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Konstanzer Seenachtfest findet 2019 wegen Klimanotstand das letzte Mal statt

Weil Konstanz den Klimanotstand ausgerufen hat, steht es um das Seenachtfest schlecht. Kritik wurde vor allem wegen des Feuerwerks geäussert. Kreuzlingen will den Event vorerst beibehalten.
Geraldine Bohne
Das Feuerwerk am Seenachtfest hat Tradition. (Bild: Andrea Stalder)

Das Feuerwerk am Seenachtfest hat Tradition. (Bild: Andrea Stalder)

Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt findet klare Worte zur Zukunft des Seenachtfests. «Es ist meines Erachtens richtig, das Seenachtfest in der bisherigen Form ab 2020 nicht mehr durchzuführen.»

Grund dafür ist vor allem der ausgerufene Klimanotstand. Seit dem 2. Mai hat sich die Stadt Konstanz verpflichtet, alle politischen Handlungen auf ihre Auswirkung auf das Klima hin zu überprüfen. Deshalb steht das Seenachtsfest nun in der öffentlichen Kritik. Ein Dorn im Auge bezüglich der CO2-Emissionen ist vor allem das 80000 Euro teure Feuerwerk.

Uli Burchardt ist Bürgermeister von Konstanz. (Bild: Donato Caspari)

Uli Burchardt ist Bürgermeister von Konstanz. (Bild: Donato Caspari)

Nebst den negativen Aspekten in Sachen Klimafreundlichkeit passe das Fest nicht mehr nach Konstanz und in die Zeit, meint Uli Burchardt. Ausserdem laufe der Vertrag mit dem Veranstalter Full Moon nächstes Jahr aus. Der Bürgermeister will sich in Zukunft für ein kleineres und konstanzerisches Seenachtsfest einsetzen.

Klimafreundliches Feuerwerk

Die Stadt teilte zudem mit, dass bereits das diesjährige Seenachtsfest klimafreundlicher durchgeführt werde. Nach Verhandlungen mit Konstanz erklärte sich der Veranstalter Full Moon bereit, die Bemühungen der Stadt zum Klimaschutz zu unterstützen. Deshalb gäbe es dieses Jahr ein umweltfreundlicheres Feuerwerk. Das heisst, es werden Alternativen wie ein kleineres Feuerwerk oder eine Lasershow geprüft.

Wahlkampfversprechen des Bürgermeisters

Das Seenachtsfest am Bodensee hat eine lange Tradition. Seit 1949 findet es jährlich am zweiten Augustwochenende statt. Synchron feiert man das Fest auch auf der Schweizer Seite in Kreuzlingen. Highlight des Abends ist jeweils das grosse Feuerwerk, das von beiden Städten unabhängig organisiert wird.

Da das Fest vor allem auch Personen von weiter her lockt, ist die Konstanzer Bevölkerung zum grössten Volksfest am Bodensee geteilter Meinung. Deshalb versprach der Bürgermeister Uli Burchardt bereits in seinem Wahlkampf 2012, dass er dafür sorgen will, dass das Seenachtsfest nicht mehr von Konstanz geführt wird.

Was nun mit dem Seenachtsfest passiert, ist ungewiss. Die Stadt teilte mit, dass definitive Entscheide vorerst noch im Gemeinderat abgesprochen werden müssen. Es sei noch nichts endgültig.

Die Kreuzlinger Organisatoren warten ab

Markus Baiker, Präsident des Kreuzlinger Seenachtfestes, lässt sich von den Entwicklungen ennet der Grenze nicht aufschrecken. «Viele Konstanzer wünschen sich schon länger ein kleineres Fest und keines mehr für das ganze Bundesland», sagt er. Denn damit es für die Organisatoren rentiere, müssten 50000 Besucher kommen. Konstanz hätte viele Probleme mit Randalierern und Alkohol. «Mit uns hat noch niemand gesprochen.» Grundsätzlich seien es aber zwei separate Veranstaltungen. Eine Zusammenarbeit gebe es leider nur beim Sicherheitskonzept und dem Terminieren des Feuerwerks. «Wir werden nach dem Fest mit dem Kreuzlinger Stadtrat zusammensitzen und über die künftige Ausrichtung des Festes reden. Das war sowieso geplant», sagt Baiker. (ndo)

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