Kommentar
Riva-Gegner einigen sich mit HRS: Ein Lehrblätz für die Planer

Gegner der geplanten Zwillingstürme in der Arboner Seebucht bekämpfen das Projekt seit Jahren. Jetzt schwenken sie plötzlich um, obwohl das Projekt unverändert bleibt. Offenbar haben sie erst jetzt verstanden, worum es eigentlich geht.

Annina Flaig
Annina Flaig
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HRS will dort, wo heute das ehemalige Hotel Metropol steht, zwei neue Hochhäuser bauen.

HRS will dort, wo heute das ehemalige Hotel Metropol steht, zwei neue Hochhäuser bauen.

Visualisierung/PD

Schön ist am «Metropol» vor allem seine Vergangenheit: Es war das renommierteste Hotel am Platz. Das war, als Saurer noch eine Weltfirma war. Doch das ist Geschichte. Das hat jetzt auch die IG Pro Metropol akzeptiert.

Sie und weitere, die das Projekt Riva seit Jahren bekämpfen, strecken plötzlich die Waffen und lassen sich von den beiden Hochhäusern überzeugen. Warum? HRS wird ein paar Hotelzimmer mehr bauen. Ansonsten bleibt das «Riva» unverändert. Was ist passiert?

Annina FlaigRedaktorin der Thurgauer Zeitung, Ressort Arbon und Romanshorn.

Annina Flaig
Redaktorin der Thurgauer Zeitung, Ressort Arbon und Romanshorn.

Bild: Reto Martin

Die Widersacher haben das Bauvorhaben von HRS offenbar erst verstanden, als sie deren CEO gegenübersassen. Nun sehen sie, dass «Riva» die Bedingungen erfüllt, welche die Stadt gestellt hatte: Es beinhaltet einen Gastrobetrieb und einen Festsaal. Zusätzlich will HRS exklusive Hotelzimmer und Wohnungen realisieren. Die Gebäude müssen schmal und hoch sein, wenn die Öffentlichkeit gleichzeitig Zugang zum See will. Die Alternative wäre ein Riegelbau ohne Seezugang. Das kann niemand ernsthaft wollen – auch HRS nicht.

Dass das die Gegnerschaft erst jetzt einsieht, ist unbegreiflich. Überraschend ist es nicht. Die Entwicklerin HRS wird von vielen Arbonern unterdessen als ernsthafte Bedrohung wahrgenommen. Sie und die Stadt müssen sich deshalb an der eigenen Nase nehmen. Ihnen war es während Jahre nicht gelungen, die Vorteile dieser städtebaulich offenbar besten Lösung hervorzuheben.

Jetzt wissen sie, wie es geht: Verständnis zeigen, der Firma ein menschliches Gesicht geben und die Sache von Grund auf verständlich erklären. Wenn das gelingt, wird das Projekt vielleicht auch von der Arboner Bevölkerung eine Chance erhalten.

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