Strafbefehl gegen den Jäger. (Bild: ARCHIV KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

(sda/red) Ein Jäger aus dem Thurgau, der im Dezember 2017 versehentlich vier Schafe erlegte, ist von der Staatsanwaltschaft Bischofszell wegen fahrlässiger Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz mit einer bedingten Geldstrafe und einer Busse bestraft worden. Der Mann hatte sich selber angezeigt. Dem Jäger war in einem Waldstück zwischen Affeltrangen und Thundorf ein ungewöhnlicher Fehler unterlaufen: Statt wie beabsichtigt Wildschweine zu erlegen, hatte er aus Versehen Schafe getötet.

Die Tiere mit der Wärmebildkamera entdeckt

Der Mann erblickte gegen 23 Uhr mit seiner Wärmebildkamera mehrere Tiere im Wald. In der irrigen Vorstellung, dass es sich um Wildschweine handle, gab er aus einer Distanz von 50 bis 60 Metern vier Schüsse auf vier Schafe ab, wie es im Strafbefehl heisst. In Wirklichkeit war es eine Schafherde, die sich im Wald aufhielt. Vier Schafe waren aufgrund der Schussverletzungen sofort tot. Zudem wurden drei Lämmer an den Beinen sowie eines an der Klaue verletzt. Drei dieser angeschossenen Lämmer mussten am Folgetag geschlachtet werden.

Der Hirte, der an jenem Abend die Herde beaufsichtigte, geht schon viele Jahre mit den Schafen in das Waldstück bei Affeltrangen, um jeweils dort zu übernachten. Als er sich gerade sein Abendessen gekocht hat, hörte er die ersten Schüsse. Er nahm an, der Jäger habe Wildtiere getroffen, und habe sich deshalb nicht um seine Herde gesorgt. Dass der Jäger seine Schafe erschossen hat, merkte der Hirte erst, als es bereits zu spät war.

Unter den erschossenen Schafen habe sich auch das Leittier der Herde befunden. Die Tiere seien an dem Abend nicht ausgebüxt, sondern stets in der Herde geblieben.

Der Jäger selbst informierte noch in derselben Nacht die Polizei. Die Staatsanwaltschaft Bischofszell erhob Strafbefehl. Sie bestrafte den Beschuldigten mit einer bedingten Geldstrafe von 45 Tagessätzen zu je 50 Franken bei einer Probezeit von zwei Jahren. Zudem muss der Mann eine Busse von 450 Franken sowie die Verfahrens- und Untersuchungskosten bezahlen.

Auf finanzielle Entschädigung geeinigt

Als ausgebildeter und berechtigter Jäger hätte er die von ihm anvisierten Tiere vor der Schussabgabe «ansprechen», das heisst, das von ihm in der Dunkelheit vermutete Wild genau bestimmen müssen. Der Schafbesitzer und der Jäger haben sich nach der folgenschweren Verwechslung auf eine finanzielle Entschädigung geeinigt. Über deren Höhe hielten sich sowohl Jäger wie auch der Besitzer der getöteten Schafe bedeckt. Aufgrund der finanziellen Einigung verzichtete der Tierhalter anschliessend auf eine Anzeige gegen den Schützen. In der besagten Nacht sei jedoch auch die Polizei alarmiert worden. Noch vor Ort habe diese einen Atemlufttest beim Schützen durchgeführt. Das Ergebnis: 0,00 Promille. Der Jäger hatte also nichts getrunken.

Er zeigte allerdings Reue und gab seine Jagdkarte ab. Er habe dies freiwillig getan, wie Roman Kistler, Chef der Thurgauer Jagd- und Fischereiverwaltung, gegenüber dieser Zeitung erklärte. Auf unbestimmte Zeit habe der Jäger seine Jagdzulassung beim Kanton hinterlegt. Der Strafbefehl ist rechtskräftig.

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