Kommentar
Die Freunde der Festwiese versuchen dem Kreuzlinger Stadtrat ihren Willen und ihr Tempo aufzudrängen: Die zweite Initiative ist reine Zwängerei

Politischen Druck aufzusetzen sei natürlich legitim, der Begriff Zwängerei liege hier aber sicher manchem Kreuzlinger näher, schreibt Redaktor Urs Brüschweiler in seinem Kommentar.

Urs Brüschweiler
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Die Festwiese wird schon wieder zum Zankapfel.

Die Festwiese wird schon wieder zum Zankapfel.

(Bild: Andrea Stalder)

So geht es also ohne Verschnaufpause in die nächste Runde mit dem Initiativkomitee. Keine zwei Monate nachdem sie das Stadthaus auf der Festwiese gebodigt haben, lanciert die Gruppe älterer Männer die nächste Volksbefragung. Es ist eine Art Durchsetzungsinitiative, weil sie glauben, der Stadtrat habe den Standort für sein neues Verwaltungsgebäude noch nicht aufgegeben und führe eine versteckte Agenda. Ausserdem möchten sie die Tiefgarage und den Park im Zentrum sofort realisiert sehen.

Politischen Druck aufzusetzen ist natürlich legitim, der Begriff Zwängerei liegt hier aber manchem Kreuzlinger näher. Das Komitee treibt den Stadtrat vor sich her. Es versucht, ihm seinen Willen und sein Tempo aufzudrängen; das ist nicht die feine Art. Denn die Stadtregierung macht so schnell sie kann. Aber sie darf eben nicht die Realitäten ausblenden, wie es die Freunde der Festwiese da und dort tun. Der Satz: Wenn man nur will, kann alles ganz schnell gehen, stimmt nicht immer. Und genau für die nun ultimativ geforderte Hau-Ruck-Übung, würden die Komitee-Mitglieder den Stadtrat andernorts in die Pfanne hauen.